Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Was ich noch sagen wollte

Bin zurück

hab es geschafft, mit Müh und Not. Gut, dass heute morgen die Wege verwaist waren und ich mich – ohne mich umschauen zu müssen – nach vorn bewegen konnte. Im Kopf waberte die Wasserblase. Komisch, dass man immer das Gefühl hat, jeder müsste es einem ansehen, dass man total benommen ist und das Gefühl hat, jeden Moment den Verstand und das Bewusstsein zu verlieren. Kein Wunder, dass man in solchen Momenten auch Panik schiebt vor lauter Angst. Alles normal, meint meine Ärztin. Kein Grund, Angst davor zu bekommen, eingewiesen zu werden. Angst vor der Angst. Das ist alles sooo Schitt. Mir geht es echt so Sch.... grad.


Das Wartezimmer brechend voll. Telefon schellte permanent … 2 Stunden Wartezeit sollten eingeplant werden, hörte ich die Sprechstundenhilfe geknickt in die Muschel seufzen.

Ich hab geduldig gewartet, war froh, überhaupt angekommen zu sein. Ich wollte das Gespräch.

Dass sie total eingespannt war, hab ich ihr natürlich angemerkt, auch wenn sie sich echt bemüht hat, ruhig auf mich zu wirken und mir geduldig zugehört hat. Aber manches ging vorbei, ganz natürlich. Auch ein Arzt ist nur Mensch.


Eigentlich hat sie nur bestätigt, was ich mir ohnehin schon an Informationen eingeholt hatte. Der nächste Schritt ist der Besuch beim HNO. Weitere Untersuchungen, Behandlung etc. …

Vielleicht auch nochmal eine neurologische Untersuchung, wenn es so gar nicht besser wird. Aber eins nach dem anderen. Jetzt hoffe ich auf den HNO, dass der Erfahrungswerte hat und mir helfen kann. 

Neuritis vestibularis kann eine sehr langwierige Geschichte sein.


Bissel leichter ist mir jetzt schon. Ich darf mich halt NULL aufregen, nur vorsichtig bewegen und muss mir für alles gaaanz viel Zeit nehmen. Nicht aufregen ist leicht gesagt, heute morgen, das war echt schon wieder grenzwertig. Da versucht man schon, sich auf den Abschluss des Lebens einzustellen.

Krass.

Morgentau 17.11.2017, 11.31 | (14/0) Kommentare (RSS) | PL

Unfassbar

wie schnell so ein Tag vergeht, auch wenn man nur Zuhause ist und sich für alles Zeit nehmen kann … oder muss. Aber so richtig Tag scheint es heute gar nicht zu werden. Die Nebeldecke gibt nicht eine winzige Lücke frei und ist wohl auch ziemlich dickwollig heute, weil sie selbst ein Schimmerchen nicht mal ahnen lässt. 

Mir ist es gleich. Hauptsache, es ist schön warm hier drinnen ...


Morgentau 16.11.2017, 14.42 | (5/2) Kommentare (RSS) | PL

Frühstück im Karussell

macht keinen Spaß, aber ich zwinge mich dazu … Kaffee … Toast … hier ein paar Zeilen.

Hab wohl gerade mal wieder einen ordentlichen Schub, wenn man das so nennen will. Das kann sich kein Mensch vorstellen. Als wabere eine riesengroße Wasser- oder Lufblase durch mein Hirn oder irgendwas zieht wie an einem Magnet daran. Wollen Außerirdische mein Hirn zu sich holen? Hey, ihr da oben, bei euch piept es wohl, lasst mir mein Gehirn, sucht euch andere Versuchsobjekte.


So schlimm war es schon lange nicht mehr. Was mich erstaunt, dass ich trotzdem noch klar denken und hier auch schreiben kann in dem Zustand. Eigenartig. Aber vielleicht ist das gar nicht gut, dass ich hier soviel schreibe. Aber ich brauch das so sehr, es hilft mir, gerade jetzt auch in diesem heftigen Moment wieder, wo es mir den Boden unter den Füßen wegzureißen scheint. Die Krankheit mit all ihren Symptomen anzunehmen, ist meine einzige Chance.

Und trotzdem ist mir grad nach Schreien ... anhalten, ich kann nicht mehr ... ich will nicht mehr ... Hilfeeeee!!!!!!!!!


Bei dem Termin am Freitag muss ich da mal einiges abklären, was bei dem ersten gar nicht zur Sprache kam, weil ich da eh noch gar nicht richtig gecheckt habe, um welche Dimensionen es bei dieser Erkrankung geht.


Danke für eure tollen Kommentare zu meinem vorherigen Eintrag. Ich werde sie noch beantworten.

Morgentau 15.11.2017, 08.17 | (10/10) Kommentare (RSS) | PL

Schäuerlich

ist es geworden ... kalt und regnerisch. Heute stört es mich nicht, es ist Sonntag und ich kann es mir gemütlich machen … mich einkuscheln, dabei Musik hören, schreiben, lesen oder eine schöne Doku anschauen, wie diese, die ich gestern entdeckt habe. Aus der SWR-Mediathek „Unsere Wälder - Streifzüge durch Baden-Württemberg“, die ich mir heute zum Nachmittagskaffee anschauen möchte.

Ich mag solche Dokus, die dank neuer Filmtechniken ganz neue Einblicke in die Landschaft ermöglichen.




Aber ich schau auch gern nur nach draußen, wie die dunklen, wasserschweren Wolken ziehen, wie der Regen auf die Erde tropft und alles dabei ein wenig glänzender macht, die Dächer und Straßen oder die verbliebenen Blätter an den Bäumen. 

Die scheinen aber nun auch so nach und nach aufzugeben und lassen sich unter dem Druck der Regentropfen schicksalsergeben fallen.




Und ich beobachte die Vögelchen, die trotz Regen zahlreich geflattert kommen und die Knödelstationen belagern, als stünde der Winter schon vor der Tür.

Selbst der Buntspecht und Eichelhäher waren wieder da, was mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Aber ich freu mich so sehr über diesen Besuch.

Morgentau 05.11.2017, 13.54 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Heute Abend

bzw. in der Nacht werden wir hier den dicken Vollmond vermutlich nicht zu sehen bekommen. Spektakulär sah es gestern aus, als er sich in der großen Linde auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Ast zu Ast nach oben hangelte. Vor lauter Anstrengung war sein Gesicht fast schon rötlich. Und als ich in der Nacht mal auf Toilette musste, brauchte ich gar kein Licht, denn er schien dort durchs Fenster und war fast heller als das Sparlämplein, das uns dort sonst die wichtigen Dinge beleuchtet.




Es war ein milder Tag, wie geschaffen für restliche Gartenarbeiten, bevor der Winter seine ersten Vorboten zu uns schickt. Ab 600 m könnte es demnächst soweit sein, denn für kommende Nacht wird ein Wetterumschwung mit Temperatursturz erwartet.

Ich spüre das auch ganz deutlich. Vollmond und Wetterumschwung, da flüchtet mein Kreislauf in den Keller. Keine Ahnung, was der gegen die Beiden hat.




Hoffentlich geht es euch gut. 

Danke für eure lieben Kommentare, die ich alle beantwortet habe.

Falls jemand nicht daran interessiert ist oder die Zeit dafür nicht hat, sie zu lesen, möchte mir das doch bitte sagen, damit ich nicht ins Leere schreibe.


Dass euch der Baum auch so fasziniert hat, freut mich sehr. Der Wipfel hing in dichtem Nebel, deshalb ist das Blätterdach so diffus. Das fand ich besonders toll.




Habt einen gemütlichen Abend und morgen einen schönen Sonntag!

Morgentau 04.11.2017, 17.40 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Alles ist müde

oder seid ihr es etwa nicht?

Jedenfalls haben mir alle, denen ich heute begegnet bin, versichert, dass ich nicht die einzige bin, die unbeschreiblich müde und schlaff ist.

Auf der Rückfahrt im Bus herrschte völlige Stille, die Hälfte der Fahrgäste hat geschlafen. 

Es waren eh viel weniger als sonst, so ohne Schüler. Da ist die Fahrt total chillig.

Auch ich musste aufpassen, dass ich meine Bushaltestelle nicht verpasse. Schon oft war es kurz davor, dass ich einnicke.


Aber heute hatte ich eh zu tun, dass ich meine Einkaufstüte festhalte, damit sie in der Kurve nicht umkippt. Während der Schulferien fahren nicht alle Busse, so hatte ich Zeit, noch kurz in ein Kaufhaus zu gehen, um nach einer schönen, warmen Winterjacke zu suchen.

Ich hab zwar so einen Daunen-Anorak, der auch schön warm ist, aber er bedeckt wichtige Körperteile nicht ganz, und das stört mich. Wenn es am Ärschle zieht, dann fühle ich mich einfach nicht wohl. Schon gar nicht, wenn ich an der Haltestelle stehe, was ja öfter vorkommt. Und im Winter ist Bus und Bahn nicht immer pünktlich.


Zudem war mir mal nach einer anderen Farbe, denn meistens kaufe ich Dunkelblau oder Schwarz.

Heute stach mir eine schöne bordeaux-farbene Winterjacke ins Auge. Wie sie so dort hing, fiel sie mir richtig auf zwischen all den Standardfarben. So steuerte ich geradewegs auf sie zu.

Zwei Stück hingen noch auf der Stange … eine viiiiel zu eng für mich, die andere hat auf mich gewartet – genau meine Größe und genau die Länge, wie ich es mir gewünscht habe … bis kurz unterm Ärschle.

Nicht lang gezögert, probierte ich sie an, betrachtete mich im Spiegel und wusste sofort, dass ich sie haben muss. So mag ich das. Nicht groß suchen müssen … Liebe auf den ersten Blick.

Ach ja, sie ist wind- und wasserdicht. Ich freu mich.


Alt werde ich heute trotzdem nicht. Diese frühe Dunkelheit hat meinen Winterschlafmodus aktiviert, scheint mir …


Morgentau 02.11.2017, 16.38 | (14/14) Kommentare (RSS) | PL

Grau

zeigt sich dieser erste Novembertag. Anders habe ich es gar nicht von ihm erwartet. 

Wenn er zumindest so sanft bleibt und vielleicht dem einen oder anderen Sonnenstrahl eine Chance gibt, will ich zufrieden mit ihm sein.




Im Grunde hat es so ein November auch nicht leicht. Sein Ruf eilt ihm voraus, denn all die November, die vor ihm kamen, haben ihre Spuren hinterlassen.




Dabei ist er gar nicht so schlimm, wie es oft den Anschein hat. Auch er kommt nicht mit leeren Händen, und wenn wir seine Gaben zu nützen wissen, kann es richtig gemütlich werden.




Also sei willkommen, lieber November! Ich hoffe, du weißt dich zu benehmen!

Morgentau 01.11.2017, 09.30 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Der Sturm

legt sich langsam. Ganz so schlimm wie in anderen Gebieten war er hier bei uns ohnehin nicht. Aber dafür gab es eine Menge Nass von oben. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es die Vögelchen nicht zu stören scheint. Selbst bei diesem useligen Wetter hört man sie aus Richtung Hecke, wie sie sich aufgeregt was zu zwitschern haben. Und die Knödel schmecken wohl auch bei jedem Wetter.




Es macht soviel Freude, sie zu beobachten. Sogar ein Eichelhäher und ein Buntspecht kamen schon vorbei heute.

Schön war es auch vergangene Nacht, dem Regen-Wind-Konzert zu lauschen. Ich mag das so sehr, wenn Sturm und Regen ans Fenster klopfen, auch wenn es manchmal schon recht schaurig klang.

Aber dann zieh ich die Bettdecke halt noch ein ganz kleines bisschen weiter übers Gesicht ... 

bis knapp unter die Nase, damit ich noch atmen kann, und fühl mich einfach nur geborgen.




Dennoch erinnere ich mich gern an unsere zwei Herbstwanderungen. Welch Glück, dass das Wetter dabei noch mitspielte. Nun zieht bald der Winter ein im Gebirge.




Gleich kommt meine Tochter. Auch deshalb habe ich gestern ihren Lieblingskuchen gebacken.

Ich freu mich aufs Gemütlichmachen und wünsche euch auch einen kuschligen Sonntagnachmittag!

Morgentau 29.10.2017, 14.17 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Halb Sieben

und schon ist es stockdunkel draußen. Morgen um diese Zeit ist es erst halb Sechs.

Daran werde ich mich erst gewöhnen müssen. Obwohl das nicht geht, denn jeden Tag wird es noch ein bisschen früher dunkel. Alle Jahre wieder.

Und doch ... ich weiß nicht, woran es liegt, aber irgendwie habe ich mich damit abgefunden, ja direkt arrangiert und freu mich jetzt auf die gemütliche Zeit, vorallem auf eine warme Wohnung und auf ganz viel Kerzenlichtstimmung.




Im Garten habe ich es heute nicht lange ausgehalten. Gegen Mittag wurde es schon sehr stürmisch, so dass die Außentemperaturen schon ein gefühltes winterliches Niveau hatten.

Umso schöner war es dann wieder in der wohlig warmen Wohnung. Wie dankbar kann man doch dafür sein. Es ist für mich immer wieder ein ganz besonderer Genuss, eine wahre Freude, dies erleben zu dürfen. Ja, ich bin dankbar dafür, ein warmes Heim zu haben, mir etwas Gutes zu essen zubereiten und mich mit schönen Dingen beschäftigen zu können.

Es hat so reichlich von allem …

Morgentau 28.10.2017, 18.55 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Der letzte Sonnenstrahl

kam heute nicht am Abend, sondern bereits heute morgen zum Frühstück.

Er blinzelte etwas trüb durch das Fenster auf den gedeckten Frühstückstisch, bevor sich die Wolkendecke vor ihn schob und dem Raum das Licht entzog.




Es ist nicht schlimm, ich war darauf eingestellt. Zeit für andere Dinge.

Im Radio lief sanfte klassische Musik, während ich Kuchen backte, und gleich werde ich in den Garten gehen, um das letzte Laub von der Wiese zu klauben, die Kübelpflanzen in ihr Winterquartier zu stellen, wie auch das Möbel von der Terrasse.


Es ist ruhig draußen, ich genieße es und freu mich auf besinnliche Stunden.

Die wünsche ich euch auch!

Morgentau 28.10.2017, 11.22 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL