Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachgedacht

Herbstliche Wege

Des Sommers weiße Wolkengrüße
zieh'n stumm den Vogelschwärmen nach,
die letzte Beere gärt voll Süße,
zärtliches Wort liegt wieder brach.

Und Schatten folgt den langen Wegen
aus Bäumen, die das Licht verfärbt,
der Himmel wächst, in Wind und Regen
stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt.



Der Duft der Blume ist vergessen,
Frucht birgt und Sonne nun der Wein
und du trägst, was dir zugemessen,
geklärt in deinen Herbst hinein.

Joachim Ringelnatz

Morgentau 10.10.2021, 14.54 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Herbstlich

ist es geworden. Der morgendliche Nebel lässt die Altweiber schon spinnen. Der heiße August der letzten Jahre war wohl müde und wollte sich mal ausruhen. Man kann es ihm nicht verübeln, ich wöllte auch nicht unter Dauerstrom stehen.




Früher war es oft so, wir haben das nur vergessen. Vieles vergessen wir. Erst wenn der Verlust schmerzt, erinnern wir uns, wie schön es doch war.




Ich erinnere mich an all die Käfer, die in der Wiese herumkrabbelten … an viele Schmetterlinge … Bienen, Hummeln. Wo sind sie dieses Jahr? Noch nie sah ich so wenige … seltsam.




Die einzigen Insekten, die ich verstärkt wahrnehme, sind die Mücken, die sich auf mich stürzen, wenn ich etwas im Garten tun oder durch den Wald spazieren will. Oder auch die Bremsen, die auch niemand braucht.




Trotz des vielen Regens sieht man auch kaum Regenwürmer, dafür umso mehr Schnecken. Zumindest ist es hier so.


Dass Buntspechte, Eichhörnchen und unzählige Vogelarten zu mir bzw. meiner Futterstation finden, stimmt mich zum einen natürlich froh, macht mir aber genauso sehr Sorge, denn Insekten etc. kann dieses Futter nicht ersetzen.




Ich kann auf Vieles verzichten, aber wenn Tiere leiden oder gar aussterben, dann blutet meine Seele.




Eigentlich wollte ich gar nicht über so etwas Trauriges schreiben, aber es wollte herausgetippt werden … mein Herz hat diktiert.




Draußen lichtet sich langsam der Nebel … irgendwo singt ein Vögelchen. Überall sehe ich den Vogelnachwuchs herumflattern. Mir scheint, für die gefiederten Familien ist es ein gutes Jahr … und ich klammer mich an die Hoffnung.

Morgentau 03.08.2021, 12.56 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Drei wundervolle Tage

können so intensiv sein, dass sie einem gefühlt wie eine Woche vorkommen.

So erging es mir an den Tagen in Vorarlberg. Nun ist das schon wieder zwei Wochen her und alles erscheint mir nur noch wie ein Traum.




Ich hatte das Thema ja schon öfter, aber es erstaunt mich immer wieder aufs neue. Man nimmt alles so intensiv war, jedes Bild … jedes Geräusch … jeden Duft … und man gewöhnt sich so wahnsinnig schnell an das, was man doch eben erst kennengelernt hat.




Natürlich kann ich mir auch jetzt noch vorstellen, wie und wo alles war … sehe es noch vor mir im geistigen Auge. Und trotzdem kommt es mir so vor, als sei es schon Ewigkeiten her, dass ich an diesen Plätzen war. Eigenartig.




Wie muss das bei Menschen sein, die viel verreisen und auch viel länger an diesen Orten sind? Vermutlich leben die hauptsächlich für den Moment und weniger für die Erinnerungen. Wird wohl bei jedem anders sein.




Da ich als Hs alles ungefiltert aufnehme, könnte ich viele Orte gar nicht besuchen. Ich könnte es schlichtweg nicht aufnehmen, weil es mich überwältigen würde. Orte, wo sich viele Menschen aufhalten, schon gar nicht. Das kann ich nicht mal im Alltag.




Ich liebe die einsamen Gegenden, auch wenn es immer schwieriger wird, diese zu finden. Aber es gibt sie noch.

Dort, wo keine Attraktionen auf ihre zahlreichen Besucher warten, wo man nicht mit dem Auto bis vor die Tür fahren kann und keine Gaststätten und Souvenirläden locken.




Man kann dem nicht immer ausweichen, ganz klar, aber lange halte ich es an solchen Orten nicht aus.

Aber selbst der Wald wird immer mehr „erobert“. Man sieht es an den ausgetretenen Wegen oder leider oft auch an dem Müll, den Banausen hinterlassen. Das ärgert mich immer so sehr.




Wie schön, wenn man dann ein Fleckchen entdeckt, das noch relativ unberührt erscheint, weil es zu abgelegen von eben diesen Dingen ist, die ich oben beschrieben habe.




Ui … wie komme ich jetzt vom intensiven Erleben auf Abgeschiedenheit?

Weil ich nur dort intensiv fühlen und ganz entspannt den Stimmen der Natur lauschen kann.

Morgentau 03.07.2021, 00.00 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Im Advent

Einsam, bei Kerzenschein alte, längst vergessene Weisen spielen, einsam in den Briefen lesen, die geschrieben wurden, einst vor vielen, vielen Jahren…

Hans Gaefgen




Ja, auch das ist Advent ...

Morgentau 12.12.2020, 13.14 | (15/15) Kommentare (RSS) | PL

Die Tage vergehen

und dabei Erlebtes rückt mehr und mehr in den Hintergrund. Es ist erstaunlich, wie schnell das immer geht. Jeden Tag kommen neue Eindrücke dazu. Schöne, aber auch belastende.




Begebenheiten, die uns beschäftigen und keinen Platz mehr für das lassen, was wir vor geraumer Zeit erlebt haben. Der Kopf bekommt jeden Tag neue Aufgaben und macht ein Häkchen hinter den erledigten. Erst, wenn wir sie wieder aus dem Gedächtnis hervorkramen, erinnern wir uns daran.




Wobei ich natürlich die Erlebnisse auf Wanderschaft nicht gerade als Aufgabe sehe. Aber für den Körper ist es das schon. Er muss Leistung bringen, sich konzentrieren, Eindrücke aufnehmen und verarbeiten. Das ist nicht wenig gegenüber einem „ganz normalen Tag“.




Und doch verblassen diese Erinnerungen ziemlich schnell, wenn man keine Dokumente darüber hat.




Manche Fotos/Andenken machen natürlich auch traurig, die mag man gar nicht mehr anschauen. Auch sieht man auf den Bildern oft nur das Schöne und meint, das war immer so. Aber da kann man sich schwer täuschen, wie jeder weiß.




Aber egal … mir macht es nach wie vor große Freude, in meinen Erinnerungen kramen und euch ein wenig daran teilhaben lassen zu können.




Natürlich gibt es auch Erinnerungen, die ganz tief in einem schlummern und an die nie jemand herankommen wird. Die Bilder sind im Gedächtnis und wenn uns danach ist, holen wir sie hervor … nur für uns und diesem besonderen Moment.




Immer, wenn es auf den Herbst zugeht, beginnt bei mir diese Kramerei. Es ist eben so eine melancholische Zeit, die einem bewusst macht, was wir verloren haben, was das Leben nie mehr zurückbringen kann, obwohl wir es so sehr geliebt haben.




Jetzt beginnt die nachdenkliche Zeit für mich. Nicht nur das, was einem jeden Tag beschäftigt, geht mir durch den Kopf. In stillen Momenten kommen auch ganz alte Erinnerungen hoch …




Ich denke, die Fotos vom Piburger See, die ich zwischen meine Gedanken geschoben habe, sprechen für sich. Dazu braucht es keine Worte.

Morgentau 16.09.2020, 14.34 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Oje

schon wieder sind 10 Tage vergangen, seit ich das letzte Mal hier war. So lange wollte ich gar nicht pausieren, aber obwohl diese Zeit so surreal erscheint, vergeht sie immer noch wie im Fluge. Daran wird sich wohl auch nichts ändern.




Zum Glück sind die Tage überwiegend ausgefüllt, ging alles bisher gut und vieles ist fast schon zur Normalität geworden, was vor einem halben Jahr noch undenkbar schien. An vieles wird man sich aber nie gewöhnen können, glaube ich.




Nun gut, wir werden sehen, was die Zukunft bringt, wie sich alles weiterentwickelt. Es ist wohl abzusehen, dass es mit dem Leben, wie wir es vorher kannten, nie wieder in der Form weitergeht. Ob es ein „danach“ geben wird oder wir für immer damit leben müssen … wir können nur warten und hoffen.




Das ganze Ausmaß und die Folgen werden vermutlich schlimm bleiben. Es ist noch wichtiger geworden, sich über seine Prioritäten Gedanken zu machen … und das, was gut ist und richtig läuft in unserem Leben, noch mehr zu schätzen und zu bewahren.




Das wird nicht einfach, denn das Abschalten und Genießen ist auch nicht mehr so leicht wie früher. Aber es gibt sie noch … diese Augenblicke. Sie geben uns Kraft und Mut. Deshalb wiederhole ich mich auch so oft, weil ich mir das selbst immer und immer wieder bewusst machen muss.




Dass sich der Sommer schon dem Ende neigt, kann ich auch nicht so recht glauben. Aber irgendwie ist eh alles durcheinander im Kopf. Noch nie musste ich so oft überlegen, was wir eigentlich für einen Tag haben, wenn ich morgens erwache. Weil sich so vieles verändert hat.




Trotzdem habe ich euch wieder ein paar Aufnahmen von besonderen Momenten mitgebracht. Damit die Zeilen nicht zu entmutigt klingen. Noch habe ich die Hoffnung nicht verloren … das sollten wir alle nie müssen.




Ich hoffe, euch geht es gut!!!!! Ganz liebe Grüße … bis bald!



Morgentau 26.08.2020, 17.25 | (10/10) Kommentare (RSS) | PL

Der Vorgeschmack auf den Frühling

in den vergangenen Tagen war ein schöner kleiner Trost für diese enormen Sorgen, die uns derzeit beschäftigen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, wir wären schon in den Osterferien. Diese außergewöhnliche Ruhe war fast unheimlich.




Meistens übertönen die vom Menschen gemachten Geräusche das liebliche Singen der Vögel. Nicht so in dieser Woche. Den ganzen Tag sangen sie voll Inbrunst und schienen ihr Glück kaum zu begreifen, so kam es mir vor. 




Wie wohltuend es war, diese unerwartete Entschleunigung und Einschränkung zu erleben, wenngleich auch die Hintergründe so dramatisch sind.




Als wir vor einer Woche im Wolfstal waren, ahnte noch keiner etwas von diesen Entwicklungen.



Wie es weitergeht, kann wohl niemand sagen. Was heute gilt, kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Alles ist anders … die Prioritäten verschieben sich … vieles, was bisher zu unserem Lebensmittelpunkt gehörte, wird plötzlich zur Nebensache.




Viele Gedanken gehen durch meinen Kopf in diesen Tagen, die Gefühle fahren Achterbahn. Aber wem geht es nicht so ...



Morgentau 21.03.2020, 12.56 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Noch vor einer Woche

war alles anders. Keiner ahnte damals, welche Ausmaße das alles annehmen würde. Jedenfalls nicht von den Leuten, mit denen ich Kontakt habe.

Für mich hat es auch einschneidende Konsequenzen für mein weiteres Leben. Mehr möchte ich hier nicht schreiben. Zumal noch nichts endgültig entschieden ist und wohl keiner so genau sagen kann, wie es weitergeht … ob und wann es weitergeht. Niemand. Es trifft viele hart … und jeder hofft natürlich, dass es nicht so schlimm kommt, wie befürchtet. Das ist wohl das einzige, was wir tun können, den Anweisungen folgen und hoffen, dass sich irgendwann die Lage wieder entspannt.

Wer hätte das für möglich gehalten, dass es je soweit kommen könnte. Manchmal hab ich fast das Gefühl, da sind Mächte im Spiel, die diese Erde retten wollen … also auch den Menschen, bevor er sich sein eigenes Grab schaufelt. Alles wirkt so surreal.


Ich wünsche euch ganz viel Kraft, die kommende Zeit zu bewältigen!



Morgentau 18.03.2020, 07.32 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Novemberregen

tröpfelt auf das welke Laub. Es hat was von einem melancholischen Lied. Abschiedsmelodie. 




Aber es hat auch etwas Beruhigendes. Es tut gut, ihm zu lauschen. Gerade an diesem stillen Sonntag, … so schön ist das.




Wo geht dieses Jahr hin? Geht es wirklich schon seinem Ende entgegen? 

Ich kann es manchmal nicht wahrhaben. All diese Momente, an die ich mich erinnere, sind sie nicht erst gestern gewesen?




Lag nicht alles noch vor uns? Was ist aus unseren Plänen geworden? Sind unsere Vorstellungen eingetreten, haben sich unsere Wünsche erfüllt oder mussten wir sie verschieben … vielleicht sogar begraben?




So ist der Lauf des Lebens … der Wechsel der Jahreszeiten, wie der von Glück und Unglück … Freude und Kummer … Erfolg und Misserfolg.



Immer geht es Auf und Ab … und nichts bleibt, wie es war.



Morgentau 03.11.2019, 15.24 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Ganz schön frisch

ist es geworden und seit gestern haben wir leichten Regen. Auch das gehört zum Herbst und da es dabei friedlich zugeht, kann ich dieser Stimmung sogar etwas abgewinnen. So bin ich gestern ohne Schirm aus dem Haus, um die Regentröpfchen auf meinem Gesicht zu spüren. Das war herrlich.




Keine Angst, der Weg zur Bushaltestelle ist nicht allzu weit und der Regen fiel wirklich nur ganz sanft.




Hab die Futterstellen der Vögelchen wieder aufgefüllt und gleich gestern herrschte ein reger Andrang. Sogar ein Mäuschen habe ich entdeckt, aber das flüchtete schnell wieder, als es mich wahrnahm.




Nun geht auch der Oktober langsam zur Neige. Die Zeit … sie eilt dahin. Eigentlich muss es mir gar nicht bange werden vor den vielen düsteren Monaten. Hinter all dem wartet schließlich der nächste Frühling.




Ich mag diesen Kreislauf, die Abwechslung und dass man sich immer auf etwas freuen kann. Wenn nur das Wetter nicht immer so ausarten würde. Das macht mir schon Angst. Wenn ich die Bilder von Kalifornien sehe, kann ich mir das alles gar nicht vorstellen. Es zählt zu den schlimmsten Alpträumen, wenn ich eine Feuersbrunst auf uns zuwalzen sehe und nicht weiß, wohin ich mit meinen Kindern flüchten kann. Aus solchen Träumen erwache ich mit heftigstem Herzrasen. Und für so viele Menschen ist es Realität. Das ist so so schlimm.




Auch deshalb bin ich dankbar für jeden schönen Moment, der uns vergönnt ist. Auch wenn es einem mal gar nicht gut geht und es dann schwerfällt, zu glauben, dass es noch mehr davon geben wird, der Gedanke daran gibt Kraft, nicht aufzugeben. Ich weiß, ich hab leicht Schwätzen … es gibt schon Situationen, die aussichtslos erscheinen. Dann sind sämtliche positiven Gefühle verschüttet.




Ups … immer diese Gedanken, wenn es auf Richtung November zugeht. 

Ist halt so … irgendwann brauchen auch sie ihren Raum.




Dafür finden zwischen den Zeilen wieder ein paar Bildle Platz, die zeigen, dass auch das Trübe zum Leben gehört und manchmal sogar schön sein kann.



Morgentau 29.10.2019, 07.31 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL