Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Ingrid
Bonne nuit :-)
12.4.2018-20:32
Ingrid
Hab ein schönes Wochenende!
Alles Liebe - Ingrid
17.3.2018-11:35

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Hochsensibel

In einem alten Haus

hat es so manch marode Stelle. Ohne ins Detail gehen zu wollen … es knarrt und quietsch hier, bröckelt und schwächelt da, und so manches, über viele viele Jahre zuverlässige Teil gibt eines Tages ganz den Geist auf. Oft erlebt … meistens erst mal konsterniert reagiert und dann nach Lösungswegen gesucht.


Für mich ist es deshalb auch immer ein Schock, wenn plötzlich der Strom ausfällt. Vor allem tagsüber, wenn eigentlich kein ersichtlicher Grund besteht. Bei einem Gewitter kommt es ja schon mal vor, … und geschieht es nachts und es ist ringsherum dunkel, liegt die Ursache klar auf der Hand bzw. meistens in der Überlandleitung. Es dauert oft auch nicht lange, und der Strom ist wieder da.

Aber wie gesagt, passiert sowas tagsüber, fährt es mir erst einmal in sämtliche Glieder und mein erster Gedanke ist, ob irgendwas im Haus dafür verantwortlich ist. Der zweite … Schitt, wenn das länger dauert … mein Gefrierschrank ist voll … verkraftet das mein Rechner … geht jetzt die Heizung kaputt? Hilfeeeee.

Frau Morgentau, die Panikerin, in Aktion.


Heute war es mal wieder soweit. Der Strom fällt aus … mir wird schlecht. Zum Glück fiel mir ein, ich könnte schnell mal rüber in den kleinen Laden laufen, die müssten auf haben.

Gemacht – getan … da kam mir schon ein Mann entgegen … „Nichts geht mehr – alles tot!“

Puh, welch ein Glück, dachte ich … naja, nicht wegen der Sache selbst, aber der Gedanke „ich bin nicht allein – nicht verantwortlich … und kann davon ausgehen, dass alles getan wird, dass es bald wieder läuft, ließ die Anspannung von mir abfallen … pffff.


Ca. eine Stunde hat es gedauert … der Sonntagsbraten ist gerettet! :-)

Morgentau 16.05.2018, 14.23 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Abends

ist die Verbindung ganz schlecht. Meistens flieg ich aus dem Netz und fahr den Rechner dann runter. Trotzdem hab ich den Termin gecancelt. Ich hab im Moment einfach keinen Nerv für Umbaumaßnahmen in der Wohnung … fremde Menschen … Aufregung.

So lange ich überhaupt hier sein kann, passe ich mich den neuen Umständen an.

Darin bin ich sowieso Meister. Im Verzichten und Improvisieren. Erst, wenn gar nichts mehr geht, werde ich wirklich aktiv. Dann möchte ich aber, dass es gleich passiert.

Dumm, ich weiß, aber ich kann nicht aus meiner Haut. Wenn sich Aufregung irgendwie vermeiden lässt, dann schalte ich den Verstand aus und gebe meinen Gefühlen nach.

Derzeit mag ich einfach nicht, dass mich solche Dinge belasten. Zu wertvoll sind die guten Gefühle, die ich gerade in mir fühle. Zu kostbar. Zu selten. Das kann und will ich nicht gefährden.

Vermutlich kann das keiner verstehen, aber das erwarte ich auch nicht.

Der Frühling … die Natur … ein kleines Geheimnis, all die schönen Gedanken und Gefühle,

die lass ich mir nicht kaputt machen. Der nächste Hammer kommt in aller Regel früh genug.

Termin gestrichen … aufatmen!

Morgentau 02.05.2018, 18.38 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Empfindsam

Es ist unglaublich, wie empfindsame Seelen einander verstehen, ohne viel zu reden.
Ein entschlüpftes Wort, eine nachdenkliche Miene, eine undeutliche, zusammenhanglose Bemerkung, ein halbes Bedauern, eine Andeutung, der Tonfall, der Gang, der Blick, die Aufmerksamkeit, das Schweigen - all dies entdeckt sie einander.

Denis Diderot


Morgentau 24.01.2018, 19.53 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Warum

meint man immer, Gefühle verbergen zu müssen? Über alles mögliche unterhalten sich die Menschen, oft über Belanglosigkeiten oder auch endlos über Themen, die zwar wichtig sind, aber im grunde doch nur oberflächlich berühren, was das Leben an sich ausmacht. Gefühle machen uns Menschen aus, dafür haben wir sie mitbekommen. Warum also fällt es uns so schwer, darüber zu reden? Warum schämen wir uns regelrecht davor, zuzugeben, dass wir tiefe Gefühle besitzen? Warum sagen wir nicht, was uns schmerzt, tief berührt? Warum hab ich das Gefühl, für dumm und realitätsfremd gehalten zu werden, wenn ich z. B. auf Arbeit erzählen würde, wie glücklich mich ein Vögelchen gemacht hat auf meinem Weg zur Haltestelle? Warum spüre ich dann sofort die vermeintlichen Gedanken der Kollegen „… die ist nicht mehr richtig im Kopf“, obwohl sie das natürlich nie sagen würden … und vielleicht nicht einmal denken. Aber ich, ich denke, dass es so ist. Warum nur? Warum fühle ich mich dann schrullig … und Gefahr zu laufen, belächelt zu werden?

Warum haben wir Angst vor den Reaktionen der anderen, wenn wir zugeben, dass wir leiden, weil uns geliebte Menschen fehlen, uns jemand verletzt hat, Situationen schwer belasten … oder was immer uns ganz tief da unten in der Seele bewegt? Warum ist das so ein Tabu, wo es doch den Menschen ausmacht?


Ist es nicht schlimm, dass man sich Hilfe suchen muss, weil man mit Gefühlen nicht klar kommt? Was ist denn krank an intensiven Gefühlen, die vom Herzen ausgehen? Haben denn nicht vielmehr die Hilfe nötig, die diese Gefühle nicht nachvollziehen und damit nicht umgehen können? Ist wirklich alles so toll, wo man meint, hier geht das Leben seinen „geordneten Gang“?

Jeder fragt, wie es auf Arbeit läuft, was die Schule macht oder ob der Hausbau vorangeht … Sport, Politik und Gesundheit, ja, das sind Themen, über die man spricht, mit mehr oder weniger echtem Interesse. Geht es um tiefe Gefühle, blockt man hingegen ziemlich schnell ab, wird unsicher oder ist einfach überfordert damit.


Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschen lassen sich deshalb in das Mühlrad einspannen und treten es kräftig, damit es sich immer weiter dreht und für Gefühle keine Lücke bleibt, mit aufzuspringen und die Geschwindigkeit auch mal zu drosseln.

Dass es sich dreht … dass es immer weitergeht und das Gefühl vermittelt wird, da ist alles intakt, weil im Fluss … nur das scheint zu zählen. Muss es so sein, damit sich die Räder weiterdrehen? Aber muss das so schnell sein? Hat denn nicht Beides Platz … Entwicklung und Gefühl?


Sind die Gefühle bei vielen Menschen gar nicht verschüttet, sondern wirklich nicht in dem Maß vorhanden, damit es keinen Stillstand gibt? Ist es vielleicht so?

Ich finde es traurig, dass so wenig über Gefühle gesprochen wird …

Aber vielleicht stimmt das alles auch gar nicht so und ich meine es nur, eben weil ich zu sehr fühle und nachdenke …

Schon gut.


Übrigens: Wie ich auf das Thema komme?

Vorhin kam ein kleiner Butterstollen aus dem Erzgebirge … im Karton mit einem winterlichen Motiv. Eine schneebedeckte idyllische Landschaft zwischen Tannen und einem Kirchlein …

Sofort spürte ich eine intensive Sehnsucht nach Vergangenheit, Kindheit, Geborgenheit, Stille …

tausend Gedanken und Gefühle … und mir kullerten die Tränen. Ist das extrem? Also ich finde nicht.

Morgentau 14.11.2017, 18.25 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

In der dunklen Zeit

wiegen kleine und große Sorgen noch viel schwerer als sonst. Auch deshalb graut es mich davor. Irgendwie scheinen Lösungen - bei Tageslicht besehen - greifbarer.

So gern ich die Stille der Nacht mag, so fürchte ich mich vor ihr. Denn dann schlägt das Grübelmonster wieder zu. Es liebt die Dunkelheit und Stille, da kann es munter vor sich hingrübeln in meinem Kopf, dieser Quälgeist.



Wohl dem, der damit kein Problem hat. Ich denke ohnehin viel zu viel nach. Ständig kreiselt es in meinem Kopf, an manchen Tagen ganz besonders. Ich reagiere halt auch schnell übertrieben, viel zu heftig, sofort sticht es dann in meinem Herzen ... schrecklich. 

Ich weiß, Ratschläge gibt es viele, damit klarzukommen. Und ich bemühe mich ja auch, wirklich.

Morgentau 25.10.2017, 08.41 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Ich muss

hier noch ein paar Gedanken loswerden, um wieder runterzukommen.

Das Rausschreiben hilft mir vielleicht.

Vor ca. einer Stunde landete direkt neben unserem Haus der Rettungshubschrauber, gleich gefolgt vom Rettungswagen. Für mich war das total heftig, und doch war ich froh, dass ich zuhause war und die Fenster schließen konnte, als ich sah, dass der Hubschrauber direkt auf unser Haus zusteuerte. So nah ist er noch nie gelandet. Das ist ganz schön laut so in der Nähe und auch beängstigend. Wie froh ich war, dass das Tigerle drin war …

Und trotzdem schlägt mein Herz immer noch wie verrückt. Mich hat das total aufgewühlt, zumal es sich um einen Nachbarn handelte, den sie wieder mitgenommen haben. Wie oft schon.

Mehr kann ich an dieser Stelle nicht dazu sagen …

ich muss nur endlich zur Ruhe kommen, mir sticht und schlägt mein Herz selbst schon wie verrückt, manno.

Muss der Sonntag denn so enden? 

Morgentau 27.08.2017, 19.45 | PL

Abschotten

… das Kabel zur Außenwelt durchtrennen … den Stecker ziehen …

Was soll ich sonst machen, wenn ich überleben will … wenn ich LEBEN will?

Zu viele Informationen, die mich schockieren, belasten, quälen,

die mir den Schlaf rauben, Herz und Seele verwunden.


Abstand

nehmen, so oft es geht. Die Welt suchen, die hinter der gewaltigen Mauer versteckt liegt und zu verblassen droht. Sie ist noch da. Ich will sie mir nicht zerstören lassen.


Musik hören z. B. … grad eben das hier … so schön, gell?



Rot vor Zorn? Der Himmel gestern Abend. Manchmal ist mir so ...

Morgentau 19.08.2017, 14.55 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Im Hängegarten

von Neufra konnte ich heute meine Seele baumeln lassen.




Ganz allein waren wir … allein mit Taubenschwänzchen, Bienen, Käfern und Schmetterlingen.




Wie hab ich diese Stille … diese Düfte und Farben genossen. Ich liebe solche Orte.




Der Garten wurde einst auf elf Meter hohen Bogengewölben errichtet und diente dem Zweck, die oberhalb befindliche Kirche und das Schloss vor dem Abrutschen zu bewahren.




Außerdem hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Donautal.




Nun ist schon wieder Abend. Wo ist nur der Tag hin?

So still ist es heute, wenn es doch immer so wäre. Gern sitze ich noch am offenen Fenster, höre den Vögeln bei ihrem Abendplausch zu. Nein, Gesänge sind das nicht mehr … aber ein leises Zwitschern. Die Jungen sind nun flügge und die Eltern vermutlich auch etwas erschöpft, ich weiß es nicht.


Bin ich wirklich so anders, weil ich die Ruhe so sehr liebe und brauche? Warum scheint das, was ich unter Lärm verstehe, so vielen Menschen nichts auszumachen? Vor allem der Bau- und Verkehrslärm, der immer mehr zuzunehmen scheint. Aber auch viele viele andere Lärmquellen ... vorallem, wenn diese penetranten Geräusche andauern. Schrecklich.


Und warum kommt manchen Menschen nie der Gedanke, dass sie vielleicht für andere zu laut sind, wenn sie ihre Stimme in gewissen Situationen bzw. öffentlichen Plätzen nicht ein wenig drosseln? Muss denn immer gleich der ganze Ort hören, was sie neues zu verkünden haben? Kommt ihnen nie der Gedanke, dass es Menschen gibt, die das nicht hören wollen?


Warum empfinde ich das offensichtlich anders, viel extremer? 

Fehlt mir was zwischen Gehörgang und Gehirn? Oder ist die Verbindung zu kurz?


Wenn ich irgendwann sterbe und nur noch als Seele im Raum schwebe, kann ich es hoffentlich selbst aussuchen, wo das sein wird.



Morgentau 22.07.2017, 21.03 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Unfassbar

dass ich sooo müde bin. Dabei hatte ich in der Zeit auf Sardinien nicht das Gefühl, mich zu verausgaben. Aber offensichtlich ging es doch an die Grenzen meiner Belastbarkeit. So viele Eindrücke gab es zu verarbeiten -  ohne Pause dazwischen - und die Jüngste bin ich halt auch nicht mehr ... lach. Aber das wusste ich vorher und es ist okay. Ich habe viel gesehen, von dem ich noch lange zehren kann.



Und doch muss ich immer wieder staunen, wie das andere verkraften, die weitaus älter als ich sind. Naja, ich war schon immer etwas schwächlich und schnell erschöpft. Hinzu kommt halt meine ausgeprägte emotionale und kognitive Wahrnehmung. Zu gern würde ich da wenigstens filtern wollen ... die guten ins Köpfchen, die schlechten ins Abfalltöpfchen, aber genau das geht leider nicht. Der Filter wurde bei meiner Herstellung vergessen.



Schlimmes Kopfweh hatte ich heute und hab mich kurz vor Mittag nochmal ins Bett gelegt. Wie gut, dass ich frei habe.
Nach fast drei Stunden Schlaf und einer Suma geht es mir nun endlich besser.

Diese drei Fotos entstanden wieder während der Fahrt. Zum Glück saß ich wieder ganz allein für mich und konnte mich da austoben ... hihi. Wir waren wieder nur 18 Leutchen, das war echt schön.



Im nächsten Eintrag zeige ich euch noch einiges meer ... ;-)

Morgentau 13.06.2017, 13.51 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Es ist so schön

für alles Zeit zu haben, sich keinerlei Druck machen zu müssen.

Ein Leben lang musste ich nach solchen Momenten lechzen.

Schon immer brauchte ich für die Dinge des Lebens viel mehr Ruhe und Zeit als andere.

Früher hab ich es nicht verstanden, dass es an meinem Wesen liegt. Immer habe ich mich mit anderen verglichen und fühlte mich dann schwach und minderwertig. „Ach, wäre ich doch … könnte ich doch auch so wie andere … „


Heute genieße ich es, Zeit und Ruhe zu haben, besonders an solchen Tagen, die ich mir selbst einteilen kann. Und ich suche sie mir bewusst, solche Momente, gönne oder verordne sie mir, wenn ich spüre, dass ich sie nötig habe. Auch wenn das oft Verzicht bedeutet. Aber so ist es nun mal … man kann nicht alles haben. Und ich will es auch gar nicht … im Gegenteil.

Aber Ruhe und Zeit, die brauche ich, um leben zu können.


Morgentau 15.04.2017, 15.05 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL