Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachgedacht

Alte verwitterte Gräber

die über Jahrzehnte und mehr unberührt blieben, faszinieren mich. Gern besuche ich solche Orte.

Nicht nur, dass ich mich frage oder mir vorstelle, wer diese Menschen wohl waren, die dort begraben sind, so sind auch die Spuren der Zeit, die diese Gräber oft zieren, so magisch und beeindruckend.




Hier auf dieser Grabstelle wurde einst ein Buchenbäumchen zwischen den zwei Steinen gepflanzt.

Wenn man sieht, welche Form es irgendwann angenommen hat, kann man sich vorstellen, wie es sich zunächst mit den Steinen arrangierte, sich an sie lehnte und irgendwann am oberen Rand entlang gewachsen ist, bis es nur noch nach oben strebte.




Dabei entstand wohl irgendwann ein zweiter starker Trieb. Beide streckten sich Richtung Himmel und wurden immer stärker, bis es die Steine auseinander trieb.

Über die Jahre sind sie dann so weit in die Höhe gewachsen ...




Fantastisch, gell? Allein schon zu sehen, wie stark der Lebenswille dieses Baumes war.

Er scheint einfach immer weiter wachsen zu wollen.

Und dass es jetzt quasi zwei Bäume sind, ob er das so wollte ...

ist alles Zufall oder was steckt dahinter?


Ob es wohl noch Nachfahren gibt ... ob sie die Grabstelle manchmal besuchen?

Sind vielleicht die Seelen der Verstorbenen in dem Baum? ...

Morgentau 20.09.2017, 09.45 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Ich möchte natürlich nicht

dass Ihr Euch Gedanken um mich macht – wegen meiner Andeutung.

Sowas sollte man auf seinem Blog nicht machen, gell? Seltsame Andeutungen …

Also will ich euch kurz erklären, um was es geht:

Hab am Freitag einen Arzt-Termin mit einigen Untersuchungen … halt die üblichen, die man bei einem Check up macht. EKG, Haut, Brust etc. ... 

Zudem gibt es die Ergebnisse von anderen Untersuchungen … und ich muss abklären lassen, warum mir in letzter Zeit so oft schwindlig ist und mein Herz verrückt spielt. Zweimal war es total schlimm, das hätte mir nicht unterwegs passieren dürfen. 

Zum Glück kam das seit 3 Wochen nicht mehr vor. Aber was nicht ist, … und wie gesagt, leicht schwindlig ist mir immer noch oft. Das muss eine Ursache haben, denn so etwas kannte ich bisher noch nicht.

Meine Hoffnung ist, dass es am Wetter oder Alter liegt, wie schon einige bestätigt haben, denen es ähnlich geht. Jedenfalls muss ich Klarheit haben, schließlich hab ich im September auch eine Zahn-OP unter Dämmerschlaf-Narkose. Da sollte schon alles in Ordnung sein.

Mir geht halt so einiges durch den Kopf … und geträumt habe ich vermutlich deshalb auch, dass man was Schlimmes bei mir gefunden hat. Deshalb hab ich ja auch so einen Horror vor solchen Untersuchungen …


So, nun wisst Ihr Bescheid. Ich möchte dazu keine Kommentare, die machen mich noch wuschiger.

Auf jeden Fall danke ich Euch sehr für Eure Anteilnahme und halte Euch deshalb auch auf dem Laufenden!

Daumen drücken dürft Ihr aber gern! :-)

Morgentau 27.08.2017, 17.13 | PL

Ganz still

Ganz still, zuweilen wie ein Traum
klingt in dir auf ein fernes Lied.
Du weißt nicht, wie es plötzlich kam,
du weißt nicht, was es von dir will.
Und wie ein Traum ganz leis und still
verklingt es wieder, wie es kam.

Wie plötzlich mitten im Gewühl
der Straße, mitten oft im Winter
ein Hauch von Rosen dich umweht.
Oder dann und wann ein Bild
aus längst vergessenen Kindertagen
mit fragenden Augen vor dir steht.

Ganz still und leise, wie ein Traum,
du weißt nicht, wie es plötzlich kam,
du weißt nicht, was es von dir will,
und wie ein Traum ganz leis und still
verblaßt es wieder, wie es kam.


Cäsar Otto Hugo Flaischlen



Morgentau 22.08.2017, 19.54 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Ich denke nicht ständig

an die Ereignisse auf der Welt, aber wenn ich durch den Bahnhof laufe, dann fühle ich mich längst nicht mehr wohl in meiner Haut. Schnell huschen meine Blicke durch die Menge, ob ich irgend etwas Verdächtiges wahrnehme. Irgend etwas, das mir unnormal erscheint … auffällig.

Es ist nicht so, dass ich damit rechne oder etwas Schlimmes wirklich erwarten würde, sonst könnte ich dort gar nicht mehr durchgehen, aber das ungute Gefühl und die Angst im Hinterkopf, die gehören immer dazu. Die kann ich nicht mehr abstellen. Wie auch?




Wie Birgit heute auch schrieb, man muss froh sein, wenn man gesund aufwacht und heil durch den Tag kommt. Und das bin ich auch, dankbar für jeden Tag, an dem auch all die Menschen, die mir lieb sind, keinerlei Schaden genommen haben. So schnell kann sich alles verändern. Man hört oder liest es jeden Tag.




Gefreut hab ich mich über eure lieben Kommentare. Schön, dass euch meine Fotos gefallen, deshalb gibt es gleich noch ein paar.

Ich liebe es, wenn die Landschaft von der untergehenden Sonne in sanftes Licht getaucht wird und die dunklen Wolken im Hintergrund noch dunkler erscheinen. Ein faszinierender Kontrast.




Ich wünsche euch einen angenehmen, schönen und friedlichen Abend!



Morgentau 21.08.2017, 16.51 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Die Ruhe nach dem Sturm

lässt einen manchmal zweifeln, ob nicht alles eingebildet war. Hat es wirklich vergangene Nacht so arg geblitzt und gedonnert, wie ich meine? Habe ich vielleicht nur geträumt, dass es so heftig geregnet hat?

Nein, es war kein Traum, auch wenn die friedliche Stimmung da draußen nichts mehr ahnen lässt von dem, was sich in der Nacht da oben abgespielt hat.

Irgendwann bin ich eingeschlafen, als der letzte Donner verhallt war.




Inzwischen hat sich längst alles beruhigt. Blauer Himmel … kleine weiße Schäfchenwolken, die sanft und friedlich auf der Himmelswiese weiden, kaum ein Luftzug.

Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass das noch vor wenigen Stunden ganz anders war.




Ein Nachbar erzählte mir von dem Unwetter am Gardasee, wo er seinen Urlaub verbrachte.

Es dauerte keine 10 Minuten und doch hat es eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

So schnell kann enormer Schaden entstehen. Manchmal sogar in einem Bruchteil einer Sekunde. Und das nicht nur beim Wetter. Die Meldungen über Verkehrsunfälle machen das auch deutlich.




Die Gedanken daran flößen mir einen Heidenrespekt und Angst vor den Dingen ein, die passieren können und oft mit einem Schlag alles verändern. Deshalb bin ich achtsam und vorsichtig, soweit das möglich ist, und würde in gefährlichen Situationen nie ein Risiko eingehen. Menschen, die sich und andere bedenkenlos in Gefahr bringen, kann ich nicht verstehen. Aber gerade auf der Straße begegnen sie einem immer wieder. Leider nicht einmal selten.




So komme ich vom Wetter zur Situation auf den Straßen. Das sind halt auch Dinge, die mir immer wieder durch den Kopf gehen. Es lauern überall Gefahren und man kann echt nur dankbar sein, wenn man ihnen entgeht.


Die Fotos entstanden im Irndorfer Hardt, das wir neulich entdeckt haben und sicher noch einmal besuchen werden.



Morgentau 16.08.2017, 17.35 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Miracle of Love

Als ich gestern seit langer Zeit mal wieder diesen wunderschönen Song hörte, entflammte er sofort die Gefühle von einst. Gefühle, die solche Songs damals in mir auslösten.
Ich musste überlegen ... kann ich heute noch so fühlen oder nur noch in meinen Erinnerungen? Wann ging mir ein aktueller Song mal derart unter die Haut? Mir gefällt der eine oder andere, geht mir durchaus auch ins Blut, aber so richtig unter die Haut?
Warum funktioniert das nicht mehr?
Nur diese "alten" Songs scheinen noch den Zauber zu haben, Gefühle in mir zu wecken, die ich schon gestorben glaubte.
Gibt es deshalb einen Stich in meinem Herzen, weil mich die Musik an früher erinnert oder ist es immer noch die Melodie, die ich so schön finde? Vermutlich beides.

Es gab so unzählig viele wundervolle Balladen in den letzten Jahrzehnten des 20. Jh.
Ich vermisse diese Musik so sehr. Nicht, dass ich pausenlos nur Balladen hören wollte, so ist es nicht. Aber in passenden Momenten ... einfach zum Entspannen und Träumen.
Ja, ich kann mir Listen zusammenstellen und und und ... ich weiß, aber das meine ich nicht. Es scheint einfach, die Zeit der Balladen ist vorbei. Oder ich werde einfach nur alt. Aber für Gefühle ist man doch nie zu alt. Das kann es also nicht sein ...

Morgentau 16.08.2017, 12.20 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Melancholie

... ist das Vergnügen, traurig zu sein.

                                      Victor Hugo

Morgentau 12.08.2017, 19.57 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Ob Tiere auch

wetterfühlig sind, hab ich mich gefragt und gleich mal ein wenig recherchiert.

Ja, es ist wohl so, dass es da auch einige gibt, die gewisse Wetterumschwünge ahnen und durch ihr Verhalten sogar Menschen warnen und vor Gefahren schützen können.

Und sie können auch träger und müder sein z.B. … wie unser Tigerle, der derzeit auch ungewöhnlich viel schläft.




Ich bin heute auch so müde, hab auch schon wieder Kopfschmerzen und könnte mich schon wieder hinlegen. Vielleicht mach ich das auch, schließlich hab ich noch Urlaub.

Morgentau 09.08.2017, 11.56 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Erholen

konnte ich mich auch heute. Die Stille genießen, Musik hören, schreiben ... dies und jenes tun und Zeit dazu haben.

Zeit und Raum.

Die Fenster weit geöffnet und wunderbare Luft hereinströmen lassen. Die ganze Nacht hatte es geregnet. Da ich nicht bzw. nur wenig schlafen konnte, hab ich dem Geräusch gelauscht. Ich hör das so gern, dieses sanfte Tröpfeln und Plätschern. Eigentlich war das immer ein Garant dafür, dass ich gut einschlafe, aber selbst das scheint nicht mehr zu wirken, wenn der Geist zu sehr aufgeputscht ist. Oder es liegt an dem Unsichtbaren, das in der Luft schwebt. Es ist jedenfalls kein seltenes Phänomen und wird seine Ursachen haben.


Tut mir leid, wenn ich immer wieder in die gleiche Kerbe schlage, aber es beschäftigt und belastet mich nun mal, und wenn ich ein wenig über meine Empfindungen darüber schreibe, tut mir das gut.


Oft denke ich darüber nach, wie und wo alles seinen Ursprung hat und ob es sich wirklich so verhält, wie der Mensch meint, oder ob doch alles ganz anders ist.


Wir haben Gefühle, Gedanken, Begabungen. Aber warum ist das so unterschiedlich und wer entscheidet das, oder wo werden die Voraussetzungen dazu gebildet, dass einer gefühlvoller als der andere ist, der eine mehr Wissen aufnehmen kann als der andere, und einer Grandioses leisten kann, während man den Sinn der Existenz von einigen Menschen in frage stellen muss.


Was ich gern wüsste, … ob diese Mischung beabsichtigt und notwendig ist (warum auch immer – das steht schon wieder auf einem anderen Blatt), oder bedeutet es, dass einige in der Evolution schon weiter entwickelt sind als andere?

Bis zu einem gewissen Grad ist ja alles nachvollziehbar für mich, aber wenn es extrem wird, ausufert, ist das eine Fehlprogrammierung oder auch "normal", und wenn ja, WARUM?


Auf jeden Fall ist das Leben auf unserem Planeten so was von faszinierend, wenn man bedenkt, wie groß das Universum sein muss und dass es zumindest in dem von uns erforschbaren Umfeld keinen zweiten dieser Art gibt. Und da es offensichtlich irgend etwas geben muss, das uns Menschen „erschaffen“ hat, warum lässt es zu, dass wir so zerstörerisch mit diesem „Wunder“ umgehen, oder welche Absicht steckt dahinter? Ich kann es mir einfach nicht erklären, oder finde ich die Antwort doch erst nach meinem irdischen Dasein?

Diese Frage, die es früher in meinem Gedankengut gar nicht gab, stelle ich mir jetzt immer öfter.


Morgentau 23.07.2017, 17.54 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Vorstellen

kann ich es mir nicht. Wenn man ein Leben lang nicht weiß, welches Schicksal die eigenen Eltern ereilt hat, wenn man quasi ein Leben lang nach ihnen sucht und sicher auch irgendwo noch ein winziger Hoffnungsfunke schimmert, dass sie eines Tages wie durch ein Wunder wieder auftauchen, obwohl der Verstand diese Möglichkeit längst ausschließt, wie quälend muss ein Teil des eigenen Lebens da wohl sein?


Sicher habt ihr auch schon von dieser schier unglaublichen Geschichte gehört, von den zwei Leichen, die man im Tsanfleuron-Gletscher fand, und die dort vermutlich 75 Jahre im Eis lagen und die Eltern von sieben Kindern sein könnten.


Schon oft habe ich mir versucht vorzustellen, wie es ist, wenn man einen lieben Menschen auf so grausame Weise verliert. Wenn er spurlos verschwindet und man nicht weiß, was ihm widerfahren ist. Das muss die Hölle sein.


Und dieses Paar … was wird ihm damals passiert sein? Vermutlich sind sie in eine Gletscherspalte gefallen. Für immer gefangen im Eis, wenn die Klimaerwärmung nicht dafür gesorgt hätte, dass man sie nun doch gefunden hat. Vielleicht ergibt die Obduktion noch etwas.

Schön, dass die Kinder nun endlich erfahren, was mit ihren Eltern passiert ist, und sie bestatten können. Ich hoffe, sie hatten trotzdem ein schönes Leben.

Morgentau 19.07.2017, 11.37 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL