Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


Einträge ges.: 3000
ø pro Tag: 0,9
Kommentare: 14891
ø pro Eintrag: 5
Online seit dem: 23.02.2013
in Tagen: 3507
2022
<<< Oktober >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
     0102
03040506070809
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31      
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3

Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




Captcha Abfrage



Ingrid
Gute Besserung!
12.2.2022-22:34
Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Herzensangelegenheiten

Vertraut

Ich hab so einen schönen Tischkalender … keinen mit Datum und so … nur mit schönen Bildern und Zitaten. Welches Blatt mein Regal ziert, kann ich selbst bestimmen. Aber sicher habt ihr auch so einen … vielleicht sogar geschenkt bekommen. Ich hab mir meine selbst geschenkt. Ja, es ist nicht nur einer … auch auf Arbeit kann ich mich immer wieder darüber freuen.




Zuhause habe ich momentan ein schönes Herbstbild gewählt … mit einem Zitat von Augustin Wibbelt, das mir total aus dem Herzen spricht …




"Das hat mir den Wald so lieb und vertraut gemacht:

Er rauscht durch alle meine Kinderträume, so weit ich zurückzudenken vermag. Er ist der Freund meiner Jugend gewesen und meine heimliche Zuflucht geblieben bis hinein in den Herbst des Lebens."




Genau so ist es, weshalb auch ich nicht damit aufhören kann, immer wieder über meine Empfindungen und Begegnungen von und mit diesem magischen Ort zu erzählen.



Gerade jetzt in dieser Zeit läuft mir das Herz schier über, wenn ich durch ihn spaziere

und er mir sein buntes Laub vor die Füße wirft. 


Unbeobachtet an ein Viechlein heranschleichen, um es selbst zu beobachten, das ist jetzt nicht drin. 

Das abgetragene Kleid der Bäume verrät mich bei jedem meiner Schritte ...

Morgentau 10.11.2021, 16.26 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Die Schritte

fallen mir schwerer in dieser Jahreszeit. Als würde Blei statt Blut durch meine Adern fließen. Geht es euch vielleicht auch so?




Und die dicke Nebelsuppe draußen tut ihr Übriges. Sie drückt zudem noch aufs Gemüt. 

Alles fühlt sich schwer an, auch ums Herz herum … seufz. 


Ein Blick zurück, damit wieder Licht hinein fällt ...




Jetzt wünschte ich mir so einen Morgen zurück wie damals am Ferchensee.

Wie still es war, wie betörend schön und friedlich, kann man sicher schon ahnen, wenn man

diese Bilder sieht. Still lag auch der See in dieser Morgenstunde. Wunderbar seine Spiegelungen.




Dieser Bergsee am Fuße der Wettersteinspitze hat mich verzaubert. Das war Liebe auf den ersten Blick. Schon der Weg dahin war voller Magie. Als hätten uns die morgendlichen Sonnenstrahlen zeigen wollen, wo er entlang führt.

Ihnen einfach folgen ... ja, das haben wir getan.




Die Morgenstimmung war einmalig schön. Und wir hatten Glück, dass wir einen so stillen, einsamen Moment erwischt haben. Normalerweise sei dort jede Menge los, erklärte uns ein anderer Wanderer, dem wir begegneten.

Natürlich auch ein Fotograf, der das Glück mit uns teilte.


Dieser Kontrast zwischen dem Blau des Himmels und dem vom Herbst gefärbten Gras ...

da mochte ich die Augen kaum lösen.




Später stellte sich heraus, dass es wohl eher an der Uhrzeit lag, dass es noch so wunderbar still war, denn als wir nach unserer Rundwanderung zurück zu dem See kamen, tummelten sich plötzlich Unmengen Besucher.




Aber das wundert nicht, so schön, wie es dort ist. Ich bin auch sehr dankbar, dass ich diesen Ort kennenlernen durfte. 

Und wer weiß, vielleicht ist es mir ja irgendwann noch einmal vegönnt, ihn zu besuchen.

Morgentau 06.11.2021, 16.18 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Schon wieder wird November

was mich Jahr für Jahr um diese Zeit an das schöne, melancholische Gedicht von Eva Strittmatter erinnert. Vielleicht kennt es der eine oder andere. Ich liebe es sehr, und es erinnert mich auch an die Worte meiner Mutter, durch die ich damals zum ersten Mal davon hörte. Auch sie sah darin ihre Gefühle so treffend wiedergegeben. Nun geht es mir so.




Es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber daran war höhere Gewalt schuld. Oder niedere, wenn man so will, eingeschleust aus einer Kiga-Gruppe … lach … nun ja, manches lässt sich eben nicht vermeiden.

So langsam kommen die Lebensgeister zurück und ich hoffe, sie bleiben nun ein Weilchen.




So einen schönen Morgenspaziergang hätte man auch heute machen können, an diesem schönen letzten Oktobertag. Was für ein Abschied.




Bei uns ist noch viel buntes Laub auf den Bäumen, wunderbar gefärbt für seinen letzten Tanz. Aber ich fürchte, das wird sich bald ändern, so schnell, wie ein Blatt am anderen auf den Erdboden schwebt.




Wenn ich nachdenke, kann ich es fast nicht glauben, dass sich das Jahr so langsam schon wieder seinem Ende neigt. Was sag ich langsam … eigentlich viel zu schnell. Das empfinden wir ja schon viele Jahre so, und doch scheint es, dass es noch eine Steigerung gibt.




So dreht sich in den Läden etc. alles schon wieder um Weihnachten und den Winter … und wenn man sich darauf einlässt, wird man regelrecht überschwemmt mit Dingen, die Illusionen und Träume in uns auslösen …




Die Reize sind groß, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht. Verschließen kann ich sie nicht, dazu mag ich schöne Dinge zu sehr. Viele entführen mich noch einmal in die Vergangenheit ...




Aber ich habe gelernt, mich nicht mehr verführen zu lassen. Ich brauch so vieles einfach nicht mehr, so verlockend es auch scheint. Die Gaben, die mich glücklich machen, sind ohnehin fast ohne Geld zu haben.

Ach, ihr wisst schon ...




Ich hoffe, ich kann mich nun wieder öfter hier melden. Wie jedes Jahr hinke ich so sehr mit Berichten hinterher, so dass manches unangesprochen bleiben wird. Womit ich wieder beim Thema bin … die Zeit die Zeit.




Aber auch hier gilt … man muss nicht alles haben. Lieber weniger, dafür mit ganzem Herzen.

Morgentau 31.10.2021, 14.27 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Das Licht an jenem Abend

war so besonders schön und stimmungsvoll, dass ich es kaum zu beschreiben vermag.




Es tauchte die Landschaft in wunderbar sanfte orange-braune Töne, die Auge und Seele zu streicheln vermochten.



 

Die Menschen wurden leiser oder zogen sich ganz zurück, und ringsherum schien die Landschaft tief durchzuatmen.

Wie gern tat ich es ihr gleich.




Wie ich solche Augenblicke liebe. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein ...

welch ein Geschenk!



 

Es sind diese wenigen Minuten, in denen man die Zeit anhalten möchte.


Verweilen.




Ob in den Bergen, am Meer oder irgend einem anderen schönen Platz in der Landschaft, ...

der Sonnenuntergang ist immer etwas ganz Besonderes.



 

Kurz bevor es soweit war, tauchte die Abendsonne die Bergspitzen für einen letzten Moment

in Rot. Dahinter trat der Mond zur Schicht an ...



Was könnte das noch toppen? Vielleicht ja der Sonnenaufgang am nächsten Tag?




Wer mitkommen mag, den entführe ich das nächste Mal gern in eine zauberhafte Morgenstimmung. 

Und das Beste, ... ihr müsst dazu nicht mal früh aus dem Bett. ;-)

Morgentau 22.10.2021, 18.07 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Herbstgrüße aus den Bergen

habe ich euch mitgebracht. Vergangenen Freitagmittag sind mein Sohn und ich losgedüst Richtung Sonne, weil uns die graue Nebeldecke schwer auf der Seele lag … und weil wir zum Glück kurzfristig einen halben bzw. ganzen Tag Urlaub nehmen durften. Klappt ja auch nicht so ohne Weiteres.


Jedenfalls sollte es sich noch am Abend herausstellen, dass unsere Rechnung wunderbar aufging. Ich mag spontane Ideen ohnehin sehr, und wenn dann noch die Umstände erlauben, diese zu verwirklichen, ist das ein großes Geschenk.




Leider habe ich nachwievor Netzprobleme und muss immer auf günstige Momente warten, wenn ich etwas einstellen will. Vor allem Fotos, weshalb ich heute noch nicht so viele Impressionen von diesem tollen Kurztrip zeigen kann.




Dieses hier ist von dem Abend, an dem wir an unserem Zielort ankamen. Es war kurz vor Sonnenuntergang, was man an den langen Schatten erkennen kann.




Es war ein wundervoller, berührender Moment, von denen wir noch so einige erleben sollten. Manchmal kann ein Tag gefühlt wie eine Reise in eine andere Welt sein. 

Bald mehr … (hoffentlich).

Morgentau 20.10.2021, 09.28 | (11/11) Kommentare (RSS) | PL

Verlassen wir für einen Augenblick die Berge

und Wälder, denn am vergangenen Sonntag waren wir in der wunderschönen Anlage vom Kloster Heiligkreuztal, zu dem es uns von Zeit zu Zeit hinzieht.




Es ist auch mal schön, die Wanderschuhe zuhause zu lassen und leichtfüßig durch einen Park zu spazieren, dabei den morgendlichen Stimmen zu lauschen, frische, klare Luft zu atmen und den freundlichen Gruß der Morgensonne zu erwidern.




Zugegeben, dieser Moment war schon sehr kurz, denn bald schon verlor die Sonne ihre Sanftmut und der Genuss der Einsamkeit und Ruhe schwand mit jedem weiteren nahenden Besucher.




Aber es wundert auch nicht, denn dieser Ort ist so schön, hier fühlt man sich einfach wohl.




Ich habe euch ein paar Impressionen mitgebracht …




Die kleine Allee … der Weiher … die schönen historischen Gebäude … der Pfarrgarten … kleine Mäuerchen und Wiesen … überall kann man die Seele baumeln lassen.




Aber eigentlich können all diese Orte für sich selbst sprechen.




Deshalb lass ich sie reden, und wer mag, kann ihren Erzählungen lauschen ...



Erinnert mich an Spitzweg irgendwie ...



... ein bezaubernder kleiner Garten ...



Mit meinem Lieblingsfoto möchte ich mich erst einmal von hier verabschieden ... bis bald!

Morgentau 16.09.2021, 00.00 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Ein Gewitter in den Bergen

zu erleben, kann sehr romantisch sein. Sofern ein paar Bedingungen berücksichtigt werden … lach.

Die da wären … man sollte sich in einem sicheren, gemütlichen Häuschen befinden und der Himmel sollte es nicht ganz so ernst meinen und sich üble Ausrutscher verkneifen. Also so Sachen wie Murenabgänge und Blitzeinschläge.




Wenn man also Glück und das Gefühl hat, da hatte nur irgendwer da oben die Absicht, für ein schönes Licht-und-Dipolter-Spektakel zu sorgen … so als kleines Bergerlebnisbonus … kann das ein tolles, ja sogar entspannendes Ereignis sein.




Und genau so ein nächtliches Gewitter war uns vergönnt. Es begann mit einem Wetterleuchten in der Ferne, das allein schon etwas Spektakuläres hat. Während wir am klaren Nachthimmel die Sterne beobachten konnten, gingen irgendwo in der Ferne Sommergewitter nieder. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe das.




Bis das Aufhellen durch die fernen Blitze immer näher kam und man dabei sehen konnte, wie sich über uns Cumuluswolken immer höher in den Himmel schoben. Das war fantastisch.

Leider kommt da meine Kamera an ihre Grenzen, sonst hätte ich das Schauspiel natürlich festgehalten. Vielleicht könnt ihr es euch dennoch vorstellen.




Meistens fallen solche Wolken ja eher am Abend in sich zusammen. Aber dieses Mal war es anders … und plötzlich war es da, das Gewitter. Blitze zuckten, Donner grollten. Und das klingt richtig schaurig in den Bergen. Weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Dieser Widerhall geht einfach unter die Haut.




Eine ganze Weile konnten wir das Szenario beobachten … und selbst später in der Nacht, als wir schon schliefen, flammte es immer wieder auf … bis am Morgen auch das letzte Gewitter abgezogen war.




Zurück blieben viele Wolkenfetzen, die durchs Tal waberten. Diese Art Nebel, wie man sie im Herbst öfters am Morgen erlebt, liebe ich sehr. Darauf freue ich mich auch schon wieder.




Noch vor dem Frühstück haben wir einen Spaziergang gemacht, um dieses Feeling richtig spüren zu können. Es war wunderbar und so stimmungsvoll. Da schlug mein Herz höher vor Freude … denn das ist genau das, wonach es sich immer so sehr sehnt.




Ich liebe diese Tautropfen an den Blättern und Zweigen … diese besondere Luft … diese Naturwatte, die die Landschaft sanft einbettet. An keinem anderen Ort hätte ich in jenem Moment sein wollen.




Es hat einfach so etwas Mystisches, wenn plötzlich nur noch Kirchturm- und Tannenspitzen aus der Nebeldecke ragen. Ein gewohntes Bild wird zu einem ungewöhnlichen. Wunderbar.

Wenn sich dann noch die Sonne mit einmischt, wird die Landschaft zu einem verzauberten Bühnenbild.




Wie herrlich es ist, nach so einer Gewitternacht durch den frisch geduschten Wald zu wandern, zeige ich beim nächsten Mal …

Morgentau 01.09.2021, 08.28 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Unglaublich

welches Tempo das Leben vorlegt. Manchmal ist es ganz gut so, andermal finde ich es traurig, dass besondere Momente so schnell vorbeigehen.




Der August neigt sich langsam dem Ende, wie der Sommer. Die ersten kühlen Nächte lassen ahnen, welche Durststrecke wir bald wieder überstehen müssen. Es sei denn, man liebt Kälte und Dunkelheit, was es ja auch geben soll.




Mich graust es jedenfalls wieder mächtig vor diesen farblosen Monaten. Aber noch ist es nicht soweit, gottseidank. Der Herbst hat ja auch einiges zu bieten, das unser Herz erfreut. Vor allem Farben und wunderbare Gerüche. Darauf freue ich mich schon sehr.




Die Wälder hier im Süden sind dieses Jahr gesund und tragen immer noch grünes Laub, so grün und unbeschadet, wie schon lange nicht mehr. Es dürfte also ein schöner, farbenfroher Herbst werden.




Aber so richtig habe ich den Sommer eh noch nicht abgeschlossen. Zu frisch sind die Erinnerungen an ein paar wundervolle Tage im schönen Silbertal. Dort hatte es uns vor zwei Jahren so gut gefallen, dass wir dieses Jahr noch einmal hingefahren sind.




Das Schöne ist, dass es auf dem Kristberg, auf dem wir wohnten, keine öffentlichen Zufahrtsstraßen gibt. Dort dürfen nur Berechtigte fahren. Besucher dürfen gern mit der kleinen Kristbergbahn fahren … von 9 – 17 Uhr. Davor und danach herrscht also himmlische Ruhe, denn dort oben gibt es auch keine Hotels und dergleichen. 

Genau das Richtige für mich, für Spiel-Spaß-Party-Menschen eher nicht.




Deshalb wollte ich noch einmal dahin. Die Natur ist so wunderbar … die Aussichten grandios … die Ruhe so unbeschreiblich wohltuend. Da brauch ich nichts anderes, selbst das Essen wird zur Nebensache.




Als wir auf der Rückfahrt in einen Supermarkt gingen, hatte ich sogar richtige Probleme, mich wieder zu orientieren … all die vielen bunten Reize zu verarbeiten … es war unglaublich.




Ich hatte eine Woche lang keine Zeitung, kein TV und nur minimalistisch mein Handy … und was soll ich sagen, ich habe nichts vermisst. Dann wieder zurückzufinden in den Alltag, das war schon eine kleine Kraftanstrengung. Kein Wunder, dass mir seit Tagen wieder schwindlig ist. Vielleicht schwebt meine Seele immer noch in den Wolken ...




Aber ich mag mich an die schönen Dinge erinnern und ein paar davon mit euch teilen. 

Heute nur ein kleiner Vorgeschmack. Wer mag, darf gern wiederkommen ...

Morgentau 26.08.2021, 14.59 | (12/12) Kommentare (RSS) | PL

Sommerabend

Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;
fern dampft der See, das hohe Röhricht schimmert
im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur;
ein blasses Wölkchen rötet sich und schimmert.

Vom Wiesengrunde naht ein Glockenton;
ein Duft von Tau entweicht der warmen Erde,
im stillen Walde steht die Dämm'rung schon,
der Hirte sammelt seine satte Herde.

Im jungen Roggen rührt sich nicht ein Halm,
die Glocke schweigt wie aus der Welt geschieden;
nur noch die Grillen geigen ihren Psalm.
So sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!

Richard Dehmel



Ich liebe dieses Gedicht. In jeder Zeile stecken wunderbare Bilder und Stimmungen. 


Ich kann sie sehen und fühlen … und mich darin verlieren.

Morgentau 28.07.2021, 19.16 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Es war einmal

vor langer, langer Zeit. Noch bevor der erste Lichtstrahl auf die Erde fiel, begrüßten zarte, federleichte Vögelchen mit ihrem lieblichen Gesang den erwachenden Tag.
Neugierig blinzelte Frau Sonne über den Hügel und berührte ihn dabei ganz sanft.




Auf den Wiesen begann langsam das Leben. Während sich Hummeln und Bienen auf ihren Morgenflug vorbereiteten, rüsteten sich Käfer und Ameisen für ihre Joggingrunde. 




Alles geriet in Bewegung. Ein Krabbeln, Summen und Brummen begann ... und hunderte Tautropfen funkelten ein letztes Mal, bevor sie Frau Sonne genussvoll aufschlürfte.

Eine Köstlichkeit, die sie sich gern am Morgen gönnte, wie der Mensch seinen Kaffee.




Im Wald lüfteten niedliche kleine Elfen mit langen goldenen Haaren nach gründlicher Morgentoilette die Moosbettchen und befreiten sie von den Tannennadeln, die in der Nacht von den Bäumen gefallen waren.




Herr Hirschkäfer kam von seinem ersten Waldlauf zurück und eine kleine Gruppe von Waldameisen bereitete sich auf den Weg zur Waldschule vor. 




Auf den Weiden sammelten sich inzwischen die Kühe und die Menschen schnürten ihren Rucksack für ihre Wanderungen. 




Der Himmel sang seine Lieblingsmelodie, während sich sein Blau in den Seen und Flüssen spiegelte. Bäume, Sträucher und Blümchen räkelten und streckten sich der Sonne entgegen.

Der Tag war so wunderschön, dass alle Menschen und Tiere gute Laune hatten und keiner dem anderen ein Leid zufügte.




Das freute auch Frau Sonne so sehr, dass ihre Strahlen selbst am Abend noch mit der gleichen Freundlichkeit und Leidenschaft leuchteten, wie sie es schon den ganzen Tag getan hatten. Irgendwie schien sie an diesem Tag nicht müde zu werden.




Ja, glaubt es nur, an diesem Tag war es so. Oder war es doch nur ein Märchen?

Morgentau 11.07.2021, 12.20 | (10/10) Kommentare (RSS) | PL