Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


Einträge ges.: 3009
ø pro Tag: 0,8
Kommentare: 14948
ø pro Eintrag: 5
Online seit dem: 23.02.2013
in Tagen: 3573
2022
<<< Dezember >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
   01020304
05060708091011
12131415161718
19202122232425
262728293031 
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3

Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




Captcha Abfrage



Ingrid
Gute Besserung!
12.2.2022-22:34
Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachgedacht

Jetzt ist sie da, die Dunkelheit

Schon früh bricht sie über uns herein. Früher mochte ich es, zu dieser Zeit noch einmal durch die Straßen der Stadt oder Wege der Wohnsiedlung zu gehen. Es hatte etwas Heimeliges, wenn hinter den Fenstern der Häuser das Licht brannte. Schon als Kind fand ich es interessant, einen heimlichen Blick in andere Wohnungen werfen zu können. Früher konnte man das noch leicht, denn Rollläden gab es noch nicht und nicht jeder zog am Abend seine Gardinen zu.

Da wir im 4. Stock wohnten und unser Haus und die Nachbarhäuser gegenüber nur eine schmale Straße trennte, konnte ich in die eine oder andere Wohnung schauen.

Natürlich gab es nicht viel zu sehen, halt nur einen Teil des Raumes, und die Menschen spielten ja auch nicht gerade vor dem Fenster mir zur Freude Theater.


Es ging mir auch nicht darum, herauszufinden, was sie tun oder sie permanent zu beobachten. Nein, das war es nicht. Ich erwartete da auch nichts Aufregendes oder so … nein. So richtig beschreiben kann ich meine Gedanken und Gefühle auch gar nicht. Es hatte irgend etwas Schönes, Gemütliches für mich. Der Gedanke, dort sind Menschen zuhause, das ist ihr ganz persönliches Reich, dort teilen sie mit ihren Lieben ihre Freuden und Sorgen, feiern Weihnachten und Geburtstage, spielen, lachen, weinen und fühlen sich geborgen.

Sie haben ihr Heim nach ihrem Stil eingerichtet. Das schöne Bild an der Wand, das gemütliche Sofa im Eck, die Stehlampe vor dem Sessel … da der schöne Schrank, dort ein Klavier oder Mutters Nähmaschine …

Ich stellte mir vor, wie das Leben dieser Menschen in eben diesen Räumen wohl sein mag. Und ich stellte es mir schön vor, denn andere Gefühle hatte ich in dem Moment nicht. Es war zu einer Zeit, als ich meistens vom Guten ausging, von daher war in meiner Vorstellung als Kind alles positiv.


Es war immer eine Verlockung für mich, dem Lichtfall der Fenster zu folgen und zu schauen, wie es da drinnen aussieht.

Für einen ganz kurzen Moment nur, denn erwischt werden, wollte ich natürlich nicht. Das wäre mir mächtig peinlich gewesen.

Wie oft hab ich dann gedacht, dass ich einmal Mäuschen sein möchte.

Vor allem in den Wohnsiedlungen am Waldrand oder im Dorf, wo meine Großmutter lebte. 

Die oftmals kleinen Wohnungen in den – für heutige Verhältnisse – winzigen Häuschen stellten sich für mich so unbeschreiblich gemütlich dar. Erst recht, wenn es draußen richtig kalt war und der Rauch aus den Schornsteinen die Wärme in den kuschligen Räumen ahnen ließ.


Heute hat sich diese Neugier gelegt. In die meisten Häuser kann man eh nicht mehr schauen. Abends fallen die Rollläden runter und selbst im Dorf wird es zappenduster. 

Zumindest hier bei uns. Aber bald darf ich auf ein wenig Fensterbeleuchtung hoffen ... ich lass mich überraschen.


Morgentau 05.11.2022, 10.12 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Melancholie

Viel zu schnell wurde es wieder November. Ist es zu glauben?

Auf vielen Bäumen halten sich nur noch ein paar wenige Blätter mit letzter Kraft fest. Vielleicht hat ihnen die Wärme der vergangenen Tage auf täuschende Weise suggeriert, dass nun gleich der Frühling folgt. Da juckt es den Bäumen schon in den Knospen.




Und sie sind nicht die einzigen, die Frühlingsgefühle entwickeln. Es brummt und summt, flattert und zwitschert. Es stellt sich nur die Frage, ob vor Freude über die Verlängerung oder ob doch eher Verwirrtheit dahinter steckt.




Vieles erscheint mir heutzutage so surreal, als wäre ich gar nicht mehr in dieser, sondern einer Art Parallelwelt. Selbst die Vergangenheit, in der noch alles so klar schien, lässt manchmal Zweifel aufkommen, ob es damals wirklich so war, wie es unsere Gefühle glauben machen wollen.

Für mich wirkt sie jedenfalls ziemlich verklärt, ungetrübt, so dass ich oft in sie flüchte, weil sie mich zu trösten vermag.



Melancholie. Ja, in dieser Zeit werde ich immer davon ergriffen. Aber ich mag sie auch, diese Zeit, die fallenden Blätter, die wallenden Nebel in den Morgenstunden, den Geruch von frisch umgegrabener Erde und die wechselnden Farben der letzten Blüten und Blätter.




Heute hat sich die Sonne hinter einer hohen Wolkendecke versteckt. Ob sie auch diese Pausen braucht, um mal nichts zu sehen, was hier auf Erden abgeht? Oder denkt sie, dass es Zeit wird, kürzer zu treten. Schließlich haben wir schon November.



Morgentau 01.11.2022, 11.19 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Ich wusste es

dass es wieder ein wunderbarer Morgen wird. So ruhig und einladend für viele Gedanken.

Sagt mal, denkt ihr gern nach? Nein, nicht grübeln … sondern einfach so die Gedanken fließen lassen … ?

So eine Mischung aus Denken und Träumen. Das hab ich schon als Kind gern getan. Entweder, ich habe mich dabei auf etwas gefreut, was noch vor mir lag, oder eben über etwas, das zurück lag.


Warum das so war, ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich Einzel- und Schlüsselkind war und ganz viel Zeit nur mit mir allein war. So habe ich oft innerlich mit mir selbst kommuniziert … oder mit einer imaginären Schwester. Ich habe es irgendwie sogar gebraucht.


Vielleicht kann ich mich ja auch deshalb so gut an vieles erinnern, was schon ewige Zeiten her ist. Weil sich alles so festsetzt bei mir. Aus den Augen, aber niemals aus dem Sinn.


Ich tu es noch immer gern und hab deshalb auch irgendwie kein Problem damit, auch mal allein zu sein. Selbst im Bus sitze ich lieber allein, schau nach draußen und lass meine Gedanken fließen. Gerade an solchen Tagen, wo viele Erinnerungen ins Gedächtnis drängen. Es tut mir gut.


Vielleicht ist es auch das Freie … denken zu können, was man mag, und nicht das, was man muss, wie beim Lernen, der Arbeit oder Unterhaltung mit anderen.

Klar besteht dabei auch die Gefahr, dass sich nicht nur freundliche Gedanken in den Vordergrund drängen. Womit ich wieder beim Grübeln wäre. Das kenne ich nämlich leider auch. Und auch das sehr extrem, quälend und manchmal sogar bedrohlich.


Nein, es ist nicht immer gut, sich Gedanken zu machen … aber manchmal schon.



Morgentau 16.06.2022, 08.40 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Jeden Morgen singen die Vögelchen

obwohl Dächer und Wiesen vom Frost glitzern und die Vogeltränke zugefroren ist. Ja, es ist eisig kalt und nur die Sonne vermag es, die Vorfreude auf den Frühling zu erhalten.




Sie haben Durst, denn es hat schon wochenlang nicht geregnet, alles ist ausgedorrt. So eile ich mit heißem Wasser zur Tränke, um den Eistaler zu lösen und meinen gefiederten Freunden ein Morgenbad zu ermöglichen … oder einfach nur, um ihr Bedürfnis nach Wasser zu stillen. Manchmal ist das Nötigste rar ... müssen wir uns daran gewöhnen?




Ja, es heißt wohl, noch viel Geduld haben. Es geht uns Menschen nicht anders. Geduld haben … hoffen … warten … warten, dass es besser wird … irgendwie. Zu viel haben wir zu bewältigen. Wie soll ich da meine Ängste in den Griff kriegen, frage ich mich jeden Tag.




Ich versuche es mit dem, was mir immer eine große Hilfe war, wenn es darum ging, meine Seele zu beruhigen. Die Orte aufsuchen, die mir ein Gefühl von Trost und Geborgenheit geben.

Und doch machen so langsam auch davor die vielen düstere Gedanken nicht Halt. Wer schützt diese Orte … wer schützt die Tiere … wer schützt die friedliebenden Menschen? Wer hat die Kraft dazu?

Hat sie überhaupt jemand?

So lange Zeit hatte ich Hoffnung, dass es möglich ist, im Frieden zu leben. Dass das ein Trugschluß war, macht mich unendlich traurig. Kein Wunder, dass auch die Kräfte nachlassen. Wenn die Seele krank ist, fehlt dem Körper seine wichtigste Energiequelle. Jedenfalls ist es bei mir so.




So faszinierend dieses Geäst, dahinter der Himmel mit seinen Wolken ...

ich liebe all das so sehr. Es ist immer wieder überwältigend für mich, das lässt nie nach.


Ich hoffe auf den Frühling … und auf ein Wunder … auf viele, viele Wunder. 

Vielleicht passieren ja wenigenstens ein paar davon ... oder auch nur eines?




Gestern sah ich eine Holzbiene bei den Blümchen auf meiner Terrasse. Leider waren die wenigen Teller der Tafel wohl schon von anderen Bienchen leergeräumt. Gibt es eigentlich auch Bienchenfutter? Da muss ich mich mal schlau machen.


Es gibt so viel Schönes da draußen ... so viel Wundervolles. Haben wir zu wenig darauf Acht gegeben?




Die Fotos entstanden neulich auf der Alb. Auch dort wartet alles auf den Frühling. Aber es braucht halt einfach noch ein wenig Geduld …

Morgentau 06.03.2022, 18.13 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Rings um uns

Hier der Vogel, dort der Baum –
Wie wir neben ihnen leben!
Wohl, verstehn uns selber kaum,
Doch was mag sich dort begeben!

Wieviel Leben uns umflutet,
Unaufhörlich, ausgegossen!
Wieviel Seele, nur vermutet,
Nur gefühlt, doch nie erschlossen!

Christian Morgenstern


Morgentau 18.02.2022, 11.11 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Und über Nacht

ist es (noch nicht) Winter geworden, … zumindest sind die ersten Flöckchen gefallen.

Heute früh waren die Dächer und das welke Laub in der Wiese weiß bepudert.

Damit scheint der Herbst das Handtuch zu werfen.




Auch bei ihm habe ich das Gefühl, dass das dieses Jahr viel zu schnell ging. 

Aber vielleicht händeln die beiden ja auch nur, der Herbst und der Winter, wie immer in dieser Übergangszeit.




Ich freue mich jedenfalls auf solche Tage …




… und hoffe, dass wir sie alle gesund und froh genießen können.




Habt ihr eure Wohnung schon adventlich geschmückt oder ist das eher nicht so euer Ding?




Ich werde nie vergessen, wie schön das immer war ... früher, als ich noch Kind war, oder später, als ich selbst Kinder hatte. Eine wunderschöne, gemütliche und geheimnisvolle Zeit war das.




Ganz so, wie in unzähligen schönen Liedern besungen. Ich mag vor allem die alten.

Welche Bedeutung diese Zeit für die Menschen hatte, kann man in ihnen erkennen.

Ich kann mich richtig hineinfühlen, wie das war. So schön.

Nicht umsonst sind die meisten auch nach so unendlich langer Zeit noch beliebt.




Wenn ich ehrlich bin, vermisse ich das schon ein wenig. Diese riesige Vorfreude und was die vielen kleinen Dinge, die diese Zeit ausmachte, für ein Brennen im Herzen auslösten.


Gibt es Vorfreude überhaupt noch? Ist nicht jede Minute schon ausgefüllt mit Gedanken?




Man könnte ja meinen, je mehr man aus dem Vollen schöpfen kann, umso glücklicher ist man. Aber wenn ich meine Gefühle von damals mit dem heutigen Empfinden vergleiche, würde ich sofort wieder tauschen.




Wie auch immer … ich freue mich auf gemütliche Stunden, in denen wir unsere Sorgen mal für ein Weilchen verdrängen können, ... und hoffe von Herzen, dass wir alle gesund bleiben!

Morgentau 26.11.2021, 18.20 | (14/9) Kommentare (RSS) | PL

Ein wenig andere Gedanken

zwischen all denen, die uns in diesen Tagen fest im Griff haben (wollen). Das ist nicht schwer, denn der Kopf ist voll davon … und nur mit Müh`und Not gelingt es uns, sie mal für ein Weilchen zu verdrängen.




Ich hoffe, auch euch gelingt das, schließlich gehen wir mit Riesenschritten einer Zeit entgegen, die man bisher immer die friedlichste des Jahres nannte.

Eine Zeit, auf die ich mich immer so sehr gefreut habe.




Still und friedlich ist es jetzt im Wald. Nur noch wenige finden den Weg hierher. Der Nebel scheint jeglichen Lärm zu verschlucken, aber auch das Leben hat sich scheinbar zurückgezogen.

So soll es auch sein ...




In dieser Zeit hab auch ich mehr und mehr das Bedürfnis, mich zurückzuziehen, es mir in meinem Zuhause gemütlich zu machen. 

Ist wohl auch das Beste so ... 




Ich genieße die Wärme, das Schnurren meines Tigerle … und das Licht, das ich überall aufgestellt und angebracht habe. Ich konnte und wollte nicht länger damit warten.

Licht ins Dunkel ...




Sie schimmern in mein Herz und lassen die Erinnerungen aufleuchten. Viele wunderbare Erinnerungen, wie sie jeder von uns in sich trägt.

Wie gut, dass wir sie haben. Früher habe ich gern nach vorn geschaut, aber jetzt gelingt mir das immer weniger.


Wie heißt es so schön ... "Zünden wir ein Lichtlein an!"




Ich hoffe, es geht euch gut, und wünsche euch ein gemütliches, schönes Wochenende!

Morgentau 19.11.2021, 13.57 | (10/10) Kommentare (RSS) | PL

Herbstliche Wege

Des Sommers weiße Wolkengrüße
zieh'n stumm den Vogelschwärmen nach,
die letzte Beere gärt voll Süße,
zärtliches Wort liegt wieder brach.

Und Schatten folgt den langen Wegen
aus Bäumen, die das Licht verfärbt,
der Himmel wächst, in Wind und Regen
stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt.



Der Duft der Blume ist vergessen,
Frucht birgt und Sonne nun der Wein
und du trägst, was dir zugemessen,
geklärt in deinen Herbst hinein.

Joachim Ringelnatz

Morgentau 10.10.2021, 14.54 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Herbstlich

ist es geworden. Der morgendliche Nebel lässt die Altweiber schon spinnen. Der heiße August der letzten Jahre war wohl müde und wollte sich mal ausruhen. Man kann es ihm nicht verübeln, ich wöllte auch nicht unter Dauerstrom stehen.




Früher war es oft so, wir haben das nur vergessen. Vieles vergessen wir. Erst wenn der Verlust schmerzt, erinnern wir uns, wie schön es doch war.




Ich erinnere mich an all die Käfer, die in der Wiese herumkrabbelten … an viele Schmetterlinge … Bienen, Hummeln. Wo sind sie dieses Jahr? Noch nie sah ich so wenige … seltsam.




Die einzigen Insekten, die ich verstärkt wahrnehme, sind die Mücken, die sich auf mich stürzen, wenn ich etwas im Garten tun oder durch den Wald spazieren will. Oder auch die Bremsen, die auch niemand braucht.




Trotz des vielen Regens sieht man auch kaum Regenwürmer, dafür umso mehr Schnecken. Zumindest ist es hier so.


Dass Buntspechte, Eichhörnchen und unzählige Vogelarten zu mir bzw. meiner Futterstation finden, stimmt mich zum einen natürlich froh, macht mir aber genauso sehr Sorge, denn Insekten etc. kann dieses Futter nicht ersetzen.




Ich kann auf Vieles verzichten, aber wenn Tiere leiden oder gar aussterben, dann blutet meine Seele.




Eigentlich wollte ich gar nicht über so etwas Trauriges schreiben, aber es wollte herausgetippt werden … mein Herz hat diktiert.




Draußen lichtet sich langsam der Nebel … irgendwo singt ein Vögelchen. Überall sehe ich den Vogelnachwuchs herumflattern. Mir scheint, für die gefiederten Familien ist es ein gutes Jahr … und ich klammer mich an die Hoffnung.

Morgentau 03.08.2021, 12.56 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Drei wundervolle Tage

können so intensiv sein, dass sie einem gefühlt wie eine Woche vorkommen.

So erging es mir an den Tagen in Vorarlberg. Nun ist das schon wieder zwei Wochen her und alles erscheint mir nur noch wie ein Traum.




Ich hatte das Thema ja schon öfter, aber es erstaunt mich immer wieder aufs neue. Man nimmt alles so intensiv war, jedes Bild … jedes Geräusch … jeden Duft … und man gewöhnt sich so wahnsinnig schnell an das, was man doch eben erst kennengelernt hat.




Natürlich kann ich mir auch jetzt noch vorstellen, wie und wo alles war … sehe es noch vor mir im geistigen Auge. Und trotzdem kommt es mir so vor, als sei es schon Ewigkeiten her, dass ich an diesen Plätzen war. Eigenartig.




Wie muss das bei Menschen sein, die viel verreisen und auch viel länger an diesen Orten sind? Vermutlich leben die hauptsächlich für den Moment und weniger für die Erinnerungen. Wird wohl bei jedem anders sein.




Da ich als Hs alles ungefiltert aufnehme, könnte ich viele Orte gar nicht besuchen. Ich könnte es schlichtweg nicht aufnehmen, weil es mich überwältigen würde. Orte, wo sich viele Menschen aufhalten, schon gar nicht. Das kann ich nicht mal im Alltag.




Ich liebe die einsamen Gegenden, auch wenn es immer schwieriger wird, diese zu finden. Aber es gibt sie noch.

Dort, wo keine Attraktionen auf ihre zahlreichen Besucher warten, wo man nicht mit dem Auto bis vor die Tür fahren kann und keine Gaststätten und Souvenirläden locken.




Man kann dem nicht immer ausweichen, ganz klar, aber lange halte ich es an solchen Orten nicht aus.

Aber selbst der Wald wird immer mehr „erobert“. Man sieht es an den ausgetretenen Wegen oder leider oft auch an dem Müll, den Banausen hinterlassen. Das ärgert mich immer so sehr.




Wie schön, wenn man dann ein Fleckchen entdeckt, das noch relativ unberührt erscheint, weil es zu abgelegen von eben diesen Dingen ist, die ich oben beschrieben habe.




Ui … wie komme ich jetzt vom intensiven Erleben auf Abgeschiedenheit?

Weil ich nur dort intensiv fühlen und ganz entspannt den Stimmen der Natur lauschen kann.

Morgentau 03.07.2021, 00.00 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL