Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Hochsensibel

Vorgefühl

Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.

Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.


Rainer Maria Rilke

Ich weiß, was Sie meinen, Herr Rilke, ich kenne diesen Sturm ...

Morgentau 20.02.2019, 19.55 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

... zum Dritten!

Ja, das geht wie beim Brezelbacken, und wenn es nicht ausufern soll, so rein gefühlsmäßig, aber auch gesundheitlich, da heißt es, bei wachem Verstand bleiben, richtige Entscheidungen treffen, ausfiltern und das Beste davon als Konzentrat wahrnehmen.

Zu kryptisch geschrieben? Sorry, aber wer mich kennt, weiß schon, was und wie ich es meine, und alle anderen dürfen rätseln oder es einfach ignorieren … womit ich schon wieder beim Thema wäre … lach.


Es wird immer schwieriger, zu filtern. Für einige mag das gar nicht so wichtig sein oder sie lassen eh alles ganz automatisch fallen, was nicht interessiert. Ja, manche können das. Wir Hs können das nicht, was manchmal gut ist, aber eben auch belastend oder sogar gefährlich werden kann, dann nämlich, wenn auch die Gesundheit darunter leidet. Das kann sich keiner vorstellen, dem es nicht so geht. Was für uns ein weiteres Problem darstellt, da wir von Andersfühlenden selten wirklich verstanden werden.


Ein Grund, warum wir meistens alles versuchen, uns unsere Mentalität nicht anmerken zu lassen, oder zumindest, sie insoweit zu verbergen, dass wir nicht auf Unverständnis stoßen und wieder einmal blöden Fragen und dummen Bemerkungen ausgesetzt sind oder gar belächelt werden. Gerade Letzteres macht mir oft zu schaffen. Den Mut zu haben, zu erklären, wie man drauf ist, das ist schon eine große Leistung für mich, aber die Reaktionen sind überwiegend die gleichen. Die meisten können damit nichts anfangen und halten es sogar für einen Witz.


Vielleicht liegt das einfach auch daran, dass wir quasi immer in eine Rolle schlüpfen und uns die Mitmenschen dadurch völlig falsch einschätzen. Und wer seine Introvertiertheit auslebt und nicht bestrebt ist, sich anderen gegenüber irgendwie anzupassen, wird halt ignoriert. Manchen macht das nichts, aber ich bin ein Mensch, ich will mit denen gut auskommen, mit denen ich zu tun habe.

Also bleibt mir oft nichts anderes übrig, als mich anzupassen, was jedoch extrem schlaucht.


Womit ich wieder beim Ausfiltern wäre. Wenn ich nicht krank werden will, muss ich mich von den Gedanken lösen, Erwartungen erfüllen zu müssen. Ich muss damit leben lernen, dass andere ein falsches Bild von mir haben und enttäuscht reagieren, wenn ich zu mir stehe und zu begründen versuche, warum ich anders bin. Auch wenn sie es dann trotzdem persönlich nehmen. Das darf mich nicht mehr berühren. Ich kann sie nicht ändern und muss mir vor Augen halten, dass sie es vielleicht gar nicht wert sind, dass ich mir so viele Gedanken mache. Wer sich in den anderen nicht hineinfühlen kann, auf dessen Wohlwollen kann man doch auch getrost verzichten, oder nicht?

Das zu erkennen und danach zu handeln, das sollte ich endlich lernen und umsetzen.

Noch mehr filtern, viel mehr filtern, denn die Zeit rast und jeder Tag ist kostbar.

Morgentau 03.02.2019, 11.11 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Kann man etwas lieben

und doch auch hassen? Vielleicht nicht ganz so krass, aber eben so gut wie … ?

Ja, man kann. Ich liebe dieses alte Häuschen, mag seine knarrenden Dielen, den einfachen alten Baustil, die Erinnerungen an schöne Jahre, das schnuckelige Wohnzimmer, das fast fertiggestellt war, wäre der Tod meines Mannes nicht dazwischen gekommen. Seither ist es in dem Zustand geblieben. Es ist sehr gemütlich, schön eingerichtet mit Möbeln und einem Kamin … alles von ihm selbst hergestellt und eingebaut. Aber er hat es nicht geschafft, die letzten Arbeiten durchzuführen, so, wie er es sich vorgestellt hatte. Und ich mag auch nicht, dass das jemand anderes tut … er kennt ja auch die Pläne nicht. Und so lange es funktioniert mit dem Holzofen, mag ich auch die Fußbodenheizung nicht anschließen. Das alles ist kein Problem für mich. Auch, dass ich nie ein richtiges Bad haben werde und so vieles nur halb fertig ist, kann ich verschmerzen. Ich brauch das alles nicht unbedingt, so lange es funktioniert.

Angst macht mir, dass solche Dinge passieren, wie diese Woche. Dass sie dafür sorgen, dass ich wieder in tausend Ängsten lebe, bei jedem komischen Geräusch aufhorche, und immer mit gemischten Gefühlen das Haus verlasse, weil ich nicht weiß, was mich bei der Rückkehr erwartet.

Das Haus ist sehr alt, war billig gebaut, denn die Großeltern waren auch einfache Leute, die kein Geld hatten. Es ist marode. Vieles, sehr sehr vieles ist schon umgebaut … alles in Eigenregie, wie man so schön sagt. Eigentlich hätten wir leichter ein neues gebaut … aber das wäre noch teurer gekommen … ging nicht mit vier Kindern und über viele Jahre nur einem Verdiener.

Ich kann das mit wenigen Worten nicht erklären.

Fakt ist, dass ich Angst habe, dass Dinge passieren, die sich nicht mehr reparieren lassen, die zu kostspielig sind oder die ich eines Tages nicht mehr bewältige, wenn ich wie das Haus „in die Jahre gekommen bin.“ Deshalb hasse ich es manchmal und wünschte, ich würde in einer kleinen Wohnung leben, wo ich nichts fürchten müsste. Keine Angst mehr. Überschaubar leben … nur ein paar Dinge haben.

Aber dort wäre ich todunglücklich und würde das alte Häuschen so sehr vermissen. Hier, wo ich zuhause bin. Wofür wäre dann die jahrelange Mühe gewesen? Die viele Arbeit, die nie ein Ende nahm und die es wohl auch nie genommen hätte, selbst, wenn er noch am Leben wäre.

Und wo würde ich meine Kinder empfangen … und was sollte mit all den Dingen geschehen, die er für seine Familie gebaut und gewerkelt hat? Das Haus trägt doch innen und außen seine Handschrift. Tausende Spuren, die er hinterlassen hat. Hier fühle ich mich ihm immer noch nah. Ich kann hier nicht weg, so lange ich mich noch bewegen und denken kann.


Es ist, wie es ist … und ich muss irgendwie versuchen, meine Ängste dahingehend zu bewältigen oder zumindest einzudämmen. Schließlich können immer und jederzeit Dinge passieren, die alles verändern oder gar für immer zerstören.

Es ist nur, dass mir das schon immer das Wichtigste im Leben war … innere und äußere Ruhe.

Einfach ein normales Leben mit Höhen und Tiefen. Auf der einen Seite die Aufgaben und Probleme, die zu lösen sind, auf der anderen die schönen Seiten, die uns das Leben schenkt.

Nur bitte keine Extreme. Aber genau das ist mein Problem. Es wurde mir ja schon einmal der Boden unter den Füßen weggezogen. Für andere wäre das nach 9 Jahren vielleicht kein Problem mehr, aber da ich hochsensibel bin, geht das bei mir nicht so einfach.


Was eigentlich los ist? Wir haben Januar …

Morgentau 04.01.2019, 14.53 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Wirkungsvoll

Eigentlich trinke ich am Nachmittag nur entkoffeinierten Kaffee. Heute war ich so in Gedanken, dass ich das Glas verwechselt habe. Der normale ist nämlich grad ausgegangen und beim letzten Einkauf wanderte deshalb mal eine neue Sorte in meinen Einkaufskorb. Von dem löslichen, den ich gern nehme, gibt es nicht allzu viele Sorten. Mild muss es sein und schmecken natürlich.

Okay … als ich es bemerkte, dass in dem neuen Glas kein entkoffeinierter ist, war er schon in der Tasse. Zu spät. Und nun … nun spüre ich, dass der alles andere als mild ist. Puh, ich fürchte, da muss ich sparsam mit umgehen, sonst klatscht mein Herz zu doll in die Hände vor Aufregung.




Seltsam, dass bei mir alles so intensiv wirkt. Nicht nur, dass ich alles ungefiltert höre und sehe, dass ich deshalb licht- und lärmempfindlich bin, offensichtlich haben auch diverse Substanzen eine viel intensivere Wirkung auf mich als auf andere. Bei Schlaftabletten genügt mir auch eine viertel Tablette und ich schlafe wie ein Murmeltier. Vielleicht hab ich deshalb so oft Kopfschmerzen, weil ich einfach jeden Reiz da oben spüre. Bin ja eh so reizüberflutungsempfindlich. Und mit den Gefühlen … ja, auch das ist echt oft nicht normal. Himmelhochjau … ach, ihr wisst schon.

Krass. Wo das nur herkommt? Wurde da beim Bau gepfuscht, als ich hergestellt wurde?

Billigware oder so was … hihi.

Sorry für meine Albernheit, daran ist der Kaffee schuld ...

Morgentau 18.12.2018, 16.15 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Gegen halb Vier

oder etwas eher hat mich ein Donner geweckt, aber es blieb bei dem einzigen. Gefolgt von wunderschönem sanften Nachtregen … immer wieder eine Freude. Wäre da nicht diese Anspannung in mir, die noch immer nicht ganz verschwunden ist.

Ich hab beschlossen, auch heute nochmal später zu fahren. Ich denke, dass viele die anderen Tage mit dem Rad gefahren sind, aber da heute noch mehr Regen und Gewitter gemeldet sind, werden die wieder aufs Auto umsteigen. Aber morgen versuch ich die alte Zeit …


Dass mich manche Menschen so schnell verunsichern oder ängstigen können. In dem Fall geht es um ein technisches Problem, das mal wieder eine komplizierte Reparatur zur Folge hätte. Ich sag nur … altes Haus. Das hört nie auf. Was ich deshalb schon gelitten habe …

Unruhe, wie ich sie so gar nicht gut ertrage, wie ihr wisst. Aber es gibt keine Alternative, also werde ich auch weiterhin damit leben müssen, bis …

Nee, genug jetzt, alles gut. Meine Kinder fanden das total normal … gar nicht schlimm … kein Grund, die Nerven zu verlieren. Und sie haben recht, denn solche Dinge gehören zum Leben.

Aber wenn mich schon sowas aus der Bahn wirft, wie wird das erst sein, wenn es mal um ganz andere, viel schwerwiegendere, persönliche Dinge geht? Familie … Gesundheit … etc. …

Bei solchen Vorfällen nimmt allgemein meine Angst wieder zu. Gleich muss ich an alle möglichen Situationen denken, die eintreten könnten ... mannomann, bin ich blöd.


Ich muss mich beruhigen. Noch immer hab ich dieses Stechen in der Brust. Das muss aufhören.

Ablenken. Doof … doof … doof. Aber so sind halt die extremen Gefühle … ich fühle alles mehrfach als andere. Bei mir laufen schon die Tränen, wenn ich ein Tierchen beobachten kann. In der Natur berührt mich vieles so intensiv, dass ich manchmal Schnappatmung bekomme … lach, das kann ich gar niemandem erzählen, die halten mich alle für bekloppt.




Hihi … über diese Kuh musste ich auch so sehr lachen. Die wollte unbedingt das Gras außerhalb ihrer Weide. Die dachte sich wohl, dass es besonders gut schmecken muss.

Hab sie ein Weilchen beobachtet … sie ließ nicht nach von ihrem Ansinnen. Ich vermute, dass die Einzäunung nicht unter Strom stand … haha.

Morgentau 13.09.2018, 07.33 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Panik

Da war sie wieder, aufgetaucht aus dem Nichts. Ich hab wieder gemerkt, dass mein Körper verrückt spielt, wenn etwas Unvorhergesehenes, Bedrohliches passiert.

Was passiert ist?

Ich hab euch doch erzählt, dass um uns Unwetter oft einen Bogen machen … und viele Gewitter vorbeiziehen. Oder aber, es trifft nur uns. Und so war es heute morgen.

Gerechnet hatte ich nicht damit, denn Gewitter waren allenfalls für den Nachmittag angekündigt, aber als es immer dunkler wurde und zu donnern begann, zog ich gleich die Stecker.

Noch ahnte ich nichts Böses, als ein greller Blitz und gleichzeitig Donner wie ein Kanonenschlag bei uns einschlug. Ich spürte, das muss ganz in der Nähe gewesen sein … vielleicht sogar im Garten. Gleich darauf folgte ein zweiter von gleicher Stärke. Ich zitterte am ganzen Körper, bekam Herzrasen, Gribbeln und schwindlig wurde mir auch. Allein davon ging es mir noch beschissener … ich steigerte mich in Panik.


Mein einziges Glück war, dass das Gewitter schnell aufgab und keine Einschläge mehr kamen. So konnte ich mich schnell wieder beruhigen … puh.

Inzwischen konnte ich auch auf den Karten nachschauen, die im Moment keine Gefahr mehr erkennen lassen. Gottseidank. Aber weitere Gewitter sind vorhergesagt für die nächsten Tage.

Hoffentlich geht alles gut.

Eigentlich hab ich keine Angst vor Gewittern, mag sogar die Stimmung oder den zu erwartenden Regen, der die Erde aufatmen lässt, also diese sanften Wolkengewitter, die sich mehr oder weniger im Himmel abspielen und uns nicht mit ihren elektrischen Stacheln kitzeln und stechen. Aber diese fiesen Gewitter, die zerstören wollen, vor denen hab ich echt Angst. Vor allem, wenn sie mir zu nahe kommen …

Morgentau 07.08.2018, 09.33 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Eigentlich

ist es wie bei Migräne. Sofern man nicht gerade ein schmerzverzerrtes Gesicht hat oder scheintot aussieht, ist es immer schwierig, es anderen glaubhaft zu machen, wie viele Schmerzen man hat und dass man sich einfach nur grottenschlecht fühlt.

Mein Leben lang hatte ich damit Probleme, es anderen zu sagen, weil ich immer das Gefühl hatte, man glaubt mir ja eh nicht, hält mich für ein Weichei oder dass ich nur nach einer Ausrede suche, um mich vor irgendwas zu drücken oder was auch immer.

Nur bei Leidensgefährten habe ich das Gefühl, sie wissen, wovon ich rede. Die finden auch immer die richtigen Worte, um zu trösten oder zu helfen. Ist ja auch schwierig, etwas nachzuvollziehen, was man nicht nachfühlen oder sehen kann.


Und genau so geht es mir mit der Hochsensibilität. Man kann es einfach keinem wirklich erklären, der nicht selbst damit zu tun hat. Ich hab immer das Gefühl, die meisten Menschen denken, ich mache einen Scherz, wenn ich sage, dass ich es bin. Viele lachen sogar. Sie meinen es nicht böse oder ignorant, nein, sie glauben es einfach nicht, können es sich eben nicht vorstellen. Man sieht es mir ja nicht an. Außerdem bemühe ich mich ja auch, mich anzupassen und nicht zugeknöpft zu wirken. Wo ich mich wohlfühle, geht das auch ganz gut, hab ich auch keine Probleme.


Aber es gibt auch Menschen, die kennen mich plötzlich nicht mehr, weil sie es persönlich nehmen und denken, ich will nur nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Warum glaubt jeder, dass ich das erfinde?

Was ist so schwer daran, zu akzeptieren, wenn jemand introvertiert ist und es ruhiger mag, ja, ruhiger braucht und viele Menschen, Lärm, Enge etc. einfach nicht erträgt? Warum fällt das manchen Menschen so schwer?

Es ist ja nicht so, dass ich jeglichen Kontakt ablehne, ich mag halt nur den kleinen Kreis und bei größeren Geschichten klinke ich mich halt aus. Es geht doch auch ohne mich, deswegen bin ich doch keine dumme Kuh, oder doch? Okay, wer es so sieht, der wird eh nie Verständnis für mich haben, also was soll`s ...

Morgentau 16.07.2018, 19.57 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Nach der Arbeit

bin ich eine Haltestelle weiter gefahren … zum Suma und hab noch ein paar Dinge für das Wochenende eingekauft. Was halt noch in meinem Rucksack Platz hatte. Dann schnell nach Hause.

Jetzt hab ich keine außerhäusigen Termine mehr und kann mir meine Zeit einteilen, wie ich mag. Schon der Gedanke ist sooo entspannend und schön.

Die Sachen in den Schränken verstaut, dem Tigerle seine Lieblingsfutter gegeben, in die Wohlfühlklamotten geschlüpft … und nun ganz viel Zeit für dies und das … wunderbar.




Da fang ich doch gleich mal an und erzähle euch von gestern Abend.

Da hatten wir nämlich von der Firma aus das jährliche Sommerfest.

Obwohl es ganz nett war, bin ich nicht lange geblieben. Für mich ist es immer eine Überwindung, dorthin zu gehen, schließlich sind wir ein ganz schönes Grüppchen … ca. 150 Leute, vermutlich eher mehr … dazu Musik, die jedoch dank schlechter Akustik in dem Hof, in dem wir immer feiern, auf mich total heftig wirkt. Ich weiß nicht, ob das an meinen Ohren liegt oder weil ich HS bin.

Unterhaltungen strengen mich dann so sehr an, die Hälfte versteh ich meistens nicht. So bin ich gezwungen, nachzufragen. Doch selbst wenn ich mein Ohr näher an den Mund meines Nebensitzers halte, werden seine Worte mit all den Nebengeräuschen vermischt. Wie machen das andere, können die das ausblenden?




Andere HS gehen gar nicht zu solchen Events, nehme ich an. Oder es gibt außer mir keine.

Jedenfalls haben andere offenbar kein Problem damit, sich lautstark zu unterhalten, während ringsherum der Geräuschpegel mehr und mehr steigt.

Ich hab alles versucht, es lockerer zu nehmen, mich nicht schon aus Angst vor der Situation zu verkrampfen und womöglich irgendwelche innerkopfigen Muskeln anzuspannen, aber es ändert sich nichts. Dabei gibt es weitaus „schlimmere“ Open-Air-Veranstaltungen, wo die Musik noch viel viel lauter spielt und wesentlich mehr Menschen teilnehmen. Es geht einfach nicht.

Aber da ich meine Kollegen sehr mag und sie sich freuen, wenn ich dabei bin, beiß ich in den sauren Apfel und halte ein Weilchen durch. In den Musikpausen ist es ja auch meistens echt nett, aber die sind halt zu kurz.

Jedenfalls fühle ich mich hinterher immer richtig gut, aber auch befreit … lach.




Die Fotos in diesem Eintrag sind von der Cinque Terre, die wir vor nunmehr fünf Jahren für drei Tage besucht haben. Eine wunderbare Gegend, aber für mein Empfinden zu überlaufen für einen längeren Aufenthalt. Aber es war echt schön, dass ich diese Gegend kennenlernen durfte.


Draußen wird es langsam ruhiger. Sicher schauen einige Fußball, das merkt man.

Die letzten Wolken haben sich verzogen … das Wochenende steht vor der Tür.

Ich wünsch euch einen schönen Freitagabend!

Morgentau 06.07.2018, 18.18 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Es tut schon gut

mal nichts zu tun und vom Nichtstun auszuruhn. Einfach so durch den Tag bummeln, den Gedanken nachgehen und ansonsten den lieben Gott einen frommen Mann sein lassen.

Raum und Zeit haben für viel Fantasie und daraus geborene Gefühle.

Ja, das funktioniert bei mir, schon immer. Schon als Kind konnte ich das, liebte ich es, meine Gedanken spazieren gehen zu lassen, Gefühle aus mir zu holen, die sonst im Verborgenen schlummerten oder keine Gelegenheit bekamen, zur Oberfläche zu gelangen.




Schon immer war es mir wichtig, Zeit dafür zu finden. Raum und Ruhe. Von daher sicher auch meine Sehnsucht und Liebe zur Natur, zu einsamen Plätzen. Dort, wo mich nichts und niemand stört, gelang und gelingt mir das am besten. Wäre ich Schriftsteller oder Maler, ich müsste an so einem einsamen Ort leben, um all meine Gedanken und Gefühle in Worte oder Bilder umwandeln zu können. Da das nicht geht, fotografiere und blogge ich …

Morgentau 29.05.2018, 16.02 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

In einem alten Haus

hat es so manch marode Stelle. Ohne ins Detail gehen zu wollen … es knarrt und quietsch hier, bröckelt und schwächelt da, und so manches, über viele viele Jahre zuverlässige Teil gibt eines Tages ganz den Geist auf. Oft erlebt … meistens erst mal konsterniert reagiert und dann nach Lösungswegen gesucht.


Für mich ist es deshalb auch immer ein Schock, wenn plötzlich der Strom ausfällt. Vor allem tagsüber, wenn eigentlich kein ersichtlicher Grund besteht. Bei einem Gewitter kommt es ja schon mal vor, … und geschieht es nachts und es ist ringsherum dunkel, liegt die Ursache klar auf der Hand bzw. meistens in der Überlandleitung. Es dauert oft auch nicht lange, und der Strom ist wieder da.

Aber wie gesagt, passiert sowas tagsüber, fährt es mir erst einmal in sämtliche Glieder und mein erster Gedanke ist, ob irgendwas im Haus dafür verantwortlich ist. Der zweite … Schitt, wenn das länger dauert … mein Gefrierschrank ist voll … verkraftet das mein Rechner … geht jetzt die Heizung kaputt? Hilfeeeee.

Frau Morgentau, die Panikerin, in Aktion.


Heute war es mal wieder soweit. Der Strom fällt aus … mir wird schlecht. Zum Glück fiel mir ein, ich könnte schnell mal rüber in den kleinen Laden laufen, die müssten auf haben.

Gemacht – getan … da kam mir schon ein Mann entgegen … „Nichts geht mehr – alles tot!“

Puh, welch ein Glück, dachte ich … naja, nicht wegen der Sache selbst, aber der Gedanke „ich bin nicht allein – nicht verantwortlich … und kann davon ausgehen, dass alles getan wird, dass es bald wieder läuft, ließ die Anspannung von mir abfallen … pffff.


Ca. eine Stunde hat es gedauert … der Sonntagsbraten ist gerettet! :-)

Morgentau 16.05.2018, 14.23 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL