Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Hochsensibel

Warum

meint man immer, Gefühle verbergen zu müssen? Über alles mögliche unterhalten sich die Menschen, oft über Belanglosigkeiten oder auch endlos über Themen, die zwar wichtig sind, aber im grunde doch nur oberflächlich berühren, was das Leben an sich ausmacht. Gefühle machen uns Menschen aus, dafür haben wir sie mitbekommen. Warum also fällt es uns so schwer, darüber zu reden? Warum schämen wir uns regelrecht davor, zuzugeben, dass wir tiefe Gefühle besitzen? Warum sagen wir nicht, was uns schmerzt, tief berührt? Warum hab ich das Gefühl, für dumm und realitätsfremd gehalten zu werden, wenn ich z. B. auf Arbeit erzählen würde, wie glücklich mich ein Vögelchen gemacht hat auf meinem Weg zur Haltestelle? Warum spüre ich dann sofort die vermeintlichen Gedanken der Kollegen „… die ist nicht mehr richtig im Kopf“, obwohl sie das natürlich nie sagen würden … und vielleicht nicht einmal denken. Aber ich, ich denke, dass es so ist. Warum nur? Warum fühle ich mich dann schrullig … und Gefahr zu laufen, belächelt zu werden?

Warum haben wir Angst vor den Reaktionen der anderen, wenn wir zugeben, dass wir leiden, weil uns geliebte Menschen fehlen, uns jemand verletzt hat, Situationen schwer belasten … oder was immer uns ganz tief da unten in der Seele bewegt? Warum ist das so ein Tabu, wo es doch den Menschen ausmacht?


Ist es nicht schlimm, dass man sich Hilfe suchen muss, weil man mit Gefühlen nicht klar kommt? Was ist denn krank an intensiven Gefühlen, die vom Herzen ausgehen? Haben denn nicht vielmehr die Hilfe nötig, die diese Gefühle nicht nachvollziehen und damit nicht umgehen können? Ist wirklich alles so toll, wo man meint, hier geht das Leben seinen „geordneten Gang“?

Jeder fragt, wie es auf Arbeit läuft, was die Schule macht oder ob der Hausbau vorangeht … Sport, Politik und Gesundheit, ja, das sind Themen, über die man spricht, mit mehr oder weniger echtem Interesse. Geht es um tiefe Gefühle, blockt man hingegen ziemlich schnell ab, wird unsicher oder ist einfach überfordert damit.


Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschen lassen sich deshalb in das Mühlrad einspannen und treten es kräftig, damit es sich immer weiter dreht und für Gefühle keine Lücke bleibt, mit aufzuspringen und die Geschwindigkeit auch mal zu drosseln.

Dass es sich dreht … dass es immer weitergeht und das Gefühl vermittelt wird, da ist alles intakt, weil im Fluss … nur das scheint zu zählen. Muss es so sein, damit sich die Räder weiterdrehen? Aber muss das so schnell sein? Hat denn nicht Beides Platz … Entwicklung und Gefühl?


Sind die Gefühle bei vielen Menschen gar nicht verschüttet, sondern wirklich nicht in dem Maß vorhanden, damit es keinen Stillstand gibt? Ist es vielleicht so?

Ich finde es traurig, dass so wenig über Gefühle gesprochen wird …

Aber vielleicht stimmt das alles auch gar nicht so und ich meine es nur, eben weil ich zu sehr fühle und nachdenke …

Schon gut.


Übrigens: Wie ich auf das Thema komme?

Vorhin kam ein kleiner Butterstollen aus dem Erzgebirge … im Karton mit einem winterlichen Motiv. Eine schneebedeckte idyllische Landschaft zwischen Tannen und einem Kirchlein …

Sofort spürte ich eine intensive Sehnsucht nach Vergangenheit, Kindheit, Geborgenheit, Stille …

tausend Gedanken und Gefühle … und mir kullerten die Tränen. Ist das extrem? Also ich finde nicht.

Morgentau 14.11.2017, 18.25 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

In der dunklen Zeit

wiegen kleine und große Sorgen noch viel schwerer als sonst. Auch deshalb graut es mich davor. Irgendwie scheinen Lösungen - bei Tageslicht besehen - greifbarer.

So gern ich die Stille der Nacht mag, so fürchte ich mich vor ihr. Denn dann schlägt das Grübelmonster wieder zu. Es liebt die Dunkelheit und Stille, da kann es munter vor sich hingrübeln in meinem Kopf, dieser Quälgeist.



Wohl dem, der damit kein Problem hat. Ich denke ohnehin viel zu viel nach. Ständig kreiselt es in meinem Kopf, an manchen Tagen ganz besonders. Ich reagiere halt auch schnell übertrieben, viel zu heftig, sofort sticht es dann in meinem Herzen ... schrecklich. 

Ich weiß, Ratschläge gibt es viele, damit klarzukommen. Und ich bemühe mich ja auch, wirklich.

Morgentau 25.10.2017, 08.41 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Ich muss

hier noch ein paar Gedanken loswerden, um wieder runterzukommen.

Das Rausschreiben hilft mir vielleicht.

Vor ca. einer Stunde landete direkt neben unserem Haus der Rettungshubschrauber, gleich gefolgt vom Rettungswagen. Für mich war das total heftig, und doch war ich froh, dass ich zuhause war und die Fenster schließen konnte, als ich sah, dass der Hubschrauber direkt auf unser Haus zusteuerte. So nah ist er noch nie gelandet. Das ist ganz schön laut so in der Nähe und auch beängstigend. Wie froh ich war, dass das Tigerle drin war …

Und trotzdem schlägt mein Herz immer noch wie verrückt. Mich hat das total aufgewühlt, zumal es sich um einen Nachbarn handelte, den sie wieder mitgenommen haben. Wie oft schon.

Mehr kann ich an dieser Stelle nicht dazu sagen …

ich muss nur endlich zur Ruhe kommen, mir sticht und schlägt mein Herz selbst schon wie verrückt, manno.

Muss der Sonntag denn so enden? 

Morgentau 27.08.2017, 19.45 | PL

Abschotten

… das Kabel zur Außenwelt durchtrennen … den Stecker ziehen …

Was soll ich sonst machen, wenn ich überleben will … wenn ich LEBEN will?

Zu viele Informationen, die mich schockieren, belasten, quälen,

die mir den Schlaf rauben, Herz und Seele verwunden.


Abstand

nehmen, so oft es geht. Die Welt suchen, die hinter der gewaltigen Mauer versteckt liegt und zu verblassen droht. Sie ist noch da. Ich will sie mir nicht zerstören lassen.


Musik hören z. B. … grad eben das hier … so schön, gell?



Rot vor Zorn? Der Himmel gestern Abend. Manchmal ist mir so ...

Morgentau 19.08.2017, 14.55 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Im Hängegarten

von Neufra konnte ich heute meine Seele baumeln lassen.




Ganz allein waren wir … allein mit Taubenschwänzchen, Bienen, Käfern und Schmetterlingen.




Wie hab ich diese Stille … diese Düfte und Farben genossen. Ich liebe solche Orte.




Der Garten wurde einst auf elf Meter hohen Bogengewölben errichtet und diente dem Zweck, die oberhalb befindliche Kirche und das Schloss vor dem Abrutschen zu bewahren.




Außerdem hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Donautal.




Nun ist schon wieder Abend. Wo ist nur der Tag hin?

So still ist es heute, wenn es doch immer so wäre. Gern sitze ich noch am offenen Fenster, höre den Vögeln bei ihrem Abendplausch zu. Nein, Gesänge sind das nicht mehr … aber ein leises Zwitschern. Die Jungen sind nun flügge und die Eltern vermutlich auch etwas erschöpft, ich weiß es nicht.


Bin ich wirklich so anders, weil ich die Ruhe so sehr liebe und brauche? Warum scheint das, was ich unter Lärm verstehe, so vielen Menschen nichts auszumachen? Vor allem der Bau- und Verkehrslärm, der immer mehr zuzunehmen scheint. Aber auch viele viele andere Lärmquellen ... vorallem, wenn diese penetranten Geräusche andauern. Schrecklich.


Und warum kommt manchen Menschen nie der Gedanke, dass sie vielleicht für andere zu laut sind, wenn sie ihre Stimme in gewissen Situationen bzw. öffentlichen Plätzen nicht ein wenig drosseln? Muss denn immer gleich der ganze Ort hören, was sie neues zu verkünden haben? Kommt ihnen nie der Gedanke, dass es Menschen gibt, die das nicht hören wollen?


Warum empfinde ich das offensichtlich anders, viel extremer? 

Fehlt mir was zwischen Gehörgang und Gehirn? Oder ist die Verbindung zu kurz?


Wenn ich irgendwann sterbe und nur noch als Seele im Raum schwebe, kann ich es hoffentlich selbst aussuchen, wo das sein wird.



Morgentau 22.07.2017, 21.03 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL

Unfassbar

dass ich sooo müde bin. Dabei hatte ich in der Zeit auf Sardinien nicht das Gefühl, mich zu verausgaben. Aber offensichtlich ging es doch an die Grenzen meiner Belastbarkeit. So viele Eindrücke gab es zu verarbeiten -  ohne Pause dazwischen - und die Jüngste bin ich halt auch nicht mehr ... lach. Aber das wusste ich vorher und es ist okay. Ich habe viel gesehen, von dem ich noch lange zehren kann.



Und doch muss ich immer wieder staunen, wie das andere verkraften, die weitaus älter als ich sind. Naja, ich war schon immer etwas schwächlich und schnell erschöpft. Hinzu kommt halt meine ausgeprägte emotionale und kognitive Wahrnehmung. Zu gern würde ich da wenigstens filtern wollen ... die guten ins Köpfchen, die schlechten ins Abfalltöpfchen, aber genau das geht leider nicht. Der Filter wurde bei meiner Herstellung vergessen.



Schlimmes Kopfweh hatte ich heute und hab mich kurz vor Mittag nochmal ins Bett gelegt. Wie gut, dass ich frei habe.
Nach fast drei Stunden Schlaf und einer Suma geht es mir nun endlich besser.

Diese drei Fotos entstanden wieder während der Fahrt. Zum Glück saß ich wieder ganz allein für mich und konnte mich da austoben ... hihi. Wir waren wieder nur 18 Leutchen, das war echt schön.



Im nächsten Eintrag zeige ich euch noch einiges meer ... ;-)

Morgentau 13.06.2017, 13.51 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Es ist so schön

für alles Zeit zu haben, sich keinerlei Druck machen zu müssen.

Ein Leben lang musste ich nach solchen Momenten lechzen.

Schon immer brauchte ich für die Dinge des Lebens viel mehr Ruhe und Zeit als andere.

Früher hab ich es nicht verstanden, dass es an meinem Wesen liegt. Immer habe ich mich mit anderen verglichen und fühlte mich dann schwach und minderwertig. „Ach, wäre ich doch … könnte ich doch auch so wie andere … „


Heute genieße ich es, Zeit und Ruhe zu haben, besonders an solchen Tagen, die ich mir selbst einteilen kann. Und ich suche sie mir bewusst, solche Momente, gönne oder verordne sie mir, wenn ich spüre, dass ich sie nötig habe. Auch wenn das oft Verzicht bedeutet. Aber so ist es nun mal … man kann nicht alles haben. Und ich will es auch gar nicht … im Gegenteil.

Aber Ruhe und Zeit, die brauche ich, um leben zu können.


Morgentau 15.04.2017, 15.05 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Er ist da

der angekündigte Regen. Mit dem Sturm hält es sich bisher in Grenzen. Es wedelt zwar zeitweise ordentlich, aber bisher auf ungefährlichem Niveau. Das ist okay. Ich muss halt dabei auch an die vielen Störche denken, die hier in der Gegend ihre hochgelegenen Nester bezogen haben.




Das viele Wasser scheint den Vögeln nichts auszumachen. Im Gegenteil, hab sogar das Gefühl, sie freuen sich darüber. Jedenfalls herrscht ein munteres Treiben vor meinem regenbetropften Fenster. Sogar ein Star versucht sich an der Meisenknödel-Station.




Mir geht es heute besser und dank Regen ist es auch relativ ruhig draußen.

Gestern war ich noch auf der Alb, um ein wenig runter- und auf andere Gedanken zu kommen.

Meine größte Angst ist, dass diese Ruheinseln auch noch Gefahr laufen, diese Bezeichnung zu verlieren.



Ich liebe menschenleere Plätze und -freie Momente. Nur die Stimmen der Natur und ansonsten nur STILLE ...

Morgentau 18.03.2017, 15.11 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Mein Herz

schlägt immer noch im Hals. Ich will einfach nicht zur Ruhe kommen. Da war ja die Aufregung am Donnerstag, die trotz schneller Aufklärung ihre Spuren hinterlassen hatte, dann dieser schöne Freitag, der meinem Herz auch alles abverlangte - wenn auch vor Freude und Glücksempfinden, aber eben auch viel zu heftig. Der gestrige Abend brachte den Rest.
Schon meine Mutter kannte diese Ängste und heftigen Gefühle. Sie nahm auch Medikamente dagegen, aber das will ich nicht, denn ich schiebe darauf auch die Schuld für ihre schlimme Erkrankung. Aber das ist ein anderes Thema.

Entschuldigt, ich will hier nicht ständig nur von meinen Ängsten schreiben. Aber es hilft mir ein wenig. Hab auch auf eure lieben Kommentare geantwortet und danke euch noch einmal von Herzen dafür. Das hilft mir so sehr. Das Gefühl, verstanden zu werden, und die vielen tröstlichen lieben Worte, das tut einfach gut in so einer Situation.
Aber nun muss auch mal wieder Schluss sein.

Dieses Katerle ist uns im Lautertal hinterher gelaufen und hat immerzu gemaunzt. Auf dem Foto wirkt es wie Fauchen, aber es war wirklich nur ein sanftes Maunzen ...



Leider hab ich nicht verstanden, was es wollte. Aber es gehörte dort sicher zu einem der Häuser, denn es war sehr gepflegt, wohl genährt und trug ein Glöckchen. Irgendwann blieb es stehen und schaute uns nur noch hinterher ...



Zu gern hätte ich gewusst, wo es hingehört, dann wäre ich beruhigter gewesen.
Klar hätte ich es am liebsten mitgenommen, wie die Eselchen. Wenn es nach mir ginge, lebte ich eh inmitten von vielen Viechlein ... Vierbeiner, Fellträger, Zweiflügler und und und.
Vielleicht im nächsten Leben.

Morgentau 10.01.2017, 19.14 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Schwindlig

ist mir heute morgen. Hab natürlich total schlecht - wenn überhaupt - geschlafen.
Der Vorfall gestern hat wohl mal wieder mehr ausgelöst als erträglich für mich ist. Er hat meine alten Ängste freigesetzt und die mischen mich grad so richtig auf. Herzrasen, Unruhe, Zittern ... der Kopf voller blöder Gedanken. Was ist, wenn ...
In manchen Zeiten mein stetiger Begleiter. Erst recht, seit mein größter Alptraum wahr wurde. Ihr wisst ...



Schluss damit. Komm endlich auf andere Gedanken, Frau Morgentau. Denk an die Eselchen. Die kennen solche Gefühle nicht, aber ganz sicher haben sie anderen Kummer.
Jeder hat sein Päckchen, ob Mensch oder Tier. Das ist ganz normal. Außerdem gibt es keine Probleme. Das sind nur momentane Situationen, jawoll.
Ich wünsch euch einen guten, angst- und sorgenfreien Tag!

Morgentau 10.01.2017, 07.18 | (10/10) Kommentare (RSS) | PL