Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Hochsensibel

Gegen halb Vier

oder etwas eher hat mich ein Donner geweckt, aber es blieb bei dem einzigen. Gefolgt von wunderschönem sanften Nachtregen … immer wieder eine Freude. Wäre da nicht diese Anspannung in mir, die noch immer nicht ganz verschwunden ist.

Ich hab beschlossen, auch heute nochmal später zu fahren. Ich denke, dass viele die anderen Tage mit dem Rad gefahren sind, aber da heute noch mehr Regen und Gewitter gemeldet sind, werden die wieder aufs Auto umsteigen. Aber morgen versuch ich die alte Zeit …


Dass mich manche Menschen so schnell verunsichern oder ängstigen können. In dem Fall geht es um ein technisches Problem, das mal wieder eine komplizierte Reparatur zur Folge hätte. Ich sag nur … altes Haus. Das hört nie auf. Was ich deshalb schon gelitten habe …

Unruhe, wie ich sie so gar nicht gut ertrage, wie ihr wisst. Aber es gibt keine Alternative, also werde ich auch weiterhin damit leben müssen, bis …

Nee, genug jetzt, alles gut. Meine Kinder fanden das total normal … gar nicht schlimm … kein Grund, die Nerven zu verlieren. Und sie haben recht, denn solche Dinge gehören zum Leben.

Aber wenn mich schon sowas aus der Bahn wirft, wie wird das erst sein, wenn es mal um ganz andere, viel schwerwiegendere, persönliche Dinge geht? Familie … Gesundheit … etc. …

Bei solchen Vorfällen nimmt allgemein meine Angst wieder zu. Gleich muss ich an alle möglichen Situationen denken, die eintreten könnten ... mannomann, bin ich blöd.


Ich muss mich beruhigen. Noch immer hab ich dieses Stechen in der Brust. Das muss aufhören.

Ablenken. Doof … doof … doof. Aber so sind halt die extremen Gefühle … ich fühle alles mehrfach als andere. Bei mir laufen schon die Tränen, wenn ich ein Tierchen beobachten kann. In der Natur berührt mich vieles so intensiv, dass ich manchmal Schnappatmung bekomme … lach, das kann ich gar niemandem erzählen, die halten mich alle für bekloppt.




Hihi … über diese Kuh musste ich auch so sehr lachen. Die wollte unbedingt das Gras außerhalb ihrer Weide. Die dachte sich wohl, dass es besonders gut schmecken muss.

Hab sie ein Weilchen beobachtet … sie ließ nicht nach von ihrem Ansinnen. Ich vermute, dass die Einzäunung nicht unter Strom stand … haha.

Morgentau 13.09.2018, 07.33 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Panik

Da war sie wieder, aufgetaucht aus dem Nichts. Ich hab wieder gemerkt, dass mein Körper verrückt spielt, wenn etwas Unvorhergesehenes, Bedrohliches passiert.

Was passiert ist?

Ich hab euch doch erzählt, dass um uns Unwetter oft einen Bogen machen … und viele Gewitter vorbeiziehen. Oder aber, es trifft nur uns. Und so war es heute morgen.

Gerechnet hatte ich nicht damit, denn Gewitter waren allenfalls für den Nachmittag angekündigt, aber als es immer dunkler wurde und zu donnern begann, zog ich gleich die Stecker.

Noch ahnte ich nichts Böses, als ein greller Blitz und gleichzeitig Donner wie ein Kanonenschlag bei uns einschlug. Ich spürte, das muss ganz in der Nähe gewesen sein … vielleicht sogar im Garten. Gleich darauf folgte ein zweiter von gleicher Stärke. Ich zitterte am ganzen Körper, bekam Herzrasen, Gribbeln und schwindlig wurde mir auch. Allein davon ging es mir noch beschissener … ich steigerte mich in Panik.


Mein einziges Glück war, dass das Gewitter schnell aufgab und keine Einschläge mehr kamen. So konnte ich mich schnell wieder beruhigen … puh.

Inzwischen konnte ich auch auf den Karten nachschauen, die im Moment keine Gefahr mehr erkennen lassen. Gottseidank. Aber weitere Gewitter sind vorhergesagt für die nächsten Tage.

Hoffentlich geht alles gut.

Eigentlich hab ich keine Angst vor Gewittern, mag sogar die Stimmung oder den zu erwartenden Regen, der die Erde aufatmen lässt, also diese sanften Wolkengewitter, die sich mehr oder weniger im Himmel abspielen und uns nicht mit ihren elektrischen Stacheln kitzeln und stechen. Aber diese fiesen Gewitter, die zerstören wollen, vor denen hab ich echt Angst. Vor allem, wenn sie mir zu nahe kommen …

Morgentau 07.08.2018, 09.33 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Eigentlich

ist es wie bei Migräne. Sofern man nicht gerade ein schmerzverzerrtes Gesicht hat oder scheintot aussieht, ist es immer schwierig, es anderen glaubhaft zu machen, wie viele Schmerzen man hat und dass man sich einfach nur grottenschlecht fühlt.

Mein Leben lang hatte ich damit Probleme, es anderen zu sagen, weil ich immer das Gefühl hatte, man glaubt mir ja eh nicht, hält mich für ein Weichei oder dass ich nur nach einer Ausrede suche, um mich vor irgendwas zu drücken oder was auch immer.

Nur bei Leidensgefährten habe ich das Gefühl, sie wissen, wovon ich rede. Die finden auch immer die richtigen Worte, um zu trösten oder zu helfen. Ist ja auch schwierig, etwas nachzuvollziehen, was man nicht nachfühlen oder sehen kann.


Und genau so geht es mir mit der Hochsensibilität. Man kann es einfach keinem wirklich erklären, der nicht selbst damit zu tun hat. Ich hab immer das Gefühl, die meisten Menschen denken, ich mache einen Scherz, wenn ich sage, dass ich es bin. Viele lachen sogar. Sie meinen es nicht böse oder ignorant, nein, sie glauben es einfach nicht, können es sich eben nicht vorstellen. Man sieht es mir ja nicht an. Außerdem bemühe ich mich ja auch, mich anzupassen und nicht zugeknöpft zu wirken. Wo ich mich wohlfühle, geht das auch ganz gut, hab ich auch keine Probleme.


Aber es gibt auch Menschen, die kennen mich plötzlich nicht mehr, weil sie es persönlich nehmen und denken, ich will nur nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Warum glaubt jeder, dass ich das erfinde?

Was ist so schwer daran, zu akzeptieren, wenn jemand introvertiert ist und es ruhiger mag, ja, ruhiger braucht und viele Menschen, Lärm, Enge etc. einfach nicht erträgt? Warum fällt das manchen Menschen so schwer?

Es ist ja nicht so, dass ich jeglichen Kontakt ablehne, ich mag halt nur den kleinen Kreis und bei größeren Geschichten klinke ich mich halt aus. Es geht doch auch ohne mich, deswegen bin ich doch keine dumme Kuh, oder doch? Okay, wer es so sieht, der wird eh nie Verständnis für mich haben, also was soll`s ...

Morgentau 16.07.2018, 19.57 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Nach der Arbeit

bin ich eine Haltestelle weiter gefahren … zum Suma und hab noch ein paar Dinge für das Wochenende eingekauft. Was halt noch in meinem Rucksack Platz hatte. Dann schnell nach Hause.

Jetzt hab ich keine außerhäusigen Termine mehr und kann mir meine Zeit einteilen, wie ich mag. Schon der Gedanke ist sooo entspannend und schön.

Die Sachen in den Schränken verstaut, dem Tigerle seine Lieblingsfutter gegeben, in die Wohlfühlklamotten geschlüpft … und nun ganz viel Zeit für dies und das … wunderbar.




Da fang ich doch gleich mal an und erzähle euch von gestern Abend.

Da hatten wir nämlich von der Firma aus das jährliche Sommerfest.

Obwohl es ganz nett war, bin ich nicht lange geblieben. Für mich ist es immer eine Überwindung, dorthin zu gehen, schließlich sind wir ein ganz schönes Grüppchen … ca. 150 Leute, vermutlich eher mehr … dazu Musik, die jedoch dank schlechter Akustik in dem Hof, in dem wir immer feiern, auf mich total heftig wirkt. Ich weiß nicht, ob das an meinen Ohren liegt oder weil ich HS bin.

Unterhaltungen strengen mich dann so sehr an, die Hälfte versteh ich meistens nicht. So bin ich gezwungen, nachzufragen. Doch selbst wenn ich mein Ohr näher an den Mund meines Nebensitzers halte, werden seine Worte mit all den Nebengeräuschen vermischt. Wie machen das andere, können die das ausblenden?




Andere HS gehen gar nicht zu solchen Events, nehme ich an. Oder es gibt außer mir keine.

Jedenfalls haben andere offenbar kein Problem damit, sich lautstark zu unterhalten, während ringsherum der Geräuschpegel mehr und mehr steigt.

Ich hab alles versucht, es lockerer zu nehmen, mich nicht schon aus Angst vor der Situation zu verkrampfen und womöglich irgendwelche innerkopfigen Muskeln anzuspannen, aber es ändert sich nichts. Dabei gibt es weitaus „schlimmere“ Open-Air-Veranstaltungen, wo die Musik noch viel viel lauter spielt und wesentlich mehr Menschen teilnehmen. Es geht einfach nicht.

Aber da ich meine Kollegen sehr mag und sie sich freuen, wenn ich dabei bin, beiß ich in den sauren Apfel und halte ein Weilchen durch. In den Musikpausen ist es ja auch meistens echt nett, aber die sind halt zu kurz.

Jedenfalls fühle ich mich hinterher immer richtig gut, aber auch befreit … lach.




Die Fotos in diesem Eintrag sind von der Cinque Terre, die wir vor nunmehr fünf Jahren für drei Tage besucht haben. Eine wunderbare Gegend, aber für mein Empfinden zu überlaufen für einen längeren Aufenthalt. Aber es war echt schön, dass ich diese Gegend kennenlernen durfte.


Draußen wird es langsam ruhiger. Sicher schauen einige Fußball, das merkt man.

Die letzten Wolken haben sich verzogen … das Wochenende steht vor der Tür.

Ich wünsch euch einen schönen Freitagabend!

Morgentau 06.07.2018, 18.18 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Es tut schon gut

mal nichts zu tun und vom Nichtstun auszuruhn. Einfach so durch den Tag bummeln, den Gedanken nachgehen und ansonsten den lieben Gott einen frommen Mann sein lassen.

Raum und Zeit haben für viel Fantasie und daraus geborene Gefühle.

Ja, das funktioniert bei mir, schon immer. Schon als Kind konnte ich das, liebte ich es, meine Gedanken spazieren gehen zu lassen, Gefühle aus mir zu holen, die sonst im Verborgenen schlummerten oder keine Gelegenheit bekamen, zur Oberfläche zu gelangen.




Schon immer war es mir wichtig, Zeit dafür zu finden. Raum und Ruhe. Von daher sicher auch meine Sehnsucht und Liebe zur Natur, zu einsamen Plätzen. Dort, wo mich nichts und niemand stört, gelang und gelingt mir das am besten. Wäre ich Schriftsteller oder Maler, ich müsste an so einem einsamen Ort leben, um all meine Gedanken und Gefühle in Worte oder Bilder umwandeln zu können. Da das nicht geht, fotografiere und blogge ich …

Morgentau 29.05.2018, 16.02 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

In einem alten Haus

hat es so manch marode Stelle. Ohne ins Detail gehen zu wollen … es knarrt und quietsch hier, bröckelt und schwächelt da, und so manches, über viele viele Jahre zuverlässige Teil gibt eines Tages ganz den Geist auf. Oft erlebt … meistens erst mal konsterniert reagiert und dann nach Lösungswegen gesucht.


Für mich ist es deshalb auch immer ein Schock, wenn plötzlich der Strom ausfällt. Vor allem tagsüber, wenn eigentlich kein ersichtlicher Grund besteht. Bei einem Gewitter kommt es ja schon mal vor, … und geschieht es nachts und es ist ringsherum dunkel, liegt die Ursache klar auf der Hand bzw. meistens in der Überlandleitung. Es dauert oft auch nicht lange, und der Strom ist wieder da.

Aber wie gesagt, passiert sowas tagsüber, fährt es mir erst einmal in sämtliche Glieder und mein erster Gedanke ist, ob irgendwas im Haus dafür verantwortlich ist. Der zweite … Schitt, wenn das länger dauert … mein Gefrierschrank ist voll … verkraftet das mein Rechner … geht jetzt die Heizung kaputt? Hilfeeeee.

Frau Morgentau, die Panikerin, in Aktion.


Heute war es mal wieder soweit. Der Strom fällt aus … mir wird schlecht. Zum Glück fiel mir ein, ich könnte schnell mal rüber in den kleinen Laden laufen, die müssten auf haben.

Gemacht – getan … da kam mir schon ein Mann entgegen … „Nichts geht mehr – alles tot!“

Puh, welch ein Glück, dachte ich … naja, nicht wegen der Sache selbst, aber der Gedanke „ich bin nicht allein – nicht verantwortlich … und kann davon ausgehen, dass alles getan wird, dass es bald wieder läuft, ließ die Anspannung von mir abfallen … pffff.


Ca. eine Stunde hat es gedauert … der Sonntagsbraten ist gerettet! :-)

Morgentau 16.05.2018, 14.23 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Abends

ist die Verbindung ganz schlecht. Meistens flieg ich aus dem Netz und fahr den Rechner dann runter. Trotzdem hab ich den Termin gecancelt. Ich hab im Moment einfach keinen Nerv für Umbaumaßnahmen in der Wohnung … fremde Menschen … Aufregung.

So lange ich überhaupt hier sein kann, passe ich mich den neuen Umständen an.

Darin bin ich sowieso Meister. Im Verzichten und Improvisieren. Erst, wenn gar nichts mehr geht, werde ich wirklich aktiv. Dann möchte ich aber, dass es gleich passiert.

Dumm, ich weiß, aber ich kann nicht aus meiner Haut. Wenn sich Aufregung irgendwie vermeiden lässt, dann schalte ich den Verstand aus und gebe meinen Gefühlen nach.

Derzeit mag ich einfach nicht, dass mich solche Dinge belasten. Zu wertvoll sind die guten Gefühle, die ich gerade in mir fühle. Zu kostbar. Zu selten. Das kann und will ich nicht gefährden.

Vermutlich kann das keiner verstehen, aber das erwarte ich auch nicht.

Der Frühling … die Natur … ein kleines Geheimnis, all die schönen Gedanken und Gefühle,

die lass ich mir nicht kaputt machen. Der nächste Hammer kommt in aller Regel früh genug.

Termin gestrichen … aufatmen!

Morgentau 02.05.2018, 18.38 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Empfindsam

Es ist unglaublich, wie empfindsame Seelen einander verstehen, ohne viel zu reden.
Ein entschlüpftes Wort, eine nachdenkliche Miene, eine undeutliche, zusammenhanglose Bemerkung, ein halbes Bedauern, eine Andeutung, der Tonfall, der Gang, der Blick, die Aufmerksamkeit, das Schweigen - all dies entdeckt sie einander.

Denis Diderot


Morgentau 24.01.2018, 19.53 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Warum

meint man immer, Gefühle verbergen zu müssen? Über alles mögliche unterhalten sich die Menschen, oft über Belanglosigkeiten oder auch endlos über Themen, die zwar wichtig sind, aber im grunde doch nur oberflächlich berühren, was das Leben an sich ausmacht. Gefühle machen uns Menschen aus, dafür haben wir sie mitbekommen. Warum also fällt es uns so schwer, darüber zu reden? Warum schämen wir uns regelrecht davor, zuzugeben, dass wir tiefe Gefühle besitzen? Warum sagen wir nicht, was uns schmerzt, tief berührt? Warum hab ich das Gefühl, für dumm und realitätsfremd gehalten zu werden, wenn ich z. B. auf Arbeit erzählen würde, wie glücklich mich ein Vögelchen gemacht hat auf meinem Weg zur Haltestelle? Warum spüre ich dann sofort die vermeintlichen Gedanken der Kollegen „… die ist nicht mehr richtig im Kopf“, obwohl sie das natürlich nie sagen würden … und vielleicht nicht einmal denken. Aber ich, ich denke, dass es so ist. Warum nur? Warum fühle ich mich dann schrullig … und Gefahr zu laufen, belächelt zu werden?

Warum haben wir Angst vor den Reaktionen der anderen, wenn wir zugeben, dass wir leiden, weil uns geliebte Menschen fehlen, uns jemand verletzt hat, Situationen schwer belasten … oder was immer uns ganz tief da unten in der Seele bewegt? Warum ist das so ein Tabu, wo es doch den Menschen ausmacht?


Ist es nicht schlimm, dass man sich Hilfe suchen muss, weil man mit Gefühlen nicht klar kommt? Was ist denn krank an intensiven Gefühlen, die vom Herzen ausgehen? Haben denn nicht vielmehr die Hilfe nötig, die diese Gefühle nicht nachvollziehen und damit nicht umgehen können? Ist wirklich alles so toll, wo man meint, hier geht das Leben seinen „geordneten Gang“?

Jeder fragt, wie es auf Arbeit läuft, was die Schule macht oder ob der Hausbau vorangeht … Sport, Politik und Gesundheit, ja, das sind Themen, über die man spricht, mit mehr oder weniger echtem Interesse. Geht es um tiefe Gefühle, blockt man hingegen ziemlich schnell ab, wird unsicher oder ist einfach überfordert damit.


Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschen lassen sich deshalb in das Mühlrad einspannen und treten es kräftig, damit es sich immer weiter dreht und für Gefühle keine Lücke bleibt, mit aufzuspringen und die Geschwindigkeit auch mal zu drosseln.

Dass es sich dreht … dass es immer weitergeht und das Gefühl vermittelt wird, da ist alles intakt, weil im Fluss … nur das scheint zu zählen. Muss es so sein, damit sich die Räder weiterdrehen? Aber muss das so schnell sein? Hat denn nicht Beides Platz … Entwicklung und Gefühl?


Sind die Gefühle bei vielen Menschen gar nicht verschüttet, sondern wirklich nicht in dem Maß vorhanden, damit es keinen Stillstand gibt? Ist es vielleicht so?

Ich finde es traurig, dass so wenig über Gefühle gesprochen wird …

Aber vielleicht stimmt das alles auch gar nicht so und ich meine es nur, eben weil ich zu sehr fühle und nachdenke …

Schon gut.


Übrigens: Wie ich auf das Thema komme?

Vorhin kam ein kleiner Butterstollen aus dem Erzgebirge … im Karton mit einem winterlichen Motiv. Eine schneebedeckte idyllische Landschaft zwischen Tannen und einem Kirchlein …

Sofort spürte ich eine intensive Sehnsucht nach Vergangenheit, Kindheit, Geborgenheit, Stille …

tausend Gedanken und Gefühle … und mir kullerten die Tränen. Ist das extrem? Also ich finde nicht.

Morgentau 14.11.2017, 18.25 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

In der dunklen Zeit

wiegen kleine und große Sorgen noch viel schwerer als sonst. Auch deshalb graut es mich davor. Irgendwie scheinen Lösungen - bei Tageslicht besehen - greifbarer.

So gern ich die Stille der Nacht mag, so fürchte ich mich vor ihr. Denn dann schlägt das Grübelmonster wieder zu. Es liebt die Dunkelheit und Stille, da kann es munter vor sich hingrübeln in meinem Kopf, dieser Quälgeist.



Wohl dem, der damit kein Problem hat. Ich denke ohnehin viel zu viel nach. Ständig kreiselt es in meinem Kopf, an manchen Tagen ganz besonders. Ich reagiere halt auch schnell übertrieben, viel zu heftig, sofort sticht es dann in meinem Herzen ... schrecklich. 

Ich weiß, Ratschläge gibt es viele, damit klarzukommen. Und ich bemühe mich ja auch, wirklich.

Morgentau 25.10.2017, 08.41 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL