Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Herzensangelegenheiten

Abschied

Ein Seufzen geht durch Wald und Flur,
die Zeit des leisen Sterbens
hat eingesetzt. Die Sonnenuhr
verliert die ersten Scherben.

Die Sommermelodie verstummt,
verrauschende Akkorde.
Ein letzter Ton noch in uns summt,
der Wind spricht harte Worte.

Schwermut liegt auf dem Abschiedsgang,
die Wolken tragen Trauer.
Gespenstisch klingt der Wehgesang
im schalen Regenschauer.

Mystische Strahlen, die im Wald
durch Nebelbänke dringen,
stimmen uns froh, weil wir schon bald
die neuen Lieder singen.


(C) Morgentau

Morgentau 14.09.2017, 18.22 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Spätsommermorgen

Die Nacht zieht weiter, zurück bleiben ihre Träume.
Hinter den Bergen erwacht der neue Tag.



Vogelstimmen begrüßen ihn und die Sonne,
die sich ganz zaghaft dem Berggipfel nähert.

Schon berühren ihre goldenen Ärmchen die Tannenspitzen,
während sich im Tal der Nebel allmählich davonschleicht.



Auf den Wiesen glitzert der Morgentau.
Tausende Funkelperlen
in allen Farben.

Ich bin gefangen in diesen Augenblick,
der nur mir zu gehören scheint.

(C) Morgentau


Morgentau 30.08.2017, 11.22 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Sei stark

Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich auf der Welt!
Was dir mißglückt,
Was dich bedrückt,
Wirf hinter dich aufs Totenfeld!

An Mute klein
Kann jeder sein,
Was ist denn da Besondres dran?
Das Leben ist
Voll Kampf und List –
Weh dem, der's nicht vertragen kann!

Ein armer Wicht,
Wer gleich verzicht
Und senkt sein Fähnlein in den Staub!
Du denk und dicht
Ins Morgenlicht
Und weißt du nicht wie's geht, so glaub!

Schwarzsehern traun,
Heißt Särge baun,
Sollst dorthin schaun, wo winkt ein Held.
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich trotz der Welt!


Karl Friedrich Henckell


Ach, wenn es doch so einfach wäre, werter Herr Henckell.

Morgentau 27.08.2017, 21.06 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

87 Jahre

wirst du heute, auch wenn du es nicht mehr weißt.
Deine Seele hat dich schon verlassen. Vielleicht ist sie hier bei mir.
Dann hast du bestimmt mit mir im Album geblättert und dich mit mir gefreut über unsere Erinnerungen an die schöne, gemeinsame Zeit ...



Sie bleiben unvergessen. Und eines Tages sehen wir uns wieder ...

Morgentau 22.08.2017, 14.51 | PL

Über die Alb

zu fahren, neue Wege und Blickwinkel zu entdecken, ist immer ein besonderer Genuss.

Wenn mich eins meiner Kinder zu so einer Fahrt einlädt, bin ich immer begeistert, denn es sind Glücksmomente für mich.




Besonders mag ich die kleinen Dörfer auf der Hochsträß. Dort lohnt es sich immer, Halt zu machen, den höchsten Punkt aufzusuchen und von dort die Aussicht zu genießen.




Gestern haben wir diesen hier entdeckt und sind noch ein Stück entlang des Waldes und der Felder gelaufen.




Am Ende unseres Abendspazierganges dunkelte es schon und wir konnten noch ein Weilchen die Gewitter im Voralpenland beobachten. Das ist spektakulär von so einem Aussichtspunkt. 

Leider macht meine Kamera da schlapp, aber die blaue Stunde davor, die packt sie noch.




Hinter dem Feldhügel verschwand derweil die Sonne in ihr Nachtlager …

imgrunde also die goldene Stunde! Solche Aufnahmen - oben - liebe ich.




Und ich liebe solche Abende.


Die wahre Stimmung einzufangen, ist nicht ganz leicht, aber vielleicht könnt ihr sie ein ganz klein wenig nachspüren …



Morgentau 20.08.2017, 20.33 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Für A. R.

Auf die Reise

Um Mitternacht, auf pfadlos weitem Meer,
Wann alle Lichter längst im Schiff erloschen,
Wann auch am Himmel nirgends glänzt ein Stern,
Dann glüht ein Lämpchen noch auf dem Verdeck,
Ein Docht, vor Windesungestüm verwahrt,
Und hält dem Steuermann die Nadel hell,
Die ihm untrüglich seine Richtung weist.
Ja! wenn wir's hüten, führt durch jedes Dunkel
Ein Licht uns, stille brennend in der Brust.

Ludwig Uhland

Ich denke an dich!

Morgentau 17.08.2017, 20.05 | PL

Berggeflüster

Wie frei fühl ich mich in den Bergen.
Die Menschen werden dann zu Zwergen
fernab im Tal, weit weg von hier,
nur die Gedanken sind bei mir.


Das Sorgenheft bleibt weiß und leer,
auch kommt mir niemand hinterher,
der von mir nichts Gutes will,
und keinen stört`s, dass ich so still
einfach hier den Tag genieße
  auf des Berges Blümchenwiese.

Ach, gönnt mir doch dies` kleine Glück,
dann komme ich auch gern zurück.


(C) Morgentau



Morgentau 11.08.2017, 17.29 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Das Leben ohne

all die Dinge, die ansonsten nicht wegzudenken sind, ist sicher ungewöhnlich. Aber ein paar Tage lang kann ich das so richtig genießen, ohne etwas zu vermissen.

Na ja, es war ja auch nicht schwierig, konnte ich doch die entstandenen Lücken mit wundervollen Dingen füllen und hatte auch meine Kinder bei mir … und ganz viel Natur. 

Also all das, was mich glücklich macht. 

Ein paar Tage in einer anderen Welt leben … ja, es war richtig schön.




Dabei dachte ich noch einen Tag vor unserer Abreise, dass nichts daraus würde, denn es ging mir gar nicht gut. Ich hatte ganz arge Kreislaufprobleme, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.

Daraus entstand wohl auch gleich Panik und eins kam zum anderen. Wie schnell Freude umschlagen kann, wurde mir da wieder einmal so richtig bewusst. Wie wichtig Gesundheit ist und dass sie mit nichts auf der Welt aufzuwiegen ist.




Leider befindet sich meine HÄ auch gerade im Urlaub, aber wenn sie wiederkommt, muss ich das auf jeden Fall noch abchecken lassen. Einen Termin für ein EKG habe ich eh schon, aber erst im September, das ist mir zu spät. Zumal dann auch die Zahn-OP ansteht und ich vorher abklären sollte, was da los ist in meinem Kopf, denn so richtig fit bin ich noch immer nicht. Und das macht mir schon Angst. Blöd.




Jedenfalls werde ich nun wieder schreiben, hab euch schließlich einiges zu erzählen ...

Ich hoffe, ihr seid alle gesund und munter! Fühlt euch lieb umarmt!

Ja, ich bin auch gern wieder hier ... klaro!

Morgentau 07.08.2017, 14.08 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Über 40 Jahre ist es her

dass ich zum letzten Mal in der Wohnung meiner Großmutter war. Als Kind war einem das natürlich gar nicht so bewusst, dass jener Tag, als sie starb, der letzte war, an dem ich diese Adresse aufsuchen würde. Obwohl ich auch später noch oft an dem Haus vorbeispaziert bin.


Aber selbst nach der langen Zeit denke ich so oft an meine Großmutter. Schließlich war sie ein wichtiger Teil meiner Kindheit. Schade, dass ich sie so früh verloren habe.




Als ich vergangene Nacht mal wieder nicht schlafen konnte, versuchte ich mir vorzustellen, wie es in ihrer Wohnung ausgesehen hat. Und was soll ich sagen, ich sah alles noch haargenau vor mir. Da ist nichts in Vergessenheit geraten. Selbst die Dinge, die in ihren Schränken standen, auf den Kommoden, im Bad … alles seh ich noch vor mir.




Sogar ihren alten Staubsauger seh ich noch vor mir. Wie ein Dudelsack konnte er sich aufblähen, wenn man ihn anschaltete. Sogar das Geräusch, das er dabei machte, hab ich noch im Ohr. Und ich riech noch die Zitrone, mit der Großmutter so gern putzte. Alles roch immer irgendwie nach Zitrone bei ihr. Zumindest in Küche und Bad.

Noch heute denke ich sofort an sie, wenn mir Zitronenduft in die Nase steigt.

Morgentau 26.07.2017, 08.13 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Dämmerstunde

Wenn im Wald zur Dämmerstunde

der müde Tag ins Dickicht flieht,




dreh` ich meine Abendrunde,

warte heimlich, was geschieht.




Hinter einer Hügelspitze

entdecke ich im Abendlicht




ein Zwerglein mit bemooster Mütze,

und manch andren kleinen Wicht.




Es ist ein Glucksen und Frohlocken,

auch zarte Elfchen sind dabei.




Die eine tanzt in Ringelsocken,

die andre holt den Most herbei.




Dann dreh`n sie sich ganz wild im Kreise.

Ich trau mich, näher hinzugeh`n.




Doch plötzlich ist es wieder leise,

ich hab` die Wurzel nicht geseh`n.




Nun frag ich, ist`s ein Traum gewesen,

was ich hier sah, oder doch wahr?




Geblieben von den Zauberwesen

ist nur ihr langes goldnes Haar.


(C) Morgentau


Morgentau 18.07.2017, 19.19 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL