Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Lustig

An einem eisigen Wintertag

wie diesem bietet es sich doch geradezu an, dass ich euch eine kuschelweiche, schafwollige Geschichte erzähle. Na ja, eine Geschichte ist es eigentlich nicht, aber ich möchte euch von einer Begegnung erzählen, die wir bei einem unserer Wanderungen im Herbst vergangenen Jahres hatten.


Wir gingen fröhlich des Wegs, schauten nach links und rechts und erfreuten uns wie immer an der wunderschönen Natur, der morgendlich eingebetteten Landschaft und der wunderbaren Stille.


Bis wir an diesen Wiesenrand kamen und diese Schäfchenherde aus der Ferne entdeckten …




Vermutlich hatten die Wollträger noch nicht mit so frühem Besuch gerechnet, denn alle standen da wie erstarrt und schauten wie gebannt in unsere Richtung.

Damit ihr das besser erkennen könnt, hier mal ein paar Fotos mit vergrößertem Bildausschnitt …





Eine andere Erklärung hatten wir zunächst nicht, warum sie wie vom Donner gerührt dort standen und sich nicht zu bewegen schienen. Einen Zaun konnten wir jedenfalls nicht entdecken.


Wir warteten eine Weile, aber es tat sich nichts. Nicht ein einziges Schäfchen lief in unsere Nähe oder überhaupt auch nur einen Schritt in unsere Richtung. 

So etwas hatten wir noch nie erlebt.

Uns fiel nur auf, dass die Weide, auf der sie standen, ziemlich abgegrast war, und kamen letztendlich zu dem Schluss, dass sie auf ihren Schäfer warteten, damit er sie auf das Nebengrundstück führe, auf die Wiese, die noch gut im Saft stand.




Oder habt ihr eine andere Erklärung dafür?



Morgentau 20.01.2019, 10.38 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Den Erlkönig

kennt sicher ein jeder von euch. Aber wisst ihr auch, was ein Erlenzeisig ist?

Ich wusste es nicht, entdeckte nur vorhin auf der hängenden Vogelfutterstation ein kleines, zartes Vögelchen mit schwarz-gelbem Gefieder, gelben Bäuchlein und schwarzem Köpfchen …

aber ich konnte es nicht zuordnen und suchte danach. Bis ich ihn fand … den Erlenzeisig.

Wie hab ich mich gefreut, dass mich so ein kleines Vögelchen besucht.


Aber ich frage mich, wo all die anderen Vögel sind, die sich sonst um jeden Krümel streiten … die in Schwärmen an den Stationen hängen und sie auffuttern? Gerade an so einem Tag.

Für den kleinen Erlenzeisig hat es mich gefreut. Der konnte in aller Ruhe sein kleines Vogelbäuchlein füllen.

Dennoch … warum hab ich an manchen Tagen das Gefühl, es wurde zu einem Gemeinschaftsfressen aufgerufen … und an anderen kommt kein einziger von den gefiederten Knödelpickern?

Hat sich das mit dem Intervallfasten etwa schon bis in die Vogelwelt herumgesprochen?



Morgentau 06.01.2019, 10.30 | (12/12) Kommentare (RSS) | PL

Graumaler

Warum so mürrisch, lieber Herbst,
gibt es denn einen Grund?
Machst uns und dir das Leben schwer.
Sag, wird es dir zu bunt?

Dein Farbenspiel, das mögen wir.
Die Landschaftsmalerei
ist Kunst für uns. Wir danken dir
für deine Zauberei.

Auch für die Würze in der Luft,
die uns so wohlig stimmt,
für Tannenholz und Apfelduft,
der uns die Sinne nimmt.

Und nicht zuletzt dein goldnes Licht,
das alles sanft umwebt,
zeigt uns die Welt aus andrer Sicht,
bis uns das Herz aufgeht.

Drum lass das Schmollen, Rebellieren,
kehr ein und lass nicht zu,
dass Seelen vor Tristesse erfrieren.
Komm schon, sei wieder DU!

(C) Morgentau


Morgentau 04.11.2018, 18.15 | PL

In trauter Verborgenheit

Ade, ihr Sommertage,
Wie seid ihr so schnell enteilt,
Gar mancherlei Lust und Plage
Habt ihr uns zugeteilt.

Wohl war es ein Entzücken,
Zu wandeln im Sonnenschein,
Nur die verflixten Mücken
Mischten sich immer darein.

Und wenn wir auf Waldeswegen
Dem Sange der Vögel gelauscht,
Dann kam natürlich ein Regen
Auf uns herniedergerauscht.

Die lustigen Sänger haben
Nach Süden sich aufgemacht,
Bei Tage krächzen die Raben,
Die Käuze schreien bei Nacht.

Was ist das für Gesause!
Es stürmt bereits und schneit.
Da bleiben wir zwei zu Hause
In trauter Verborgenheit.

Kein Wetter kann uns verdrießen.
Mein Liebchen, ich und du,
Wir halten uns warm und schließen
Hübsch feste die Türen zu.


Wilhelm Busch


Morgentau 28.10.2018, 19.21 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Flussreise

"Duhuuu, was hälst du davon, wenn wir uns heute fallen lassen?" fragte Blatt 728 von einem der Bäume, die am Uferrand des kleinen Flusses stehen, seinen Bruder, Blatt 477.

"Im Gebirge hat es geregnet und die Strömung ist gut. Vielleicht haben wir Glück und der Fluss nimmt uns mit bis zur großen Stadt."

"Zur großen Stadt???" Da wurden auch die anderen Blätter, die der Herbstwind bisher verschont hatte, hellhörig.

"Oja, da wollen wir auch hin. Der Wind trägt uns ja doch nur wieder in die Dorfgärten, wo uns die Menschen verächtlich auf einen Haufen schieben, bis wir langsam dahinfaulen".

"Wenigstens einmal die große Stadt sehen, bevor wir vergehen!" ... das stellten sie sich spannend vor.

"Also, liebe Brüder und Schwestern, lassen wir uns fallen! Seien wir doch ehrlich ... lange können wir uns nicht mehr halten. Wir haben vielleicht nur die eine Chance" rief nun ein anderer in die aufgeregte Menge.

Das ließen sich die Blätter nicht zweimal sagen. Mit der nächsten Windböe segelten sie durch die Luft in den Fluss.
Plumps ... flatsch ... glitsch ... 

Gute Reise!

(C) Morgentau


Morgentau 22.10.2018, 21.00 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Lustig

dass euch die Tasse auch gefällt. Lach … jetzt hab ich „gefüllt“ geschrieben … aber füllen werde nur ich sie. Hab da einige Tassen, aus denen nur ich trinke.

Und wie soll ich den letzten Eintrag jetzt toppen? Eigentlich hab ich nichts Spannendes zu berichten. Aber wenn ich die Tasse noch ein Weilchen stehen lasse, dann füllt sie sich mit so vielen Kommentaren, dass sie überläuft … lach.

Jedenfalls freut es mich. Vielleicht sollte ich euch öfter mal zeigen, was das Kind in mir gekauft hat. Früher war das noch schlimmer. Jetzt hab ich mich – was diese Dinge anbelangt – etwas besser im Griff. Nur manchmal, an so gewissen Tagen und Momenten, da komm ich einfach nicht gegen die Kleine an. Dann werde ich zu meiner eigenen Mutter, die kapituliert und dem Drängen zwangsläufig nachgibt.



Im Hintergrund Chrysanthemen. Sie waren erst weiß, haben sich dann rosa-lila verfärbt.
Im Vordergrund Traubenhyazinthen. Ja, ihr seht richtig. Herbst- und Frühlingsblümchen
blühen zur gleichen Zeit. Was für ein verrücktes Jahr.

Morgentau 22.10.2018, 19.36 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Also gut

dann will ich mal nicht so sein, und meine neue Tasse präsentieren, auch wenn ich damit 
der Zeit voraus bin. Ihr habt es so gewollt ... 


Morgentau 21.10.2018, 18.43 | (14/14) Kommentare (RSS) | PL

Herbstmode

Jetzt strickt der Herbst ein schönes Kleid

aus buntblättriger Wolle.

Für weiße Mützen ist noch Zeit,

das übernimmt Frau Holle.




Die Landschaft jubelt, lächelt und

streift sich das Schmuckstück über.

Ein goldner Gürtel um den Bund,

schon kommt sie todschick rüber.


(C) Morgentau



Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Morgentau 20.10.2018, 07.09 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Auch kleine Handwerker

haben ihr Werkzeug immer dabei ...

Foto gelöscht ... sorry.

Morgentau 19.10.2018, 18.55 | (12/12) Kommentare (RSS) | PL

Verrückte Träume

mal wieder vergangene Nacht. An den letzten erinnere ich mich gut und sogar gern. Ich war in dem Tante-Emma-Laden gleich hier um die Ecke, in dem ich früher immer eingekauft habe, bis Antonia H. … genannt Toni … in den wahrlich wohlverdienten Ruhestand ging. Ihr Mann war schon früh verstorben und sie hat ihre Kinder neben dem Laden allein großgezogen. Ich hab sie immer bewundert für ihre Stärke.



Nie war sie mürrisch drauf, nie hektisch, strahlte immer eine wohltuende innere Ruhe aus, war freundlich und hatte für jeden ein paar herzliche Worte. Und neben der Kasse stand ein Kästchen, in dem Zettel aufbewahrt wurden von Kunden, die nicht gleich zahlen konnten oder zu wenig Geld dabei hatten.

Ja, da gab es so was noch. Und selbst, wenn sie krank war und kaum gehen konnte, so war das für sie kein Grund, ihren Laden dicht zu machen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das mal vorgekommen wäre. In den Sommerferien hatte der Laden bis Mittag auf, so was wie Urlaub schien sie nicht zu kennen. Man brauchte nie Angst haben, dass einem mal etwas ausgehen könnte, bei Toni um die Ecke konnte geholfen werden.



Für mich, die keinen Führerschein hat, war das all die Jahre so optimal. Und der freundliche Austausch an der Backwarentheke schenkte der Seele gleich noch ein Lächeln gratis dazu.




In meinem Traum war ihr Laden allerdings viel viel kleiner als in Wirklichkeit. Man konnte sich darin kaum drehen und wenden. Die Regale waren bis zur Decke mit Waren gefüllt, die Gänge zugestellt, und ihre alte Kasse stand auf einem Zeitungsstapel. Der Raum war so mini, aber total gemütlich. Aber die anderen Kunden sahen das ein wenig anders, sie meckerten und schimpften, was das für ein übler Laden sei und gingen zornig von Dannen.

Ich hatte so eine Wut auf diese Leute, nahm meine Kamera und machte ein Bild von Toni … mitten in ihrem Laden. Sie strahlte über das ganze Gesicht.

Zeigen kann ich euch das Foto leider nicht … ihr wisst ja, wegen der Urheberrechte und so … lach.




Dafür gibt es noch paar Herbstfotos. Der Tag wird wieder lang. Alles Liebe für euch!

Morgentau 17.10.2018, 08.07 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL