Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Herzensangelegenheiten

Das Leben

ist so schön … so schwer … so anstrengend. Vollgepackt mit Gefühlen. So voll, dass ich oftmals nicht zum Luftholen komme. Ich kann halt nur ganz oder gar nicht. Freud wie Leid empfinde ich extrem. Ihr wisst das ja schon.

Mein Herz wünschte sich auch manchmal, mein Gehirn würde weniger intensiv wahrnehmen und nicht alle Signale, die es empfängt, in dieser Stromstärke weiterleiten. Mal ein Weilchen ganz normal schlagen, das wäre einfach entspannender und bestimmt auch gesünder. Seufz.




Es geht nicht.

Dass ich mich noch einmal so sehr verlieben könnte, hätte ich auch nicht für möglich gehalten.

Aber mein Herz brennt für den kleinen jungen Mann, das ist unglaublich.

Er ist aber auch ein Sonnenschein. Ob er lacht, brabbelt oder motzt, ich kann nicht genug davon bekommen.

Unglaublich, wie schnell sich so ein Menschlein entwickelt. Bei den eigenen Kindern hab ich das glaub gar nicht so wahrgenommen.

Nun isst er schon Brei und kann das Köpfchen halten. Er ist an allem interessiert.


Interessiert bin ich auch, aber manchmal sind es zu viele der Nachrichten, die man zu verkraften hat. Das ist sehr anstrengend. Dann wünschte ich mir diese fünf Tage in Tirol zurück … ohne jegliche Informationsquelle … einfach nur Natur pur und alles andere außen vor. Das tat so gut.



Aber all die Katastrophen auf der Welt … eine jagt die nächste und immer gibt es Bilder und Meinungen, das ist oft einfach zu viel. Aber die Augen davor verschließen, geht halt auch nicht so leicht.


Kein Wunder, dass der Kopf keine Ruhe gibt. Fast jeden Tag plagt er mich und Tabletten helfen nur eine kurze Zeit. Dazu dieser permanente Nebel hier. Und doch gab und gibt es auch ein paar schöne Stunden zwischendurch. Die konnte ich aufsammeln. Für die bin ich sehr dankbar.




Ach ja … jetzt hätte ich es bald vergessen, euch zu erzählen, wie es im Kino war.

Also der Film ist ein MUSS für alle Queen-Fans. Die Musik (in Dolby-Atmos) war wie erwartet grandios, die Story bewegend und die Darsteller überzeugend. Vor allem der Darsteller von Freddie … echt genial. Es hat sich wirklich gelohnt, diesen Film auf der großen Leinwand zu sehen … und natürlich auch wegen dieser unvergleichlichen Musik.




Diese Stunden, in denen die Welt noch in Ordnung ist … drinnen wie draußen, die geben mir immer wieder Kraft.




Nur mit dem Bloggen, das klappt derzeit irgendwie nicht mehr. Ich finde einfach nicht die Ruhe und Motivation, die ich dazu brauche. Ihr wisst … ganz oder gar nicht.

So wird es wohl auch weiterhin ruhig bleiben bzw. werden meine Einträge nicht mehr so regelmäßig zu finden sein. Aber vielleicht (bestimmt) geht diese Phase doch irgendwann zu Ende.




Heute werde ich den Garten sozusagen winterfest machen, denn die Kälte klopft an. Obwohl ich vorerst keinen großen Unterschied bemerken werde. Durch den Nebel war es hier schon die ganze Zeit recht frisch. Aber bald soll es auch Frost und vielleicht sogar Schnee geben.




Im Advent ist die Taufe von unserem kleinen Brabbler. Darauf freue ich mich schon. Die kleine Dorfkirche wird dezent dekoriert sein mit Kerzen und Tannengrün … das wird sicher sehr berührend und mein Herz wird wieder im Hals schlagen.




Ich melde mich wieder und werde berichten. Es wird nur wieder ein Weilchen dauern.

Vielleicht konnte ich euch ja mit diesem Eintrag ein wenig (ver)trösten.


Habt eine schöne Zeit bis zum nächsten Mal und bleibt gesund!



Morgentau 14.11.2018, 10.43 | (20/0) Kommentare (RSS) | PL

Erinnerungen

Wenn ich die alten Fotos von meinen Eltern anschaue und die Menschen darauf sehe, die damals zu uns/mir bzw. zu meinem/unserem Leben gehörten, dann wird mir ganz eigenartig im Bauch.

Ein ganz anderes Leben war das damals ... meine Kindheit und Jugend. So viele Verwandte und Bekannte, die so viele Jahre aus meinem Gedächtnis gelöscht waren. Einige kenne ich nicht mal mehr. Viele andere sehr wohl. Cousin Richard, Cousine Margit, Onkel Helmut, Tante Hanni, Großmutters Freundin, die Schulfreundinnen meiner Mutter, die Kollegen von Vater, deren Kinder … und so viele mehr.

Die meisten davon habe ich irgendwann nie wieder gesehen. Viele sind gestorben, einige weit weggezogen ... und irgendwann bin ich selbst ja auch weit weggezogen, so dass auch die letzten Verbindungen mehr und mehr einschliefen. Zumal ich selbst eine „Großfamilie“ gegründet habe mit vier Kindern, da hatte ich genug zu tun. Ein neues Leben … die Jahre vergingen.


Doch wenn ich die Bilder sehe, werden sofort Erinnerungen wach. Fast 50 Jahre sind es nun schon her, als meine Großeltern starben. Alle innerhalb von ein paar Jahren.

Und doch kenne ich noch jeden Winkel in ihren damaligen Wohnungen. Ich weiß noch, wo welcher Schrank stand, was sie darin aufbewahrten und dass das Putzmittel nach Zitrone roch, weshalb ich Zitronenduft seither mit meiner Oma verbinde. Sogar die Soße vom Weihnachtsbraten liegt mir quasi noch auf der Zunge.


Ich könnte die Stadt beschreiben … den Weg zu meinen Großeltern … die Läden, an denen ich dabei vorbei laufen musste. Teilweise sogar, was in den Auslagen lag. 

Wie oft hab ich mir die Nase an den Fensterscheiben platt gedrückt, wenn die kleinen 

"Trompeter-Bücher" und gar andere interessante Dinge zum Kauf angeboten wurden. 

Wie schön dann der vorfreudige, hoffnungsvolle Gedanke, 

vielleicht etwas davon auf dem weihnachtlichen Gabentisch zu finden.


Und dieser Garten mit seinen Kirsch- und Apfelbäumen, die kleine marode Holzlaube, die Johannisbeersträucher und Zwiebelbeete. Großmutters ganzes Glück.

Der kleine Holzbaukasten, den ich so liebte, die Bücher, in denen ich so gern blätterte, das alte Radio mit seinem kratzigen Empfang (ich hör es heute noch … „Man müsste nochmal 20 sein“ hieß eine Sendung) … den Parfümflakon mit Zerstäuber auf der Schlafzimmerkommode mit Spiegel … und und und. Selbst an Gespräche kann ich mich erinnern. Das spielende Kind, das immer auch ein Ohr bei den Erwachsenen hatte. Schon damals konnte ich nicht filtern.

Alles ist hängen geblieben. Für sehr sehr vieles bin ich von Herzen dankbar.


Ach ja, was soll ich sagen ... ich könnte hier ewig so weitermachen. Muss an der Jahreszeit liegen.

Morgentau 23.10.2018, 18.24 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Törichte Träume

Was verfolgt ihr mich, ihr Träume,
will ja gar nichts von euch wissen,
schleicht euch ein in meine Kammer
und versteckt euch in den Kissen. –

Laßt mich endlich doch zufrieden,
fort ins Reich der Nachtgespenster;
in ein Flortuch sank mein Leben,
klopft kein Schatz an Tür und Fenster.

Und doch pocht und klopft es immer:
lachen möcht ich – und ich weine.
Lügenträume! Bin ja morgens
beim Erwachen doch alleine.


Else Galen-Gube



Morgentau 16.10.2018, 20.55 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Heute Morgen

fand ich eine Nachricht von einem lieben Menschen, dass es ihm nicht so gut geht … 

und ich weiß, wenn er so etwas schreibt, dann ist es wirklich schlecht um ihn bestellt.

Ich weiß auch, es gibt da einige, die ich kenne und sehr mag, denen es ähnlich geht. 

Das tut mir von ganzem Herzen leid. Deshalb gilt mein Morgengruß ganz besonders euch, die ihr gerade eine schwere Wegstrecke zu durchschreiten habt. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei euch!

Euch allen wünsche ich von ganzem ganzem Herzen alles Gute, auf dass es euch bald besser gehen möge!!!

Falls ein Wunder nötig sein sollte, so möge auch dieses geschehen … 

glaubt daran, alles wird gut!




Für alle da draußen … kommt gut in die neue Woche!

Morgentau 15.10.2018, 07.15 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Die freundliche Seite des Herbstes

durften wir an diesem Wochenende genießen. Er verwöhnte uns mit einem charmanten Lächeln, das niemanden unbeeindruckt gelassen haben dürfte.

Dieses Licht … diese Farben … diese wunderbare Luft. Das war ein absoluter Traum … ein Traum, der verzauberte und alle Sorgen mit dem Morgennebel auflösen ließ. Zumindest für diesen wundervollen Moment.




Ich werde es ihm nicht übel nehmen, dem Herbst, sollte er sich dabei ein wenig übernommen haben und in der zweiten Oktoberhälfte schwächeln. Ich habe meine Tanks aufgefüllt und bin gestärkt für das leise Sterben da draußen. Auch das gehört zu seinen Aufgaben, … so will ich mir Mühe geben, das zu akzeptieren.




Er hat jetzt jedenfalls was gut bei mir. Ich kann nur Danke sagen für dieses Geschenk!




Wunderbar, wie die Strahlen der Morgensonne über den abgeernteten Acker gleiten. Der Nebel scheint sie überall hinzutragen. Wie ich diese Stimmung liebe.




Überall begegneten einem die Erntemaschinen und Traktoren, die ihre letzten Ernten einfuhren. Alle waren gut drauf, die Fahrer grüßten freundlich und winkten mir zu im Vorbeifahren.




Ansonsten mal wieder keine Menschen weit und breit. Herrlich, so allein auf weiter Flur.



Nein, ganz allein war ich natürlich nicht. Mein Sohn war wieder dabei, denn auch er wollte diese Pracht einfangen. Das Objektiv, das er im Frühjahr getestet hatte, hat er sich nun gekauft. Es hat den Vorteil, dass er jede Art von Motiv damit aufnehmen kann und die Objektive nicht ständig wechseln muss, wie bisher. Für solche spontanen Fotoausflüge genau das Richtige. Dafür verkauft er ein anderes, das noch wie neu ist, aber nicht mehr genutzt wird. Das wird einen anderen freuen … :-)




Für mich ist es ein großes Glück, dass wir das gleiche Hobby haben, wie einst mein Vater, der auch mich schon als Kind damit infizierte.

Morgentau 14.10.2018, 18.21 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Müde und erschöpft

bin ich heute. Mal wieder zu intensiv gefühlt am Wochenende. Noch in der Nacht zum Montag wollte mein Herz nicht nachlassen mit dem auffälligen Geklopfe da drinnen in meiner Brust.

Ich konnte es richtig spüren. Es klopfte so verrückt, dass ich mehrmals durchschnaufen musste, damit es sich ein wenig einkriegte. Das wird nie anders, ich kann nur so. Ob Freude, Trauer oder Angst – da ist dieses Feuer in mir.




So konnte ich wieder einmal keinen Schlaf finden. Dementsprechend knülle bin ich jetzt. Vielleicht ist auch der Nebel mit schuld, der sich heute einfach nicht auflösen will.

Es ist wesentlich kühler als angekündigt, weil es sie Sonne nicht schafft, den gräulichen Herbstgeist zu vertreiben. Heute scheint es ihm zu gefallen, breitflächig über der Donau zu schweben und das Licht von uns fernzuhalten.




Dafür hatten wir ein ganz wunderbares Wochenende mit vielen schönen, herbstbunten Stunden.

Ach, da ging mir das Herz auf. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie sehr. Die Natur vermag es immer wieder, mich alles andere vergessen zu lassen.

Der Schlag meines Herzens begleitete jeden meiner Schritte. Die führten mich durch Täler, Höhen und einen geheimnisvollen Tobel. Wir merkten gar nicht, wie die Zeit vergeht, und ich hätte sie am liebsten angehalten.




Und heute erscheint mir alles wie ein Traum. Warum nur ist das so? Ich habe so intensiv gefühlt, habe aufmerksam auch die kleinen Dinge am Wegesrand beachtet und bewundert, und mich so sehr an all diesen wunderbaren Details um mich herum erfreut, und doch scheint alles schon wieder so weit entfernt und meine Sehnsucht unstillbar zu sein.

Morgentau 08.10.2018, 17.56 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Danke

für eure lieben, mitfühlenden Worte. Ich werde noch darauf antworten.

Alle, die schon in gleicher Lage waren, wissen sicher, wovon ich rede.

Es sind ja nicht nur die Erinnerungen an schöne Zeiten … Stunden, Momente.

Da sind auch so viele Gedanken und Gefühle, wenn man all diese Dinge sieht, die so viele Jahre zum Leben eines Menschen gehörten. Teilweise fast ein Leben lang.


Tagebücher, Briefe, Notizen … und die vielen vielen Fotoalben und Filme. Gelebtes Leben.

Dinge, von denen man sich nicht trennen konnte oder wollte, weil sie dazugehörten, weil sie ein Teil von einem selbst waren eine Zeit lang. Bücher, die gelesen wurden. Lieblingsbücher aus der Kindheit. Getragener Schmuck, alte Kalender mit Notizen … kleine Andenken an Reisen, Geschenke von den Lieben … Teller, von denen 1000e mal gegessen wurde … Töpfe, in denen so oft leckere Dinge zubereitet wurden. Ach, so so vieles mehr … ich mag das nicht noch mehr verinnerlichen.


Ich weiß, ich bin einfach zu nachdenklich. Zu viele Filme laufen da durch meine Seele, das ist schon ein wenig verrückt. Ich bin verrückt, ich weiß. Aber ich kann nicht dagegen an. Sie sind halt da, diese Bilder im Kopf … die Gefühle im Herzen.

Selbst wenn ich an das kleine Vogelhaus am Fenster denke, bricht es mir schier das Herz.

Puh.


Aber so ist es nun mal. Irgendwann ist wieder ein Kapitel abgeschlossen. Das passiert jeden Tag … jede Minute irgendwo auf der Welt. Lebenskreise schließen sich … zurück bleiben viele Spuren. Ein Teil wird bewahrt, der Rest geht den gleichen Weg, wie der Mensch, dem sie gehörten.

Dafür schlägt irgendwer ein neues Kapitel auf … ein neues Buch, das noch voller weißer Seiten ist und nur darauf wartet, beschrieben zu werden.

Morgentau 01.10.2018, 16.42 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Glücklich

der Mensch, der Bäume liebt, besonders die großen, freien, die wild wachsen, 
und die unabhängig geblieben sind von der Fürsorge der Menschen. 
Alles Lebendige reagiert auf Sympathie und Antipathie. 
Glücklich, wer eine lebendig starke und ernste Liebe zu den wilden Bäumen 
und Vögeln und Tieren faßt.

Prentice Mulford


Morgentau 24.09.2018, 19.43 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Post aus Grönland


Welch Freude! Danke, liebe Martina! Viele liebe Grüße aus der Heimat!!!!
(Nächste Woche wieder an die 30 Grad hier!)

Morgentau 15.09.2018, 12.07 | PL

Einsam sein

Am Waldrand grasen die Rehe,
Nun fliehn sie flink dahin,
Weil ich vorübergehe –
Sie wissen nicht, wer ich bin.

Daß ich nicht kam, zu jagen
Des Waldes scheues Getier,
Nicht, Schrecken und Tod zu tragen
Ins grüne Weidrevier;

Daß ich weltabgeschieden
Wie sie, glückseliger wär;
Daß ich wie sie, nur Frieden
Freiheit und Ruhe begehr;

Und daß auch mir im Grünen
Kein Fleckchen übrig bleibt,
Aus dem nicht mich, gleich ihnen,
Ein Menschengesicht vertreibt.

A. de Nora


Morgentau 13.09.2018, 18.11 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL