Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Herzensangelegenheiten

Über 40 Jahre ist es her

dass ich zum letzten Mal in der Wohnung meiner Großmutter war. Als Kind war einem das natürlich gar nicht so bewusst, dass jener Tag, als sie starb, der letzte war, an dem ich diese Adresse aufsuchen würde. Obwohl ich auch später noch oft an dem Haus vorbeispaziert bin.


Aber selbst nach der langen Zeit denke ich so oft an meine Großmutter. Schließlich war sie ein wichtiger Teil meiner Kindheit. Schade, dass ich sie so früh verloren habe.




Als ich vergangene Nacht mal wieder nicht schlafen konnte, versuchte ich mir vorzustellen, wie es in ihrer Wohnung ausgesehen hat. Und was soll ich sagen, ich sah alles noch haargenau vor mir. Da ist nichts in Vergessenheit geraten. Selbst die Dinge, die in ihren Schränken standen, auf den Kommoden, im Bad … alles seh ich noch vor mir.




Sogar ihren alten Staubsauger seh ich noch vor mir. Wie ein Dudelsack konnte er sich aufblähen, wenn man ihn anschaltete. Sogar das Geräusch, das er dabei machte, hab ich noch im Ohr. Und ich riech noch die Zitrone, mit der Großmutter so gern putzte. Alles roch immer irgendwie nach Zitrone bei ihr. Zumindest in Küche und Bad.

Noch heute denke ich sofort an sie, wenn mir Zitronenduft in die Nase steigt.

Morgentau 26.07.2017, 08.13 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Dämmerstunde

Wenn im Wald zur Dämmerstunde

der müde Tag ins Dickicht flieht,




dreh` ich meine Abendrunde,

warte heimlich, was geschieht.




Hinter einer Hügelspitze

entdecke ich im Abendlicht




ein Zwerglein mit bemooster Mütze,

und manch andren kleinen Wicht.




Es ist ein Glucksen und Frohlocken,

auch zarte Elfchen sind dabei.




Die eine tanzt in Ringelsocken,

die andre holt den Most herbei.




Dann dreh`n sie sich ganz wild im Kreise.

Ich trau mich, näher hinzugeh`n.




Doch plötzlich ist es wieder leise,

ich hab` die Wurzel nicht geseh`n.




Nun frag ich, ist`s ein Traum gewesen,

was ich hier sah, oder doch wahr?




Geblieben von den Zauberwesen

ist nur ihr langes goldnes Haar.


(C) Morgentau


Morgentau 18.07.2017, 19.19 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Das Laub an den Bäumen

singt heute ein Sommerliedchen. Freundlich dringt es durch das offene Fenster an mein Ohr.

Obwohl … so vom Wind begleitet hat es fast einen herbstlichen Akkord.

Wie dem auch sei … ich liebe es.

Ich liebe dieses sanfte Rauschen … und ich mag es, den wogenden Wellen auf den reifen Feldern zuzusehen, die das Meer zu imitieren scheinen …



Sommerwind.

Morgentau 10.07.2017, 14.59 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
wo die alten Eichen rauschen,
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich dich, Natur, belauschen.




Jeder Halm steht wie erwacht;
grüner scheint das Feld zu leben,
wenn im kühlen Tau der Nacht
warm die ersten Strahlen beben.



Wie die Fülle mich beengt!
so viel Großes! so viel Kleines!
wie es sich zusammendrängt
in ein übermächtig Eines!



Wie der Wind im Hafer surrt,
tief im Gras die Grillen klingen,
hoch im Holz die Taube gurrt,
wie die Blätter alle schwingen,




wie die Bienen taumelnd sammeln
und die Käfer lautlos schlüpfen -
oh Natur! was soll mein Stammeln,
seh ich all das dich verknüpfen:



wie es mir ins Innre dringt,
all das Große, all das Kleine,
wie's mit mir zusammenklingt
in das übermächtig Eine!

(R. F. L. Dehmel)


Morgentau 04.07.2017, 06.11 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Erneut gelesen habe ich

dass man Vögel auch im Sommer füttern soll. Der bekannte Ornithologe Prof. Dr. Peter
Berthold meint sogar, dass es unsere moralische Verpflichtung sei.
Durch die moderne Landwirtschaft und kurzgeschorene Wiesen in den Gärten sei das Nahrungsangebot für Vögel extrem geschrumpft. Wie er sagt, liegt z. B. der Rückgang bei Heuschrecken bei 90 %!!!! Das muss man sich mal vorstellen.
Die Vögel verhungern schlichtweg und bringen weniger Junge durch.

Als ich das gelesen habe, war mir wieder ganz schlecht ... :(

Es gibt Menschen, die lassen wenigstens einen Teil ihrer Wiesen ungemäht. Das ist ja schon mal ein Schritt, aber es sind noch viel zu wenige. Dafür hat es immer mehr Baustellen überall ... Freiflächen werden mehr und mehr zugebaut. Mir blutet das Herz, wenn ich diese Entwicklung verfolge.



So, und das war mein Wort zum Sonntag.

Morgentau 02.07.2017, 09.42 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Sommerabend

Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;
fern dampft der See, das hohe Röhricht schimmert
im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur;
ein blasses Wölkchen rötet sich und schimmert.

Vom Wiesengrunde naht ein Glockenton;
ein Duft von Tau entweicht der warmen Erde,
im stillen Walde steht die Dämm'rung schon,
der Hirte sammelt seine satte Herde.

Im jungen Roggen rührt sich nicht ein Halm,
die Glocke schweigt wie aus der Welt geschieden;
nur noch die Grillen geigen ihren Psalm.
So sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!

R. F. L. Dehmel


Morgentau 01.07.2017, 20.39 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Allein im See

Der kühle Wind neigt die Hälmchen auf dem Feld, die Zweige des reifenden Holunders …

Verloren geglaubte Wolken jagen über den Himmel … zwingen die Sonne zur Pause.

Gelegenheit für ein einsames, stilles Rendezvous.




Sooo schön war`s …

Morgentau 25.06.2017, 15.16 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Nun geht

mein Urlaub zu ende. So viel Angst hatte ich davor, dass noch etwas dazwischen kommt, dass jemand aus der Familie erkrankt oder man selbst gerade in der Zeit irgendwas ausbrütet oder einem passiert. Nicht selten kommt so etwas vor, leider.
Aber es ging alles gut. Ich weiß, andere würden um die paar Tägelchen gar kein großes Gewese machen, aber für mich ist jeder Tag wertvoll. Und jeder schöne Tag ist ein großes, kostbares Geschenk für mich. Das mögen andere lächerlich finden, aber ich fühle, was ich fühle. Und in mir ist so viel Dankbarkeit. Warum soll ich das unterdrücken oder mich dafür schämen, weil es andere vielleicht total überzogen finden?



Es gab auch schon andere Zeiten. Ich weiß, wie es ist, wenn man durch die Hölle geht. Und es werden auch wieder solche Zeiten kommen, das ist sicher. Aber die werde ich besser verkraften und ertragen können, denn das Gute in meinem Leben gibt mir die Kraft dazu.
Vielleicht ist es mein Schatz oder die anderen Lieben, die nicht mehr an meiner Seite sind, die jetzt von anderer Stelle aus auf mich aufpassen. Ich habe oft das Gefühl, dass es so ist. Warum also soll ich nicht an diesen Gedanken festhalten, wo er mir doch so gut tut?



Schaut mal, gestern hab ich dieses Reh entdeckt, das sich hinter dem Baumstamm zu verstecken schien. Ich blieb stehen und zückte meine Kamera. Da blickte es zu mir ...



Mehr und bessere Aufnahmen gelangen mir leider nicht, denn gleich danach ist es davon gehoppelt.
Aber diese Begegnung hat mich so glücklich gemacht. Schaut doch mal in das liebe Gesichtchen ... diese großen, dunklen Augen, so lieb, gell?



Warum soll ich nicht meinen Blog dazu nutzen, euch davon zu erzählen?
Wen solche Geschichten langweilen, der muss sie ja nicht lesen.
Mir macht es jedenfalls Spaß, das zu teilen, was mir an Wunderbarem passiert.

Morgentau 18.06.2017, 18.16 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Es ist so schön

frei zu haben, da ist alles viel lockerer und die Uhrzeit spielt keine Rolle. Ich kann aufstehen, wann ich will, mich noch mal hinlegen, wenn ich will, und mir den Tag nach meiner Fasson gestalten. Herrlich.

Und doch hat es auch ein paar weniger so schöne Seiten. Das Alleinsein lässt eben auch viel Zeit zum Nachdenken, und dann kommen halt auch die traurigen Gedanken wieder auf. Aber das bleibt nun mal nicht aus, man kann nicht alles haben. So ist das Leben.

Man muss mit der Situation klarkommen, die einem gegeben ist ... oder eben versuchen, sie zu ändern. Aber Letzteres möchte ich nicht. Alles ist gut so, wie es ist. Ein neuer Partner kommt für mich nicht infrage.
Bei der Reise fragte mich eine Mitreisende, die auch Witwe ist und über ein Institut wieder einen Partner gefunden hatte, ob ich das nicht auch versuchen mag. Aber das ist einfach keine Option für mich. Ich kann mir einen anderen als den meinen einfach nicht vorstellen ... und habe auch NULL Verlangen danach.


Morgentau 14.06.2017, 08.23 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Viele wehmütige Momente

gab es natürlich auch während meiner kleinen Reise. Wenn ich Familien sah auf ihrem Weg zum Urlaubsort oder auch Paare auf Motorrädern ... das alles hat mich an die Zeit erinnert, als mein Mann noch lebte und auch wir solche Tage erleben durften. Pärchen zu sehen, wie sie Hand in Hand den Strand entlang schlenderten oder sich glücklich in die Augen sahen ... ja, das tut schon verdammt weh.



Zu wissen, und vorallem ganz tief die Trauer zu fühlen, dass es nie wieder so einen Moment geben wird, macht die Erinnerungen an die schönen Zeiten kaum erträglich.
Aber so wird es jedem ergehen, der geliebte Menschen verloren hat oder aus anderen Gründen nur noch zusehen kann, wie glücklich andere sind. Deshalb ist es ja so wichtig, keinen schönen Moment zu versäumen, der einem vom Leben vergönnt ist.



Dankbar sein und vorallem, den Nebensächlichkeiten nicht soviel Aufmerksamkeit schenken. Welch Verschwendung das ist. Unwiederbringbares geht dadurch für immer verloren, aber auch Chancen, die man vielleicht nur einmal im Leben bekommt.

Morgentau 13.06.2017, 19.36 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL