Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Herzensangelegenheiten

Ich muss zugeben,

dass mir ein paar gewohnte Rituale schon abgehen, auf die wir in dieser Zeit verzichten müssen. Erst glaubte ich, dass es mir nichts ausmachen würde, aber je näher die Weihnachtszeit rückt, um so stärker spüre ich den Sehnsuchtsschmerz in meinem Herzen.




Seit mein Mann gestorben war, begann eh ein neues Zeitalter für mich, wozu auch die Zeit vor Weihnachten gehörte. Die Kinder wurden groß … die Zeit eilte dahin. Aber ich kam ganz gut zurecht, denn es entstanden neue Traditionen, auf die ich mich freuen konnte.




Aber dieses Jahr ist wieder alles anders, ganz anders. Nicht, dass ich der große Weihnachtsmarktgänger wäre, dafür ist mir dort meist zu viel Trubel. Aber ich liebe die kleinen Märkte in kleinen Altstädten oder auf Dörfern, in Klöstern oder kleinen Burgen.




Solche, die den Mittelalterweihnachtsmärkten nachempfunden sind und wo es überwiegend nur Dinge gibt, die in Handarbeit gefertigt sind. Zumal ich selbst mit Fingerfertigkeit nicht gerade gesegnet bin.

Da, wo es heimelig ist und mich alles an früher erinnert. Ich bin nun mal eine Träumerin und mag das Gefühl so sehr.




Auf Schloss Kronburg kaufte ich in den vergangenen zwei Jahren meinen Adventskranz. Sie lagen und hingen dort aus und man sah ihnen einfach an, mit wie viel Liebe sie gefertigt waren. Meinen letzten habe ich aufgehoben, so kann ich mich noch einmal an ihm erfreuen. Ich glaube, ich muss nicht einmal das Grün austauschen, denn er sieht noch gut aus. Es sei denn, es bröselt vor sich hin.




Große Feiern und Treffen hingegen vermisse ich nicht, da das noch nie mein Ding war und ich mich meistens nur gefügt habe, um niemanden zu enttäuschen. Den Lärm von vielen Menschen ertrage ich nicht. Auch verstehe ich oft gar nichts … bekomme meistens Kopfweh, und die Zeiten sind auch vorbei, als man sich darauf freute, endlich mal wieder etwas Köstliches essen zu können. Das kann man heute jeden Tag, wenn man möchte.




Und doch … viele von den schönen alljährlichen Gepflogenheiten um die Weihnachtszeit herum, die vermisse ich jetzt schon. Vor allem auch die Wärme im Herzen, das ständig kalt angehaucht wird, wie im Märchen von der Schneekönigin.

Aber auch die Zeit geht vorüber und sicher wird uns wieder etwas einfallen, womit wir diese besondere Stimmung in unser Heim und Herz zaubern können. Ganz bestimmt ...

Hauptsache, wir bleiben gesund!




Adventswarten


Es ist das ganze Leben
Für den, der Jesus kennt,
ein stetes, stilles Warten
auf seligen Advent.

Er kommt, heißt unser Glaube,
er kommt, heißt unser Trost,
wir hoffen in der Stille
und wenn das Wetter tost.

Wir schauen auf im Kampfe,
wir seufzen oft im Dienst:
Ach, daß du kämst, Herr Jesu,
ach, daß du bald erschienst!


Hedwig von Redern




Ob nun auf Herrn Jesu, wen oder was auch immer … ja, es ist ein stetes Warten.

Und jetzt freue ich mich auf die Vorweihnachtszeit … allen Unkenrufen zum Trotz.

Morgentau 17.11.2020, 00.00 | (13/13) Kommentare (RSS) | PL

Danke

Ja, danke möchte ich sagen für all das Schöne und Gute, das es gibt auf der Welt. So sehr das Düstere, Kranke … ja schier Unfassbare dagegen drückt und alles versucht, die wunderbaren Gaben aus unserem Blickwinkel zu schieben, … es darf ihnen nicht gelingen!




Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich will nicht daran zerbrechen. Das dürfen wir nicht zulassen. Es scheint ohnehin, als würden alle Werte, alles Schöne mehr und mehr daran kaputt gehen. Immer wieder will ich mir selbst vorwerfen, dass ich zu schwarz sehe, aber leider passieren zu viele schlimme Dinge, die diesen Eindruck eher noch festigen.




Es stimmt, man darf die Augen nicht verschließen, aber wenn wir davon krank werden, ist niemandem geholfen. Das macht Angst und zerstört unsere Seele … und unsere Sinne, die uns das Leben vor allem auch für die schönen Dinge geschenkt hat. Die Natur, Kunst und Kultur und so vieles mehr. Ich will und kann nicht darauf verzichten. Das wäre kein Leben mehr.




Abschalten … Zeit dafür nehmen, bis es wieder in unsere Seele vordringen kann, so dass wir es wie einst genießen können. Bewusst wahrnehmen ... und einmal nicht von trüben Gedanken und Gefühlen stören lassen. Das muss uns gelingen!




Dankbar sein für das Gute im Leben. Es wertschätzen und wieder mehr beachten.




Auch euch möchte ich wieder einmal danken für eure lieben Besuche, auch für die stillen. Es gibt so viel Wertvolles für unser Leben, das wir uns nicht nehmen lassen dürfen.




Manchmal fällt es wahrlich schwer, an dem festzuhalten, was uns ein Leben lang der Motor war. Was uns immer wieder Hoffnung schenkte und überzeugte, dass wir auf dem richtigen Weg sind.



Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass es einmal ganz anders kommt. Ach, so viel gäbe es dazu noch zu sagen, aber ich will es dabei belassen. 

Ihr wisst nur zu gut, was ich meine.




Und weil euch die herbstliche Waldstimmung und mein kleines Gedicht gefallen haben, habe ich euch heute noch einmal ein paar Aufnahmen mitgebracht.


Dazu das schöne Gedicht von Nikolaus Lenau …


Herbst


Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör' ich Kunde wehen,
dass alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.




Ist es nicht wunderbar? Ich mag es sehr. Ja, hoffen wir, dass alles nur ein Tauschen ist und auch das Gute, Zuversichtliche immer wiederkommt.

Morgentau 07.11.2020, 00.00 | (12/12) Kommentare (RSS) | PL

So lange warte ich nun schon

auf ein paar schöne goldene Oktobertage, aber dieses Jahr ist wohl wirklich komplett alles anders.




So habe ich leider auch keine aktuellen Fotos für euch.




Aber vom Sommer sind noch einige übrig geblieben, die ich eigentlich auch ausgewählt hatte. Die Zeit vergeht nur immer so schnell, dass ich dann nicht dazu komme, sie würdig mit ein paar Zeilen zu präsentieren. 

Und inzwischen haben wir schon Herbst.




Aber gut, wenn der dieses Jahr auch nicht will, dann lass ich halt den Sommer nochmal aufleben …

und beginne mit diesen Fotos aus Tirol.




Beschrieben hatte ich ja bereits alles … so lasse ich dieses Mal nur die Bilder sprechen. 

Man muss halt manchmal etwas genauer hinschauen, wenn man ihre Sprache verstehen will. Aber wer sich wirklich dafür interessiert, dem gelingt das locker.




Mir geht es oft so, wenn ich mich im Wald oder irgendwo in der Natur aufhalte, dass es von allen Seiten auf mich einflüstert oder -plappert. Jeder hat mir was zu erzählen … ringsherum ein Geflüster, Gekicher oder auch mal Gejammer.




Ich liebe den Wind in den Bäumen … das Geächze der knorrigen alten Äste … leises Summen in den Wiesen, das Knistern in den reifen Feldern … murmelnde Bächlein, raschelndes Laub unter meinen Füßen ... und so unendlich vieles mehr.




Man sieht auch, wo sich bestimmte Pflanzen und Bäume wohlfühlen … wo es ihnen nicht so gut geht … oder wo sie zu kämpfen haben, weil plötzlich ein riesiger Fels auf ihrem Weg liegt …




Ich werde nie müde, all diese Dinge zu entdecken, denn ich liebe sie.




Gern will ich ansonsten genügsam sein, wenn ich nur für den Rest meines Lebens diese Freude auch weiterhin spüren, fühlen … ja, erleben darf.




Sie gibt mir immer wieder Kraft und tröstet mich, wenn ich traurig bin oder Kummer habe. Sie schenkt mir Hoffnung, wenn ich sie mehr und mehr zu verlieren scheine. Ja, es ist so … und ich hoffe so sehr, dass es für immer so bleibt!




Das musste ich mal wieder loswerden, weil es mir so sehr am Herzen liegt.




Vielleicht warten ja doch noch ein paar goldene Tage auf uns … das wäre schön, nicht wahr?

Morgentau 10.10.2020, 20.07 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Irgendwie

ist mein Leben wie eine Achterbahnfahrt. Doch, wenn ich so zurückdenke, könnte man es so umschreiben. Eigentlich normal, werdet ihr sagen, denn Höhen und Tiefen gehören nun mal dazu. Das stimmt, und doch empfinde ich es womöglich etwas tiefer und beständiger.




So vieles, das ich erleben und empfinden durfte, erscheint mir als großes Glück, schenkte es mir doch extreme Freude, die auch nach vielen Jahren nichts an Intensität verloren hat. Denke ich daran zurück, spüre ich es wieder in mir, all dieses wunderbare Empfinden, für das ich so unbeschreiblich dankbar bin.




Erinnerungen ...




Allein, dass ich es hier so oft erwähne, beweist es doch. Sonst gäbe es diesen Blog vermutlich gar nicht. Über etwas Belangloses zu schreiben, macht auf Dauer keinen Spaß. Weder mir noch sonst jemanden. Talente habe ich keine und über ernste Themen diskutiere ich lieber an anderer Stelle.




Aber auch wenn nicht jeder den Dingen etwas abgewinnen kann, über die ich schreibe, so gibt es zumindest ein paar, die wohl ähnlich wie ich ticken. Das freut mich so und macht das Bloggen auch nach so vielen Jahren zu einer schönen Beschäftigung.




Am liebsten schreibe ich natürlich über die Begegnungen in der Natur. Sie gehören zu meinem Leben und trösteten mich bisher über alles hinweg, das mir Kummer und Leid brachte. Natürlich nicht nur das, aber es war und ist schon ein gewichtiger Teil.




So außergewöhnlich und unersetzlich manches in meinem Leben war, um dessen Verlust ich noch immer tiefe Trauer empfinde, so gab und gibt es immer auch wieder diese großen und kleinen Wunder, die meine Seele streicheln und wieder aufbauen.




Wenn also mein Achterbahnwagen mal wieder ganz unten ist, dann hoffe ich, dass die Ketten stark genug sind, mich wieder nach oben zu ziehen … und alles ist gut.



Morgentau 24.07.2020, 07.44 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Die Zeit vergeht

so schnell, schon sind wir mitten im Sommer. Dieses Jahr ist alles ein wenig anders und doch versuchen wir, Normalität zu wahren. Am besten gelingt mir das an Orten, die weit entfernt zu liegen scheinen von all den „Problemzonen“ dieser Welt. (Lassen wir diese harmlose Beschreibung an dieser Stelle mal so stehen.)




Ich erzähle eh viel viel lieber von diesen eigenen kleinen Welten … meinen Refugien, zu denen ich so gern flüchte. Wie auch an jenem Tag am Rottachsee, von dem ich euch heute einen Eindruck vermitteln möchte.




Es gibt da so einen wunderbaren Wanderweg, der um den See herum führt. Je nachdem, in welche Richtung man läuft, geht es zuerst ein Stück am Ufer entlang … oder aber man wählt die Richtung, die oberhalb des Sees beginnt, wie wir es gemacht haben.




Ich mag diesen Blick aus der Ferne auf den See. Der Weg führt an grünen Wiesen und Viehweiden vorbei … durch kleine Wäldchen mit vielen lieblichen Impressionen.




Der Weg am Seeufer gibt aber auch viele wunderbare Ausblicke frei. Hier lohnte es sich, zu verweilen und die Seele baumeln zu lassen.




Das dachte wohl auch diese Graugans …




Vielleicht beobachtete sie ja auch die Stehpaddler, die gemeinsam mit ihren Hunden durch den See schipperten …




So setzten wir uns auch auf eine nahe dem Seeufer gelegene Bank und lauschten den sanften Geräuschen, die uns die Natur schenkte. Das Plätschern der kleinen Wellen, wenn sie ans Ufer schwappten … das Summen der Bienen … das Rascheln des Schilfrohrs … und dem lustigen Froschgequake.



***



***




Plötzlich tauchte ein Füchslein am Uferrand auf. Uns blieb schier das Herz stehen. Vor allem, als es sich anstellte (wie damals der Hase), den kleinen Weg Richtung Bank (also zu uns) zu nehmen.




Wir saßen wie erstarrt und harrten der Dinge. Dieses Mal hatte ich die Kamera schussbereit. Aber das Füchslein war so flink, dass ich nur „drauflos knipsen“ konnte …




Beim letzten Foto hatte es mich entdeckt. Aber da hatte ich es schon „im Kasten“ … grade so noch erwischt …




Dann rannte es natürlich ganz schnell davon. So ein schönes Fell … die Augen … ach, ich war so begeistert und glücklich über diese Begegnung.




Am Ende des Weges waren wir uns einig, dass dies nicht unser letzter Besuch dort war.



Morgentau 08.07.2020, 06.30 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

So ganz ohne

kann ich halt auch im Sommer nicht. Es gibt ja nicht nur heiße Tage, außerdem kann es morgens und abends besonders schön sein. Manchmal lohnt es sich deshalb, die Sommerblogpause zu unterbrechen.

Ich kann das einfach nicht für mich behalten. Kommt, begleitet mich ...




Es ist kein Geheimnis mehr, dass ich solche Sommerabende liebe, wenn das Licht die Landschaft besonders sanft streichelt und die Felder golden wirken, wenn Wiesen und Bäume endlich zur Ruhe kommen und die Schäfchen am Himmel vor Freude ihr Abendtänzchen aufführen. Ich liebe es, ihnen dabei zuzusehen ...




In solchen Augenblicken komme auch ich zur Ruhe, genieße diese Idylle und wünsche mir von Herzen, dass es für immer so bleiben möge. Dass uns solche friedlichen Abende, die unbebauten und unbelagerten Landschaften erhalten bleiben … diese kleinen Oasen zwischen der stetig wachsenden Vereinnahmung durch die Menschen.




Die Ortschaften werden immer größer … Wiesen, Felder und Wälder schrumpfen mehr und mehr zusammen. Die Tiere haben kaum mehr Raum. Alte Häuser werden abgerissen, dabei fanden viele kleine Tiere dort ihren Unterschlupf.




Man bemüht sich, bei den Neubauten Grün anzupflanzen, aber immer schön überschaubar und vor allem pflegeleicht, damit ja kein falsches Pflänzlein wächst … oder ein Hälmchen zu hoch wird.

Und so viele aus Kindertagen sucht man vergeblich.




Leichter regt man sich über einen einzigen wilden Garten auf, als über die vielen lebensfeindlichen, die gar nichts mehr mit Garten zu tun haben. Es sieht halt so schön ordentlich und aufgeräumt aus …



Ganz gleich, auf wessen Kosten das geschieht. Ich finde das so traurig. Keine Brennnesseln, keine wilden Laubhäufchen … keine alten Schuppen mit Schlupflöchern oder noch so kleine wilde Ecken ... so vieles darf nicht mehr natürlich wachsen. 




Noch gibt es diese alten Häuschen, aber es werden immer weniger … und es soll künftig schneller gehen mit dem Abriss, damit schneller wieder neu gebaut werden kann.

Wege der Erinnerung gibt es nicht mehr ... sie sind verschwunden.




Natürlich sind das alles nur meine eigenen Empfindungen. Der eine oder andere wird sicher sagen, ich hätte ja keine Ahnung etc. … sehe alles zu naiv. Mag sein, aber in meiner Brust schlägt ein Herz und im Kopf habe ich zwei Augen (ganz zu schweigen von den Ohren, aber da wäre ich schon wieder bei einer anderen Geschichte, die mir auf der Seele brennt …) … und die empfinden das nun mal so und sind voller Sorge.




Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, aber nun floss es so aus meinen Fingern …




Das nächste Mal nehme ich euch mit an den Rottachsee und wir lassen mal richtig die Seele baumeln, gell?


Morgentau 28.06.2020, 19.15 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Zwei Tage am Stück

hat es bei uns geregnet. Schöner sanfter Landregen, der für wunderbar frische Luft gesorgt hat. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich kann viel besser atmen und auch meine Nase ist frei. Das genieße ich sehr.




Ansonsten warte ich geduldig ab, bis auch der letzte himmlische Wasserspeicher leer ist … und sich die nächsten noch etwas Zeit damit lassen, unsere Landschaft damit zu beglücken. Irgendwann wird es soweit sein, da habe ich keine Sorge. Im Moment freut es mich für die Natur.




Unser Tigerle scheint sich nachts wieder auf Jagd nach obdachlosen Mäusen zu begeben, deren Quartier überschwemmt wurde und die mangels Notunterkunft in der nächtlichen Wiese umherirren.




Ich vermute das jedenfalls, was sonst hält ihn so lange da draußen und dass er es in Kauf nimmt, nach Stunden wie eine Bisamratte vor der Haustür zu stehen. Eigentlich liebt er eher die Wärme und kuschelt sich gern ein. Aber die Fresssucht scheint noch ausgeprägter zu sein. Ich hoffe, ich tu ihm jetzt nicht Unrecht, vielleicht wäre er ja gern so ein Wasserläufer geworden … keine Ahnung.




Vermutlich war das vorerst unsere letzte große Wanderung, von der ich euch heute ein paar Fotos zeige. Sie ging durch ein langes Tal … dann peu a peu wieder auf die Hochebene, vorbei an und durch kleine Ortschaften und führte uns schließlich wieder hinunter, um durch das schöne Glastal zurück an unseren Ausgangspunkt zu gelangen.




Von dort habe ich schon öfter berichtet, aber es ist immer wieder einen Auflug wert.




Aber nun geht die Wanderzeit langsam zu Ende. Nicht nur wegen des momentanen Regens … das wäre gar nicht sooo schlimm, im Gegenteil. Aber weil der Sommer vor der Tür steht. Dann wird es mir nämlich zum Wandern zu warm, außerdem stürzen sich winzige Wesen auf mich, weil sie scharf auf mein Blut sind.




Sie könnten durchaus was abhaben, bin da nicht geizig, aber die Natur wollte es wohl nicht so, warum sonst jucken diese kaum sichtbaren Zapfstellen wie verrückt … und oft lange Zeit? Nein, das muss ich nicht haben … also warten wir, was uns der Sommer bringt. Schließlich dürfte er ohnehin außergewöhnlich werden.




Der kleine G. wird nun schon zwei Jahre alt. Ja, unglaublich ist das. Unglaublich auch, wie er sich entwickelt, wie schnell diese kleinen Zwerge lernen und wie wissbegierig sie sind. Schön finde ich auch, miterleben zu können, wie sich ihre Wesenszüge herauskristallisieren (puh, was für ein Wort) … ach, es ist einfach eine schöne Zeit. 

So süß, aber manchmal auch etwas sauer …


Foto gelöscht!


Es kann also sein, dass es ein Weilchen dauert, bis ich mich hier wieder melde. Ich kann es noch nicht sagen … wünsche euch aber heute schon einen schönen, unbeschwerten Sommer ohne unliebsame Überraschungen! Passt auf euch auf und lasst es euch gut gehen!

Bis bald … eure Morgentau :)



Morgentau 17.06.2020, 15.08 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Ach, wie werde ich

diese Feiertage vermissen. Ich hab das Fenster weit geöffnet und an mein Ohr dringen nur die Stimmchen der Vögel mit ihren lieblichen Gesängen. Ansonsten himmlische Ruhe. Ab und an ruft ein Kuckuck. Wen er wohl alles meint mit seinen Rufen? Manchmal ruft er nur ein paar mal … andermal will er gar nicht aufhören. Aber niemand weiß, wie viele Jahre ihm noch vergönnt sind, vermutlich auch der Kuckuck nicht.




Der viele Regen hat der Landschaft gut getan. Das frische Grün überall konnte sich nun voll entfalten und wird dieses Jahr etwas robuster sein und nicht so schnell verdorren, hoffe ich. Das freut mich so sehr. Die Frösche quaken auch irgendwie lustiger und impulsiver. Da herrscht nun kein Gedränge mehr.




Für die kommenden Tage wurden Hitze und Unwetter vorhergesagt. Hoffentlich kommt es nicht ganz so schlimm und bleibt für alle ohne Schäden. Vielleicht kommt auch alles ganz anders … es wird eh von Ort zu Ort verschieden sein. Lassen wir uns überraschen.




Heute habe ich euch Fotos von einem Weiher mitgebracht. Wir haben ihn rein zufällig entdeckt, obwohl er ganz in der Nähe liegt. Man glaubt immer, man kenne schon alles um einen herum, aber da ist noch so vieles, was entdeckt werden will.




Es ist auch besser, wenn nicht alle Orte und Plätze in jedem Wanderführer zu finden sind. Dank Internet ist das ohnehin so schlimm geworden, weil plötzlich all die beliebten Ausflugsziele total überrannt werden. Am schlimmsten ist, dass sie alles zuparken, selbst vor Wiesen und Felder schrecken sie nicht zurück … und sie hinterlassen Müllberge. Ich finde das so so schrecklich.




Nur für ein Selfie, das eh niemanden mehr beeindruckt, weil es so viele davon gibt. Überhaupt, was beeindruckt die Menschen heute noch wirklich? Obwohl die Natur voll von kleinen Wundern ist. Aber dafür fehlt vielen das Augenmerk. Schade.




Warum verlangt man für die Natur keinen Eintritt? Ich wäre gleich bereit, eine Jahresgebühr zu zahlen … ;-) Ich weiß, dass das nicht geht, aber mir blutet das Herz, wenn ich an solche Orte im Wald komme, die total zugemüllt sind. Aber überall entstehen neue Grill- und Vergnügungsplätze … da muss man sich nicht wundern.




Wie schön war es an dem Abend an diesem Weiher. So still … mitten im Wald … weit und breit keine Möglichkeit zum Parken … kein Lokal in der Nähe … nur Natur.

Pssst … ich verrate nicht, wo das ist … ;-)

Morgentau 11.06.2020, 10.11 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Hase und Igel

Eine gar märchenhafte Geschichte mag ich euch heute erzählen. Eigentlich sind es zwei, denn Hase und Igel sind sich dabei gar nicht begegnet.


Von meinen Igelchen im Garten hatte ich ja bereits berichtet. Jeden Abend zwischen halb und um 9 kommen sie aus ihrem Versteck, um in meiner Wiese nach Fressbarem zu suchen.

Zur Ernährungsunterstützung hatte ich ihnen die getrockneten Mehlwürmchen gekauft … und auch die Wiese lasse ich wachsen.


So lange es noch hell ist, beobachte ich sie nun immer, wie sie sich offensichtlich mit igelischer Genüsslichkeit über das geschenkte Mahl hermachen.

Mittlerweile sind es sogar drei Igel … einer davon muss der Großvater sein, denn er hat ein ziemlich helles Stachelkleid.

Ein anderer nimmt gern in einem der von mir bereitgestellten Wasserschälchen ein Bad. 

So etwas habe ich noch nie gesehen. Wenn er damit fertig ist, befindet sich kein einziger Wassertropfen mehr in der Schale.


Leider ist es zum Fotografieren zu dunkel und die Igelchen sind auch viel zu scheu, wenn ich mich ihnen nähere. Nur ein einziges Mal ist es mir gelungen, ihnen auf den Pelz … ähm die Stachel zu rücken. Dabei ist dieses Foto entstanden …




Ich glaube, das war der Jüngste, der nicht schnell genug Reißaus nehmen konnte und sich deshalb einrollte. Keine Angst, ich habe mich ganz schnell wieder weggeschlichen.


Eine andere tierische Begegnung hatten wir dieser Tage. Mitten im Wald sahen wir etwas von uns entfernt ein Reh mit ihrem Kitz. Das Kleine war noch so winzig, sicher war es noch nicht lange auf der Welt. Es sprang ganz übermütig herum und fiel dabei auch mal hin, stand aber gleich wieder auf und machte munter weiter.


Wir hielten inne, blieben ganz still und beobachteten die Beiden eine Weile. Es war so schön anzuschauen, da ging einem das Herz auf. Wir wussten, wenn sie uns entdecken würden, wäre dieser schöne Augenblick vorbei.

Doch plötzlich kam da noch wer angehoppelt … ein Hase. Wir konnten nicht ausmachen, ob sich die drei kurz unterhalten haben, jedenfalls hoppelte er schnell weiter … und zwar genau in unsere Richtung.


Wir blieben weiterhin wie angewurzelt stehen, auf dass er uns ja nicht bemerken würde. Wir konnten ihn allerdings für eine Weile nicht sehen, weil vor uns ein Hügel war und er dahinter nicht zu sehen war.

Wir hielten den Atem an und harrten der Dinge, die da vielleicht (auf uns zu) kommen würden.


Und tatsächlich … plötzlich tauchte er auf dem kleinen Hügel auf und hoppelte direkt auf uns zu. Erst, als er ca. zwei Meter vor uns stand, blieb er plötzlich stehen und schien zu überlegen. Vielleicht wunderte er sich über die komischen Bäume mitten auf dem Weg … keine Ahnung.


Mein Sohn hatte seine Kamera schon schussbereit. Und so gelang ihm dieses Foto …




bevor der Mümmelmann schnell das Weite suchte.


Hier noch einen Ausschnitt, damit ihr ihn besser sehen könnt ... 



Dieses Erlebnis hat mich durch den Tag getragen. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie schön das war.

Was heißt war ... es freut mich noch immer!

Morgentau 01.06.2020, 16.34 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Die letzte Maiwoche

Nein, auch dieses Jahr konnte ich sie nicht festhalten. Vielleicht auch besser so, denn dieses Jahr ist alles anders.




Sorgenfreies Genießen des immer so lang ersehnten, geliebten Frühlings, das war uns dieses Jahr leider nicht vergönnt.




Und doch habe ich auch dieses Mal versucht, das Beste daraus zu machen. Die Natur bemühte sich schließlich sehr, mir/uns dabei zu helfen. Wenn es jemandem gelingt, Sorgen und Schmerz für eine Weile zu verdrängen, dann ist es diese wunderbare Jahreszeit.




Nun geht der Mai auch schon wieder seinem Ende entgegen und ich bin ein wenig traurig darüber. Wie viele Maien werde ich noch genießen dürfen? Ich kann nicht umhin, mich das immer wieder zu fragen.




Keiner weiß es … und ich will es auch gar nicht wissen. Aber es mahnt mich stets, mir die Sorgen nicht so sehr zu Herzen zu nehmen, so lange es diesen wunderbaren Ausgleich gibt.




Aber wer hat schon seine Gedanken unter Kontrolle? Oder gar seine Gefühle … sie sind da und das ist ja auch gut so. Dankbar für das Schöne sein … das andere akzeptieren. Es gehört dazu, ich weiß.




Zu den schönsten Momenten des Mai gehörte die Wanderung vom Hopfen- zum Forggensee und zurück.




Wir sind die Strecke schon einmal gelaufen, aber dieses Mal sind wir am damaligen Ziel los marschiert und die Tour quasi rückwärts gegangen.




Ich fand das sogar schöner, denn sie war weniger anstrengend. Vielleicht hatte ich auch einen guten Tag erwischt oder das Wetter war günstig. Manchmal ist der Grund so simpel.




Die Sonne zeigte sich immer nur kurz zwischendurch, aber als wir an unserem Ziel, dem Hopfensee ankamen, hatten sich alle Wolken verzogen …




Bleibt gesund, genießt die letzten Maitage und habt schöne Pfingsten!



Morgentau 27.05.2020, 00.00 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL