Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachgedacht

Die Sache mit K.

ist schon mysteriös und auch erschreckend. Was man so hört, lässt für mich den Schluss zu, dass er auch extrem hs war. Dass jemand so einen Weg geht (falls es so ist, wie vermutet wird), will man gar nicht begreifen … kann es nicht nachvollziehen. Aber ich sag euch … ich kann es.

Wenn jemand extrem lustig rüberkommt, denkt man, der hat ein frohes Gemüt, immer gute Laune … ein humorvoller Typ, den nichts erschüttern kann. Dabei haben gerade solche Menschen oft zwei Gesichter. Wie der Clown hinter der Maske. War es nicht auch bei Williams so?

Ich kann es nachvollziehen. Diese extremen Gefühle, gegen die man einfach machtlos ist.

Ganz machtlos natürlich nicht, denn das Leben hat auch schützende Funktionen, zum Glück.

Familie … Aufgaben … Freude … Interessen … Hobbys.

Gefährlich werden Extremsituationen. Ist dann niemand da, der dich auffängt, kann man ganz schnell an einen kritischen Punkt kommen ...

Klar kann der Fall von K. ganz anders liegen, aber das waren so meine Gedanken dazu.




Einen guten Tag ohne trübe Gedanken wünsche ich euch!

Morgentau 11.09.2018, 07.59 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Ich kann nicht sagen

woran es liegt, aber ich spüre es schon eine ganze Weile … ich verliere die Lust am Bloggen … mehr und mehr. So oft hab ich gedacht, nach einer Pause geht es mit neuem Elan weiter. Manchmal hat es ein Weilchen funktioniert, da schöpfte ich schon Hoffnung, … bis der Tag kam, an dem ich wieder an dem Punkt war.

Immerhin blogge ich bald 16 Jahre und vielleicht ist es nun wirklich an der Zeit, dieses Kapitel meines Lebens abzuschließen und neue zu beginnen. Interesse habe ich an vielen Dingen, die ich gern noch ausprobieren möchte, bevor es vielleicht nicht mehr möglich ist. Wie oft haben Menschen bedauert, dies und jenes nicht gemacht zu haben, obwohl sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten.

Wie oft schiebt man etwas auf die lange Bank, … gibt sich dem Irrglauben hin, es hätte doch noch soviel Zeit, bis es dann irgendwann doch zu spät dafür ist.




Der Fotografie bleib ich natürlich treu, sie wird mich auch weiterhin durchs Leben begleiten und all das Schöne und Beeindruckende für mich festhalten, das mir zu erleben noch vergönnt ist.

Statt zu bloggen, werde ich für mich und meine Kinder Bücher gestalten, wie ich es schon für meine Eltern getan habe. Richtige Tagebücher, die ich aus dem Regal nehmen und in denen ich blättern kann … gefüllt mit Fotos und Erinnerungen.

Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken und weiß, dass mir das Gestalten Freude machen wird.




Und ich möchte Zeichnen … mit Aquarellstiften z.B. … oder mich an der Acrylmalerei versuchen. Das muss ich noch herausfinden, was mich mehr interessiert und was mir liegen könnte, und mich dann für eine Art entscheiden.

Aber vorher sind andere Dinge zu erledigen, damit es auch Hand und Fuß hat.




Was das Bloggen anbelangt, werde ich mal in mich gehen und überlegen, ob ich es noch gemütlich „auslaufen“ lasse oder einfach einen Schlussstrich ziehe, wie es andere auch getan haben.

Ist vielleicht das Beste so … mal schauen. Leicht fällt es mir trotzdem nicht, denn was 16 Jahre zum Leben gehörte, wird fehlen, ganz klar.

Morgentau 28.08.2018, 16.42 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Die Zeit

sie eilt … und der Sommer ist schuld … und der Winzling natürlich … denn sie füllen sie mit so viel Freude und Lust, dass es für den Rest knapp wird.




Aber es ist so schön und ich genieße es so sehr, bin dankbar und fülle meine Speicher für trübe Zeiten.




Ich komme nicht mehr hinterher mit dem Erzählen … werde wohl den Winter dafür nützen müssen …




Müde bin ich und doch finde ich nachts keine Ruhe. Mein Innerstes ist aufgewühlt, die Gefühle und Gedanken wollen es einfach nicht. Sie sind so munter und wollen leben. Leben, ja, das ist es.




Ich mach mich nicht mehr verrückt, nehme alles, wie es kommt. Verdränge das Düstere. Jetzt ist keine Zeit dafür, die kommt früh genug wieder.

Ich mag der Trübnis keinen Raum geben, sonst hätte ich das Gefühl, all das Gute in meinem Leben nicht genug wertzuschätzen.

Das wäre falsch. Auch, wenn es dazu gehört, muss man ihr nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig schenken. 

Ich käme mir so undankbar vor, aber das bin ich nicht ... im Gegenteil, ich kann es nicht oft genug sagen: Dankeschön!



Morgentau 20.08.2018, 15.46 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Ich schwöre

ich hatte den Rechner runtergefahren und war Willens, etwas „Vernünftiges“ zu tun.

Bissel hier und da gegruscht hab ich auch … aber nur das, was eh immer läuft, also keine Extras, die dringend auf Erledigung warten, wie das Beseitigen der Spinnweben z.B., das Bügeln und Aufräumen der gewaschenen Klamotten, die sich langsam auf dem Sofa türmen, ganz zu schweigen vom Putzen der Fenster, was ich schon seit Beginn der Schönwetterphase vor mir herschiebe.

Ihr wisst ja, wie lange die jetzt schon anhält. Seit April, soweit ich mich erinnere, … und schon damals war es eigentlich dringend. Und das ist nur die Spitze des Eis … ähm Haushaltsberges, der stetig anwächst. Glaubt mir, die Liste ist lang … sehr lang.


Schon immer waren mir solche Aufgaben lästig und Menschen ein Phänomen, die scheinbar immer mit Enthusiasmus an diese Dinge herangehen, die immer eine aufgeräumte und geputzte Wohnung haben und trotzdem andere lebensinhaltliche Dinge nicht vernachlässigen, wo einfach immer alles geleckt aussieht … innen wie außen. Ich kenne hier niemanden, wo das anders ist. Es ist normal. Ich bin es nicht, weiche also auch hier total von der Norm ab. Und so sehr ich mir auch von Zeit zu Zeit beruhigend oder trotzig einrede, dass es eben nun mal ist, wie es ist, und ich mir keinen Kopf machen soll, weil jeder so leben sollte, wie er mag, schlägt mich doch immer wieder das schlechte Gewissen. Die Scham, was denken andere von mir, dabei ist das denen bestimmt wurscht oder es gibt ihnen sogar ein gutes Gefühl, weil sie ihr Leben offensichtlich im Griff haben …


Schon als Kind war ich lieber am Träumen und mich mit Dingen beschäftigen, die mich interessierten. Aber schon damals hab ich mich insgeheim geschämt und unwohl gefühlt, aber nie so stark, als dass sie mir Antrieb gegeben hätten, dies zu ändern.

Es ist also meine Natur, faul zu sein. Dabei stimmt das auch nicht, denn meinen Job mach ich gern und auch gewissenhaft, sehr sogar. Auch die Sorge um meine Familie stand immer an erster Stelle.

Aber für gewisse Dinge fehlt mir einfach total die Lust und letztendlich auch die Kraft.

Und doch gibt es viele Menschen, denen es ähnlich geht und die sich trotzdem immer einen Ruck geben und tun, was getan werden „muss“. Vielleicht ist es ja genau dieses „MUSS“, was mir so sauer aufstößt, aber ein „Wollen“ wird daraus wohl auch niemals werden. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Mir fehlt es einfach an Vernunft und Disziplin oder was auch immer …

Morgentau 09.08.2018, 12.27 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Und

ich bin am Überlegen, ob ich mir das Buch über „Selma und ihr Okapi“ kaufe. Wer es gelesen hat, wird wissen, welches ich meine. Das könnte was für mich sein …

aber ob es mich so fesselt, dass ich dran bleibe?

Einst eine Leseratte hab ich das ausdauernde Lesen inzwischen leider irgendwie verlernt.

Ich drifte zu sehr mit meinen Gedanken ab, kann mich nie lange konzentrieren, lass mich zu leicht von allem möglichen ablenken … oder schlafe nach der zweiten Seite ein.

Mehrere Versuche scheiterten. Es gehen allenfalls Kurzgeschichten oder Zeitungsartikel … Blogeinträge etc. … lach.

Ich glaube, man müsste mich einsperren … in einem Raum mit Sofa und Büchern, dann könnte es wieder funktionieren.

Morgentau 29.07.2018, 13.49 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Neulich

las ich einen Artikel zum Thema „Schwindel“. Erschreckend, wie viele Menschen davon betroffen sind. Ich glaube, jeder vierte hat mindestens einmal im Leben einen heftigen Schwindelanfall oder eine Erkrankung, wobei es harmlose, aber auch echt schlimme gibt, und bei vielen Arten selbst Ärzte keine Erklärung dafür haben oder die Ursachen noch nicht erforscht sind.


Auch über „meinen Fall“ stand da was geschrieben. Berichtet wurde über einen Mann, bei dem es auch so kam, wie bei mir, weil ein Gleichgewichtsnerv seine Funktion verloren hatte … oder wie immer man das beschreiben will. Auch er musste einen Monat lang eine hohe Dosis Kortison nehmen und hatte dann fünf Jahre Ruhe. Bis es auch den zweiten erwischt hatte und es schlimmer als je zuvor kam. Das zu lesen, war natürlich total schockierend für mich. Ich kann nur hoffen, dass das nicht immer so ist. An so eine Möglichkeit hab ich noch gar nicht gedacht.


Zunächst wusste man keinen Rat und so konnte er eine lange Zeit nicht ohne Hilfe sein, weil er keine einzige Minute Ruhe hatte. Auch immer hinfiel, wenn er aufstehen wollte … etc. etc. …

ich kann mir das alles gar nicht vorstellen. Ich wöllte so nicht leben. Aber er hat den Mut nicht verloren, und als man endlich erkannte, wo das Problem war, hat er viele Übungen gemacht über eine lange Zeit, hat nie aufgegeben. Bewundernswert. Heute hätte er es ganz gut im Griff, wie da geschrieben stand. Wortwörtlich weiß ich das nicht mehr so genau.


Solche extrem schrecklichen Erkrankungen machen mir Angst. Eigentlich sollte ich gar nichts darüber lesen, aber wenn man selbst betroffen ist, interessiert es einen halt doch.

Mir zeigt es auch immer wieder, wie wichtig es ist, jeden guten Moment zu nutzen, dankbar dafür zu sein, ihn erleben zu können. Und das bin ich wirklich, dankbar für jeden schönen, schmerz- und sorglosen Moment! Selten genug, dass alles passt. Das muss es auch nicht, auch das weniger Gute gehört nun mal zum Leben, aber für diese ganz besonders kostbaren Augenblicke, die einem das Leben schenkt, bin ich von ganzem Herzen dankbar!

Morgentau 29.07.2018, 13.29 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Dankbar

Ja, dankbar bin ich für jeden Tag, der ohne „besondere Vorkommnisse“ vergangen ist.

Das wird mir oft auch dann mal wieder bewusst, wenn ich Schlagzeilen über Schicksalsschläge lese, die irgendwem widerfahren sind. Das passiert jeden Tag … rund um die Uhr … immer.

Immer passiert etwas, das das Leben von jemanden so stark verändert, dass nichts mehr ist, wie es war.

Ja, ich habe es selbst erlebt. Aber die von anderen berühren mich auch immer wieder, vor allem, wenn man mehr von diesen Menschen erfährt, so dass man sich ein Bild machen und sich die Situation vorstellen kann. Wobei letzteres oft schwierig ist … jeder Mensch empfindet anders … geht anders mit Schicksalsschlägen um.

Mitzuerleben, wie ein Freund tödlich verunglückt, womöglich selbst nicht ganz schuldlos daran zu sein, wie geht man mit so einem Schicksalsschlag um? Etwas, was ich mir nicht vorstellen kann.

Oder wenn der geliebte Mensch plötzlich ein Pflegefall wird. Wie schaffen es Menschen, diese Aufgabe zu übernehmen? Ich könnte noch viele solcher und ähnlicher Beispiele nennen.

Wenn ich davon höre oder lese, schäme ich mich immer richtig, über welche Belanglosigkeiten ich mir manchmal den Kopf zerbreche. Auch komme ich mir dann richtig schwach vor, dass ich nicht mehr leisten kann und schnell in Panik gerate über Vorfälle, die sich oft im Nachhinein als Bagatelle oder ganz normale Alltagshürde erweisen.

Ja, ich bin so dankbar, wenn mir (weitere) schlimme Schicksalsschläge erspart bleiben. 

Aber ich will an mir arbeiten, manche Dinge weniger tragisch zu nehmen, sondern einfach nur froh zu sein über all das, was rund läuft in meinem Leben. Denn so wenig ist das wirklich nicht.

Danke!

Morgentau 11.07.2018, 19.10 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Sommerloch

Fast schon unheimlich ist die Stille im Bloggerland. Das gab es in den 16 Jahren, die ich blogge, noch nie. Ist es die Sommerhitze, die lähmt? Zum Teil sicher schon, aber bestimmt liegt es auch an anderen Dingen. An anderen Möglichkeiten der Kommunikation z.B., die es damals zu Beginn noch nicht gab. Die Flut an Informationen jeden Tag, wir können ihr kaum noch ausweichen. Wir sind so übersättigt davon, dass das Interesse am Einzelnen, an Details mehr und mehr verloren geht.




Viele haben weder Kraft noch Interesse, dagegen anzukämpfen, und lassen sich einfach nur noch berieseln. Hauptsache, es entstehen keine Lücken, in denen man zum Nachdenken kommen könnte, denn das wäre fatal. Da könnte man plötzlich erkennen, dass irgendwas nicht mehr rund läuft, dass etwas fehlt, und zwar etwas Entscheidendes. Aber das muss jeder selbst erkennen. Die meisten wissen gar nicht, wovon ich rede, wenn ich versuche, sie darauf zu bringen. Sie stimmen mir zwar zu, aber ich spüre, dass das nur oberflächlich ist und nur geschieht, damit das Thema schnell durch ist. Fazit: „Jedem das Seine“.



Vielleicht lebt es sich ja sogar besser mit dieser Oberflächlichkeit.

In manche Dinge dringe ich schließlich auch nicht tiefer ein, um mich zu beschützen. 

Meine Seele, die das nicht verkraftet und nicht verarbeiten kann z.B. ...

Oder ich fühle mich schnell genervt, wenn mir jemand von etwas vorschwärmt, mit dem ich absolut nichts am Hut habe. Wenn man nicht ausweichen kann, kann das für mich zur Qual werden … lach.

Deshalb würde ich auch nie jemanden ein Ohr abkauen, wenn ich spüre, dass da kein Interesse vorhanden ist. Meistens meide ich es von vornherein, wo ich sowas vermute.

Eigentlich auch ein Thema für sich.




Deshalb glaube ich auch, dass es vergebliche Mühe ist, jemanden davon überzeugen zu wollen, wo er seine Prioritäten setzen und auf was die Aufmerksamkeit lenken soll. Das muss und kann echt jeder nur für sich selbst entscheiden. Aber Interesse wecken, das geht. Und doch kommt auch das von Innen und nicht von Außen. Außen ist das „Projekt“, die Neugier darauf kommt von Innen. Aber wurscht. Ich glaube, mir steigt auch die Hitze zu Kopf … lach.




Die Luft ist gewitterträchtig, drückend, lähmend. Selbst den Vögelchen scheint ihr Lied heute nur schwer durch das Schnäbelchen zu gehen.

Etwas flügellahm fühle ich mich auch, dabei wird es wieder ein langer Tag.

Aber auch der geht vorüber. Hoffentlich ohne Unwetter. Das wünsche ich uns allen!

Morgentau 05.07.2018, 08.00 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Ausgewechselt

Wie es sich anfühlt, zu fliegen, kann man simulieren. Wie man mit zu viel Alkohol den Boden unter den Füßen verliert, kann man austesten. Auch, was Schmerzen bedeuten, kann jeder nachvollziehen, obwohl es da von Mensch zu Mensch auch Unterschiede gibt.

Aber was mich mal interessieren würde, … wie es ist, anders zu fühlen, ganz anders als ich empfinde, also nicht hochsensibel zu sein, sondern … kommunikativ, locker, selbstbewusst, aber auch affektiert, arrogant oder cholerisch, um mal ein paar Charakterzüge zu nennen.

Wie fühlt sich das an, wenn man so ist vom Wesen her? Wenn das, was andere als auffallend bezeichnen, beneidenswert oder abartig finden, für einen selbst ganz normal ist, weil man nun mal ist, wie man ist. Wie ist es, kein Mitgefühl zu empfinden, keine Angst? Wie fühlt man sich, wenn einem das Lernen total leicht fällt und man enorm viel Wissen behalten kann … oder wenn man eine besondere Gabe hat, für die man bewundert wird?

Was empfindet ein Mensch, der nicht zu Liebe fähig ist, der nur Hass in sich fühlt und gewalttätig ist. Ist das überhaupt ein Gefühl oder reagiert er nur als Auslöser eines chemischen Prozesses im Gehirn? Ist so ein Mensch nicht das bedauernswerteste Geschöpf überhaupt? Und liegt es wirklich und wahrhaftig an seinem Wesen oder könnte man das ändern?

Beeinflussen ja, aber der Grundwesenszug, der wird sich doch sicher niemals ändern.

Ein Extrovertierter kann auch nie zum Introvertierten werden und umgedreht, ganz gleich, wie sein Leben verläuft.

Ich kann es mir einfach nicht vorstellen und im Fall von einem Sadisten möchte ich es auch nicht austesten.

Aber ansonsten fände ich so einen kurzen Einblick in eine andere Seele schon spannend.

Obwohl ich glaube, dass es einfach unmöglich ist, anders zu empfinden, weil man dann ja ein anderer Mensch wäre. Wie also sollte so was funktionieren?

Gute Schauspieler können das und haben auch schon davon berichtet, wie sie über sich selbst erschrocken sind, wenn sie „diesen anderen“ in sich gefühlt haben.

Wenn ich es recht bedenke, ist es doch irgendwie bissel gruslig ...

Ich weiß, ich hab mal wieder meinen Spinnigen, aber so Zeugs geht mir halt auch manchmal durch den Kopf.

Morgentau 29.06.2018, 18.39 | (0/0) Kommentare | PL

Auf der anderen Seite

der Straße stehen zwei Männer und unterhalten sich angeregt.

Einer davon sieht aus der Entfernung genau aus wie mein Mann … damals vor ca. 10 Jahren.

Ich sehe oft Männer im Augenwinkel oder aus gewisser Entfernung, wo ich sofort denke, dass er es ist. Natürlich weiß ich, dass er es nicht ist, aber haltet mich ruhig für verrückt … 

mir gefällt der Gedanke, er könnte es sein, wenn er noch leben würde. Ganz gleich, ob er mit dem Rad gefahren kommt oder hinter dem Steuer eines Autos sitzt … ob ich ihn wie jetzt irgendwo stehen oder laufen sehe. Dann träume ich für ein paar Sekunden, wie es wäre, wenn er da gefahren käme … von der Arbeit oder woher auch immer. 

D.h. in meinem Tagtraum stelle ich es mir einfach vor, wie es wäre … ich hätte das Essen fertig und würde aus dem Fenster sehen, ob er schon kommt … und da sehe ich ihn … und freu mich, denn gleich können wir essen und uns unterhalten.

Für ein paar Sekunden ist es wie damals … spüre ich dieses Gefühl in mir, wie es wäre, wenn er nicht gestorben wäre. Ein paar Sekunden nur und doch so schön.

Ich hoffe, ich hab mich jetzt nicht zu umständlich ausgedrückt. Falls doch, dann ist das auch nicht schlimm. Vergesst es wieder. Es muss ja auch keiner verstehen.


Jedenfalls entdeckte ich diesen - „meinen“ - Mann gerade auf der anderen Straßenseite.

Und was hab ich gedacht, als ich ihn gesehen habe?

„Mit wem labert er denn nun schon wieder … das Essen wird kalt!“

Morgentau 12.06.2018, 14.45 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL