Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Ingrid
Gute Besserung!
12.2.2022-22:34
Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Hochsensibel

Ein Weichei

bin ich. Das hab ich während meiner Busreise wieder deutlich zu spüren bekommen.

Während den restlichen Teilnehmern so ein Tag voller Eindrücke nichts auszumachen schien, sehnte ich mich nur noch nach meinem Zimmer und totaler Ruhe. Ich war auch immer die erste, die sich verabschiedete.

Diese gemeinsamen Essen waren eh das Anstrengendste der ganzen Reise für mich. Für HS die Hölle. Das kann sich keiner vorstellen.

Aber die Damen und Herren, die teilweise 20 Jahre älter waren als ich, die drehten erst so richtig auf, ließen sich das Essen schmecken, tranken Bier und Wein und wurden immer lauter und fröhlicher, während ich an meinem Wasserglas nippte, kaum einen Bissen herunter bekam und nur noch an Flucht dachte.

Auch morgens hatte ich keinen Appetit und ließ das Frühstück auch mal ausfallen. Ich kann auch immer nur staunen, wie viel sich andere aufladen können, was sie schon morgens verdrücken können. Boah.

Wo wandert das hin? In meinen Magen würde das gar nicht reinpassen, ganz zu schweigen, welche Kraftanstrengung die Verarbeitung für meinen Körper wäre. Das klingt jetzt vielleicht sarkastisch, aber ich frage mich das wirklich. Zumal ich nicht gerade dünn bin.

Ich muss krank sein.

Morgentau 26.10.2016, 10.40 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Erschöpft

und randvoll mit Eindrücken kam ich gestern zurück in meine Welt, wo ich mich erst einmal wieder zurechtfinden musste. So richtig wieder da bin ich noch immer nicht. Dabei war ich nur sieben Tage weg von zuhause.

Für andere ein Klacks, aber für mich eine enorme Kraftanstrengung. Da stürmen so wahnsinnig viele Gefühle und Empfindungen auf mich ein, dass ich wirklich alle Kraftreserven benötige, um das durchzustehen. Im Guten wie im weniger Guten. Ganz einfach, weil mir schlichtweg der Filter fehlt und ich nicht anders kann, als alles mitzunehmen. 

All die unzähligen neuen, unbekannten Eindrücke. Ich kann halt nur intensiv wahrnehmen … das alte Problem … seufz.


Dennoch, es hat sich gelohnt, wahrlich gelohnt. Mir bleiben meine Fotos und Erinnerungen, und gegen die verblassen die weniger schönen „Nebenwirkungen“.

Außerdem wusste ich es ja schon vorher, hatte mich darauf eingestellt und bin nicht gleich wieder in Panik geraten, wie beim ersten Versuch, so eine Busreise mitzumachen.

Alles gut.


Das Beste war: Wir waren nur 17 Leute … in einem Bus für 48 Personen. Ich hatte quasi das letzte Busdrittel für mich und konnte fotografieren, was das Zeug hielt. Mal links, mal rechts und auch ab und an aus dem hinteren Fenster. Ich hatte Platz für meine sieben Sachen, konnte schlafen, wenn ich wollte … hatte meine Ruhe. Zumindest dort … lach.


Die Fotos, die ich aus dem Busfenster heraus geschossen habe, sind natürlich nicht so schön, allein schon wegen der störenden Spiegelung. Ich muss das auch nicht erklären, ihr werdet es ja sehen. Aber ein paar muss ich euch einfach zeigen, wie dieses hier aus dem Rückfenster. Ich liebe diese Pinien-Alleen …




Aber es gibt natürlich auch ne Menge Fotos, die ich direkt vor Ort schießen konnte … also keine Sorge.

Ach ja, ihr wisst ja noch gar nicht, wo ich war. An der blauen Küste … der Cote d`Azur. 

Schon so lange träumte ich davon, dort noch einmal hinzureisen. Nun war es soweit.



Unglaublich, wie viel sich verändert hat. Der Reichtum ist überall spürbar und überwältigend. Und die Landschaft ist wunderschön. Kein Wunder, dass sich selbst die Franzosen im Sommer alle dort aufhalten. Ich könnte diesen Trubel nicht verkraften. Es sei denn, ich hätte selbst eine Villa oder Yacht dort und könnte mein Ding für mich machen … lach.




Es ist wirklich eine völlig andere Welt, die man gesehen haben muss, um sie ein wenig besser zu verstehen. Mit Worten kann man das nicht erklären oder beschreiben, absolut unmöglich.

Mag sein, dass das die meisten locker wegstecken und nicht so gigantisch wahrnehmen wie ich.

Für mich waren das jedenfalls alles überwältigende Dimensionen, die es zu verarbeiten galt.



Morgentau 23.10.2016, 12.06 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Vorhin

hörte ich vor dem Fenster ein aufgeregtes Zwitschern und Schwatzen. Ich wusste gleich, da müssen Stare in der Nähe sein. Und wirklich … da saßen sie aufgereiht auf der Stromleitung und hatten es gar wichtig. Ich hab die Gardine nicht berührt, damit ich sie nicht vertreibe, und sie ein Weilchen beobachtet.

So viele waren es, dass ich überlegt habe, wie viele es wohl sein mögen.

Ich schätzte, dass es an die 100 waren … und wollte es schließlich genau wissen und habe nachgezählt. Und tatsächlich waren es genau so viele … vielleicht auch 99 oder 101, auf jeden Fall ne Menge, was nicht zu überhören war.

Doch ganz plötzlich … für zwei drei Sekunden war es total still. Nicht ein einziger gab auch nur einen winzigen Pieps von sich. Eigenartig. Was das wohl zu bedeuten hatte?


Kalt ist es geworden, sehr herbstlich. Und das mitten im August. Das passt zu meinem Seelenzustand momentan. So langsam wird mir mehr und mehr bewusst, dass wieder ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat. Ist es schon mein letzter?

Mich hat so gefroren, dass ich dicke Socken angezogen habe. Tut das gut, wenn man plötzlich wieder Wärme spürt.

So anstrengend die vielen Gespräche in den letzten Jahren, seit meine Mutter an dieser unbarmherzigen Krankheit erkrankte, oft auch für mich waren, waren sie nie so schlimm und unerträglich, wie dieses ewige Schweigen jetzt. Daran muss ich mich erst gewöhnen.


Hab so so Angst vor morgen. Manchmal hab ich das Gefühl, mein Herz will jetzt schon aus meiner Brust springen, wenn ich daran denke.

Manno, warum bin ich nur so weichlich. Manche Menschen müssen noch ganz andere Dinge aushalten und durchstehen und dürfen da auch nicht schlapp machen.

Ich hatte gehofft, es bildet sich langsam sowas wie ein Schutzpanzer, aber dafür ist meine Haut wohl zu dünn.


Am meisten Angst hab ich vor Begegnungen mit kalten Menschen. Das verkrafte ich gar nicht, wenn einer kein Herz hat, weil ihm das, was er tut, eigentlich zuwider ist, oder weil er selbst unzufrieden ist und es andere spüren lassen will. Ganz schlimm sind die, die Notsituationen von anderen Menschen ausnutzen, um sich damit eine goldene Nase zu verdienen. Das ist die übelste Sorte. Die macht mich richtig krank. Das sind auch solche Dinge, die man nie im Leben vergisst. Solche Begegnungen. Selbst, wenn man sie verdrängt, sie schlummern nur irgendwo, um dir irgendwann mit ihrer hässlichen Fratze ins Gesicht zu lachen. 

Schon als Kind hatte ich Ängste und Alpträume, wenn ein Lehrer zu hart und zu streng war. Das hat sich wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen. Mit cholerischen oder despotischen Menschen könnte ich weder zusammenleben noch -arbeiten. Da wär ich ganz schnell krank und lebenslahm. Auch Sarkasmus und Arroganz lähmen mich. Ich hab dann meistens nicht die Kraft, mich dagegen zu wehren. Blöd, dass ich mich so schnell von so was beeindrucken lasse. Zum Glück kommt es selten zu solchen Begegnungen.


Ich muss aufhören, soviel zu denken. Jetzt mach ich mir eine schöne Tasse Tee und versuch, mein Vertrauen zu stärken.



Morgentau 10.08.2016, 16.01 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Was bin ich froh

zuhause zu sein. So sehr ich den Sommer liebe, das Wetter jetzt schlaucht mich irgendwie total.

Es ist diese anhaltende Schwüle, diese schwere Luft, die auch auf meinen Schultern zu drücken scheint, denn mein Rücken schmerzt und selbst den aufrechten Gang finde ich irgendwann anstrengend.

Vielleicht war es auch wieder der Heimweg, der noch eins drauf setzte. Ein stickiger alter Bus, ein schwerhöriger Fahrer mit schlechtem Musikgeschmack und hinter mir eine laute Person, die ihrer Sitznachbarin en dètail erzählte, warum sie einfach keinen Job bekommt, obwohl sie doch „alles“ versucht habe. Vielleicht hätte sie ihre Kleidung und Haare vorher mal waschen sollen. Ob das allerdings ausgereicht hätte, über ihr Auftreten hinwegzutäuschen … ?

Sorry, eigentlich bin ich nicht so böse, aber hättet ihr sie „erlebt“, kämen euch sicher auch solche Gedanken.

Für mich sind solche Minuten reinste Folter. Vorallem, wenn ihnen schon Stunden Stadtlärm voraus ging. Jedenfalls war die Bustür für mich wie das Tor zum Himmel, als sie sich endlich öffnete und ich aussteigen konnte.

Selbst meine Handtasche war mir zu schwer, die Sonnenbrille lästig … die Schuhe zu warm.

Wie herrlich, alles ablegen zu können, aus den Klamotten zu steigen, das Gesicht unter kaltes Wasser halten und durchatmen zu können.

Dann nur 10 Minuten das kühle Laken fühlen, den Körper fallen lassen und dem Regen lauschen, der plötzlich eingesetzt hat ... 


Morgentau 28.07.2016, 15.46 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Was ist das nur?

Ich weiß, ich hab die Frage schon öfter gestellt. Wieder und wieder, weil ich mich jedes Mal aufs neue darüber wundere, wie es sein kann, dass ich den ganzen Tag hundemüde bin, mir nichts sehnlicher wünsche, als mich sofort hinlegen und ein wenig schlafen zu können …

dann aber, wenn es endlich soweit ist, wenn die Nacht an die Tür klopft und mich ins Traumland entführen will, plötzlich die Müdigkeit wie weggeblasen scheint???


Ich hab nur eine Erklärung dafür: Es ist die Ruhe, nach der ich mich sehne, die ich brauche, zum atmen und leben.

Der Tag ist mir definitiv zu laut, zu bunt, zu grell, zu derb, zu erdrückend, zu viel.

Ich vertrage nur die leichte Dosis. Kleine Mengen, dezente Farben, sanftes Licht, leise Töne …


Jetzt geht es mir gut. Danke, dass es die Nacht gibt.

Morgentau 14.07.2016, 21.21 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Seit Tagen

ach, eigentlich seit Wochen überlege ich nun schon, ob ich dieses Jahr wieder eine Busreise buche. Die letzte war sehr anstrengend. So anstrengend, dass ich schon am zweiten Tag krank wurde. Naja, so richtig schlimm krank zum Glück nicht, konnte ich doch an allen Programmpunkten teilnehmen. Aber gut ging es mir dabei halt wirklich nicht. 

Zu viele Menschen, zu viele Eindrücke, zu viel Zuviel ... für Körper und Seele.

Dennoch bekam ich beeindruckende Dinge zu sehen. Orte, die zu besuchen, ich schon immer erträumt hatte. Und als ich später zuhause meine Fotos anschaute und all diese wunderbaren Augenblicke noch einmal in Ruhe erfühlen durfte, da wusste ich, dass es doch all die Anstrengung wert war.


Leider ist an so vielen interessanten Orten dieser Welt kein Platz für hochsensible Menschen. Die Atmosphäre ist schlichtweg zu überladen, als dass sie das ausleben und fühlen könnten, wonach ihnen der Sinn steht. Zu laut, zu hektisch, zu voll, zu dicht … etc.

Es müssten überall wenigstens ein paar Tage im Jahr für Hochsensible reserviert sein, an denen nur sie Zugang zu diversen Orten, Einrichtungen etc. haben. 

Tage, die Stille, Zeit und Raum garantieren, die sie zum Erfassen und bewussten Aufnehmen all der Herrlichkeiten benötigen.

Aber das wär schlichtweg schon aus dem Grund nicht möglich, da sich viele für hochsensibel halten, die es gar nicht sind.


Ich weiß, ich weiß, es gibt stille, abgelegene Orte, die wie geschaffen sind für Menschen, die Einsamkeit und Ruhe suchen. Aber davon rede ich nicht. Außerdem finden selbst dahin Lärm und Rücksichtslosigkeit ihren Weg. Es wird immer schwieriger, solche Orte zu finden, denn selbst im tiefsten Wald muss man mittlerweile damit rechnen, einer Horde lärmender Möchtegernwandersportler zu begegnen, die dort unbedingt ihre persönlichen Konflikte mit anderen besprechen müssen, statt auch nur einen Blick für die Natur zu verwenden.


Also werde ich in den sauren Apfel beißen und mich erneut der Gefahr der Überforderung aussetzen müssen, wenn ich noch etwas von der Welt sehen will. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Wohin die Reise geht und ob ich mich auch mal länger als vier Tage traue, weiß ich trotzdem immer noch nicht, denn dabei spielen noch weitere Faktoren mit. So lange die Situation um meine Eltern so ernst ist, möchte ich da nicht zuviel riskieren. Alles nicht so einfach …



Der Wald am Ortsrand. Wie schön, dass ich den zu Fuß erreichen kann.

Morgentau 16.03.2016, 13.10 | (6/0) Kommentare (RSS) | PL

Entkräftet

Ich schieb`s mal auf das Wetter, schließlich ist es so gar nicht jahreszeitentypisch und somit kein Wunder, wenn ich schon sowas wie Frühjahrsmüdigkeit spüre. Wenigstens habe ich heute keine Kopfschmerzen, naja, nur ein ganz glitzekleines bisschen, ein läppisches Kopfschmerzle, mit dem sich leben lässt.
Aber diese Müdigkeit und Schläffe, die kann ich wahrlich nicht verharmlosen, denn ich komme mir vor, als hätte ich den ganzen Tag Kohleeimer zu Fuß in den 11. Stock geschleppt, an irgendeinem Marathon teilgenommen ... oder was weiß ich. Ihr wisst schon ...



Und alles ist mir zuviel. Die vielen Menschen in der Stadt, volle Busse und Bahnen, überall Baustellen, Lärm, Schmutz, Müll ... und blinkende Weihnachtsbeleuchtung, die ihre Wirkung irgendwo dazwischen eingebüßt hat.
Zu gern möchte ich die Augen verschließen, auch vor den riesigen Werbeplakaten mit den strahlenden, glücklichen Menschengesichtern, wie man sie in der hastenden, drängenden Menge vergeblich sucht. Aber "Augen zu und durch" geht hier schlecht, wenn mir mein Leben lieb ist. Alle Jahre wieder ...



Eigentlich komm ich ganz gut mit dieser Show zurecht und lass mich davon normalerweise nicht beeindrucken. Aber es gibt so Tage, da empfinde ich alles extrem nervend, lästig, plump, zudringlich ... penetrant halt. Tage, an denen ich noch weniger filtern kann. Ich kann da nicht aus meiner Haut und nur staunen, wie resistent andere in diesen Dingen sind. Aber das ist eben mein Schicksal.

Andere mögen es und es sei ihnen auch von Herzen gegönnt. Und ich kann ja flüchten.
Wie sehr ich mich auf die freien Tage freue, wenn die Räder endlich für ein Weilchen still stehen werden.
Hach, wie ich es genießen werde ... aber sowas von.



(Die oberen Fotos gehören nicht zu den niedergeschriebenen Gedanken!)

Morgentau 17.12.2015, 15.20 | (5/0) Kommentare (RSS) | PL

Ein lieber Adventsgruß

in die vorweihnachtliche Runde, bevor ich mich weiter mühe, die Spuren zu beseitigen, die die gar nicht so heimelig gestimmte Vorweihnachtssonne zum Vorschein bringt.
Puuuh, da hab ich wohl im düstergrauen Tages- bzw. gnädigen Dezemberabendlicht der letzten Wochen so einiges übersehen. Aber ich seh das alles nicht so eng, im doppelten Sinn des Wortes bzw. Satzes.



Danke für eure lieben Besuche hier. Bei euch schau ich heute auch noch vorbei, das hab ich mir fest vorgenommen.

Die große Weihnachtsfeier habe ich nun auch überstanden. Ich weiß, das klingt nicht gerade nett, aber wer mich wirklich kennt, der weiß, wieviel Kraft und Überwindung es mich kostet, an solchen Events teilzunehmen. Das tu ich wirklich nur, weil ich meine Kollegen nicht enttäuschen möchte. Da ich sie alle sehr mag, spring ich in dem Punkt über meinen Schatten.
Erstaunlich finde ich immer wieder, dass offensichtlich so viele Menschen kein Problem damit haben, diesen (für mich eigentlich absolut unerträglichen) Lärm, diese Menschenmassen und das grelle Licht (großer Saal - 300 Personen) auszhalten bzw. sogar ein großes Vergnügen darin zu finden, sich da auch noch angeregt zu unterhalten.

In solchen Augenblicken fühle ich mich auch deswegen sehr unwohl, weil es mir so deutlich macht, wie anders ich bin. Leider fällt es auch schwer, dies anderen erklären zu wollen. Vermutlich, weil sie es sich einfach nicht vorstellen können. Es würde ja auch seltsam klingen, wenn man eine Einladung bekommt, weil man gemocht wird, und dann erklären würde: Leider kann ich sie nicht annehmen, weil ich hochsensibel bin. Man müsste also sagen, dass man den Lärm und die vielen Menschen nicht verträgt, was für andere aber immer noch als Ausrede gilt und einfach nicht akzeptiert wird. Viele reagieren beleidigt oder nehmen es gar persönlich. Ist leider so.



Heute hab ich meinen zweiten Stollen gebacken. Ich hab das Rezept noch raffiniert verfeinert, in dem ich den Stollen gleich nach dem Backen noch mit reichlich Cognac bepinsel, ... und muss sagen, es ist das i-Tüpfelchen.
Der Duft in der Küche macht einen fast schon benommen ... ich liebe es und freu mich schon auf den Anschnitt.
Aber nun muss ich weitermachen im Spuren beseitigen, bevor sie der Tag an die Nacht verliert.

Euch wünsche ich einen gemütlichen, ruhigen und friedlichen 3. Advent!

Morgentau 12.12.2015, 14.25 | (9/0) Kommentare (RSS) | PL

Rabenschwarze Nacht

da draußen, und jetzt komme ich erst dazu, hier noch ein paar Zeilchen zu hinterlassen.
Bei euch schau ich dann am Wochenende wieder vorbei, dann kann ich bestimmt wieder besser aus den Augen schauen.

Heute stand ein interessanter Artikel über Hochsensibilität in unserer Zeitung und in dem Zusammenhang über einen jungen Verein Faszination Frieden. Ich freu mich über diese Entwicklungen, die mir wirklich helfen, immer selbstsicherer zu werden und zu mir zu stehen.

Auch hier fand ich eine interessante Seite über Introvertierte, in der ich mich in vielen Punkten wiederfinde. Wirklich sehr interessant, und für alle, denen es auch so geht, lohnt es sich sicher, mal einen Blick darauf zu werfen. Natürlich auch für alle anderen, damit ihr UNS und unser Verhalten ein wenig besser verstehen lernt.

Ach, hätte ich das doch alles früher besser verstanden. Dann hätte ich mich nicht permanent so anders gefühlt ... so falsch gepolt oder gar schuldig, weil ich so anders fühle als viele andere. Ich hätte mich erklären können und mich nicht ständig anpassen müssen.
Soviel Seelenqual wär mir erspart geblieben ... mein ganzes Leben lang ... manno.

Morgentau 08.10.2015, 19.52 | (8/0) Kommentare (RSS) | PL

Der letzte Septembertag

und wieder können wir einen Monat in die Truhe der Vergangenheit legen.
Mir geht es besser heute morgen, obwohl ich schlecht geschlafen habe. Musste ständig an meinen Vater denken, dem es gar nicht gut geht, aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben.

Überrascht bin ich selbst immer wieder, wie oft ich mit meinen Vorahnungen richtig liege, wie oft ich eine Situation oder Entwicklung richtig einschätze. Das ist manchmal unheimlich. Das Verrückteste daran ist, dass selbst die Betroffenen oft noch gar nichts davon ahnen. So wähnen sie sich in Sicherheit oder sehen eine Veränderung oder Wandlung - ganz gleich welcher Art - einfach nicht, während ich das Damoklesschwert schon schwingen sehe.



Aber nicht nur bei diesen drastischen Sachen hab ich diese Vorahnungen. Auch Fehleinschätzungen erkenne ich sehr oft schon, während andere noch von dieser Sache begeistert oder überzeugt sind. Leider schenkt man mir oft keinen Glauben, weil wohl die Vorstellungskraft fehlt, wie sowas ausgehen wird. Manchmal wurmt mich das ein wenig, weil so vieles hätte verhindert werden können oder es unnötig Kraft gekostet hat, die man für andere Dinge hätte einsetzen können. Andererseits kann man nicht alles verhindern oder aufhalten. Manche Dinge müssen halt ihren Prozess durchlaufen. So hab ich auch gelernt, mit meiner Meinung hinterm Berg zu halten, wo ich es für angebracht halte oder vermute, dass mir eh wieder keiner glauben wird oder mich gar für "irgendwas" hält. Manche Menschen wollen auch gar nicht gerettet werden, hab ich das Gefühl. Da ist alle Mühe vergebens.
Leider fürchte ich, dass ich mich da selbst nicht ausnehmen kann, denn auch ich kann so oft nicht aus meiner Haut. So klar der Verstand, so schwach das Fleisch ... oder so ähnlich.



Diese alte, blümchenbewachsene Treppe fand ich sooooo schön. Wenn doch der Mensch öfter den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen würde.
Neulich bin ich durch einen Ort gefahren, da stand mitten in einem Neubauviertel ein altes Häuschen. Eines der letzten, die man noch nicht abgerissen hat. Das Haus war total eingewachsen mit Efeu und Wein, nur die Fenster waren frei. Der Garten war mit alten Holzzaun umzäunt und und auf der Wiese tummelten sich glückliche Hühner.
Das sah so auffallend schön aus und tat dem Auge so gut, dass alle Leute davor stehen blieben. Eine richtige Idylle, wie man sie leider nur noch selten findet. Leider habe ich davon kein Foto, ich hätte es euch gern gezeigt.
Aber im Lautertal findet man ähnliche Häuser ...



Ich liebe sie. Sie streicheln meine Seele. Wenn auch diese mal aus dem Landschaftsbild verschwinden, bin ich es hoffentlich auch.

Morgentau 30.09.2015, 08.44 | (5/0) Kommentare (RSS) | PL