Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Verrückte Träume

mal wieder vergangene Nacht. An den letzten erinnere ich mich gut und sogar gern. Ich war in dem Tante-Emma-Laden gleich hier um die Ecke, in dem ich früher immer eingekauft habe, bis Antonia H. … genannt Toni … in den wahrlich wohlverdienten Ruhestand ging. Ihr Mann war schon früh verstorben und sie hat ihre Kinder neben dem Laden allein großgezogen. Ich hab sie immer bewundert für ihre Stärke.



Nie war sie mürrisch drauf, nie hektisch, strahlte immer eine wohltuende innere Ruhe aus, war freundlich und hatte für jeden ein paar herzliche Worte. Und neben der Kasse stand ein Kästchen, in dem Zettel aufbewahrt wurden von Kunden, die nicht gleich zahlen konnten oder zu wenig Geld dabei hatten.

Ja, da gab es so was noch. Und selbst, wenn sie krank war und kaum gehen konnte, so war das für sie kein Grund, ihren Laden dicht zu machen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das mal vorgekommen wäre. In den Sommerferien hatte der Laden bis Mittag auf, so was wie Urlaub schien sie nicht zu kennen. Man brauchte nie Angst haben, dass einem mal etwas ausgehen könnte, bei Toni um die Ecke konnte geholfen werden.



Für mich, die keinen Führerschein hat, war das all die Jahre so optimal. Und der freundliche Austausch an der Backwarentheke schenkte der Seele gleich noch ein Lächeln gratis dazu.




In meinem Traum war ihr Laden allerdings viel viel kleiner als in Wirklichkeit. Man konnte sich darin kaum drehen und wenden. Die Regale waren bis zur Decke mit Waren gefüllt, die Gänge zugestellt, und ihre alte Kasse stand auf einem Zeitungsstapel. Der Raum war so mini, aber total gemütlich. Aber die anderen Kunden sahen das ein wenig anders, sie meckerten und schimpften, was das für ein übler Laden sei und gingen zornig von Dannen.

Ich hatte so eine Wut auf diese Leute, nahm meine Kamera und machte ein Bild von Toni … mitten in ihrem Laden. Sie strahlte über das ganze Gesicht.

Zeigen kann ich euch das Foto leider nicht … ihr wisst ja, wegen der Urheberrechte und so … lach.




Dafür gibt es noch paar Herbstfotos. Der Tag wird wieder lang. Alles Liebe für euch!

Morgentau 17.10.2018, 08.07| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lustig

Törichte Träume

Was verfolgt ihr mich, ihr Träume,
will ja gar nichts von euch wissen,
schleicht euch ein in meine Kammer
und versteckt euch in den Kissen. –

Laßt mich endlich doch zufrieden,
fort ins Reich der Nachtgespenster;
in ein Flortuch sank mein Leben,
klopft kein Schatz an Tür und Fenster.

Und doch pocht und klopft es immer:
lachen möcht ich – und ich weine.
Lügenträume! Bin ja morgens
beim Erwachen doch alleine.


Else Galen-Gube



Morgentau 16.10.2018, 20.55| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

Gefällt mir

dieser neue Song von Kylie Minogue und Jack Savoretti ... geht irgendwie gleich ins Ohr ..

Rick Astley ist übrigens auch wieder da ... ;-)

Morgentau 16.10.2018, 15.21| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gesehen - Gehört

Seit ein paar Tagen

tut mir mal wieder der Nervus ischiadicus weh. Da kann ich nicht lange sitzen. Das kann ich ohnehin nicht, aber selbst das nächtliche Liegen bringt nicht viel Linderung. Wie ein altes Mütterchen quäle ich mich dann morgens aus dem Bett. Den Kopf sollte ich auch nicht großartig bewegen, gleich knackt es im Halswirbel … szzzz. Ja, an manchen Tagen fühle ich mich um einiges älter. Dann schlägt mich das schlechte Gewissen meinem Körper gegenüber, denn wenn ich lese, was das alles verhindern oder verbessern könnte, muss ich zugeben, dass ich ganz schön faul und nachlässig bin. Okay, ich geh gern wandern, aber das ist viel zu selten. Fahrrad fahr ich auch nicht und mit Jogging hab ich gleich gar nichts am Hut … schäm. Jeden Tag soll man bestimmte Bewegungen machen, damit die Muskeln nicht erschlaffen und das innere Gerüst stützen. Aber damit tu ich mich echt so schwer.

Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich wenigstens die Strecke vom Büro bis zum Bahnhof zu Fuß gehe. Das wäre doch mal ein Anfang. Ich würde dann zwar immer erst eine halbe Stunde später fahren können, aber das muss mir meine Gesundheit wert sein. Und vielleicht ein paar Übungen?

Ich kann mich noch erinnern, als mein Vater plötzlich anfing, solche merkwürdigen Übungen zu machen. Das war ein Geröchel und Geschnaufe. Gebracht hat es ihm nicht viel. Aufgrund seiner anstrengenden körperlichen Arbeit war im Alter eh alles kaputt. Ich denke, vieles ist auch Veranlagung. Der eine hat halt ein stabiles Gerüst mitbekommen, beim anderen klappert es ein Leben lang mehr oder weniger. Dafür funktionieren vielleicht andere Sachen besser.

Aber es nützt nichts, darauf zu hoffen, dass der Kelch an mir vorbei geht. Die Angst, mal nicht mehr so laufen und mich bewegen zu können, wie ich mag, ist schon sehr groß. Soweit darf es nicht kommen.

Morgentau 16.10.2018, 14.49| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Schmerzlich

Manchmal passt es auch an einem Oktobertag

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen;
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

Eduard Mörike


Foto: JanObi

Morgentau 16.10.2018, 07.22| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.


Friedrich Hebbel



Morgentau 15.10.2018, 19.53| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Die wilden Schwäne

Das Dorment des Klosters Blaubeuren erinnert ein wenig an Harry Potter.

Hier fand am Samstag diese zauberhafte Veranstaltung statt, von der ich euch berichten wollte.



Schon als meine Tochter und ich den Klosterhof betraten, kam ich in feierliche Stimmung. Ich liebe diesen Ort. Hier findet auch immer der Kunsthandwerkermarkt statt.




Auch in den Klostergängen war ich schon. Nun sollte ich auch das Dorment kennenlernen.

Schon von außen konnte man durch das große beleuchtete Fenster schauen, was die Vorfreude noch steigerte. Und die sollte nicht enttäuscht werden.




Die „kleine Kammeroper“ war einfach wundervoll. Wunderschöne Gesänge … zauberhafte Instrumentalbegleitung nach einer Aufführung von Carl Reinecke (geb. 1824) und eine Sprecherin für die Erzählung. Dieser Part wurde von meiner Kollegin übernommen. Ich war total begeistert und erlebte einen anderen Menschen mit einer völlig anderen Stimme.

Ihre Stimme und die wundervolle Musik trugen uns in die Märchenwelt von Andersen.

Faszinierend und einfach nur schön. Von Herzen Danke.

Morgentau 15.10.2018, 16.22| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gesehen - Gehört

Heute Morgen

fand ich eine Nachricht von einem lieben Menschen, dass es ihm nicht so gut geht … 

und ich weiß, wenn er so etwas schreibt, dann ist es wirklich schlecht um ihn bestellt.

Ich weiß auch, es gibt da einige, die ich kenne und sehr mag, denen es ähnlich geht. 

Das tut mir von ganzem Herzen leid. Deshalb gilt mein Morgengruß ganz besonders euch, die ihr gerade eine schwere Wegstrecke zu durchschreiten habt. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei euch!

Euch allen wünsche ich von ganzem ganzem Herzen alles Gute, auf dass es euch bald besser gehen möge!!!

Falls ein Wunder nötig sein sollte, so möge auch dieses geschehen … 

glaubt daran, alles wird gut!




Für alle da draußen … kommt gut in die neue Woche!

Morgentau 15.10.2018, 07.15| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

Die freundliche Seite des Herbstes

durften wir an diesem Wochenende genießen. Er verwöhnte uns mit einem charmanten Lächeln, das niemanden unbeeindruckt gelassen haben dürfte.

Dieses Licht … diese Farben … diese wunderbare Luft. Das war ein absoluter Traum … ein Traum, der verzauberte und alle Sorgen mit dem Morgennebel auflösen ließ. Zumindest für diesen wundervollen Moment.




Ich werde es ihm nicht übel nehmen, dem Herbst, sollte er sich dabei ein wenig übernommen haben und in der zweiten Oktoberhälfte schwächeln. Ich habe meine Tanks aufgefüllt und bin gestärkt für das leise Sterben da draußen. Auch das gehört zu seinen Aufgaben, … so will ich mir Mühe geben, das zu akzeptieren.




Er hat jetzt jedenfalls was gut bei mir. Ich kann nur Danke sagen für dieses Geschenk!




Wunderbar, wie die Strahlen der Morgensonne über den abgeernteten Acker gleiten. Der Nebel scheint sie überall hinzutragen. Wie ich diese Stimmung liebe.




Überall begegneten einem die Erntemaschinen und Traktoren, die ihre letzten Ernten einfuhren. Alle waren gut drauf, die Fahrer grüßten freundlich und winkten mir zu im Vorbeifahren.




Ansonsten mal wieder keine Menschen weit und breit. Herrlich, so allein auf weiter Flur.



Nein, ganz allein war ich natürlich nicht. Mein Sohn war wieder dabei, denn auch er wollte diese Pracht einfangen. Das Objektiv, das er im Frühjahr getestet hatte, hat er sich nun gekauft. Es hat den Vorteil, dass er jede Art von Motiv damit aufnehmen kann und die Objektive nicht ständig wechseln muss, wie bisher. Für solche spontanen Fotoausflüge genau das Richtige. Dafür verkauft er ein anderes, das noch wie neu ist, aber nicht mehr genutzt wird. Das wird einen anderen freuen … :-)




Für mich ist es ein großes Glück, dass wir das gleiche Hobby haben, wie einst mein Vater, der auch mich schon als Kind damit infizierte.

Morgentau 14.10.2018, 18.21| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

Endlich blauer Himmel

heute, das tat gut. Sorry für alle, die sich nach herbstlichen Gräu-lichkeiten sehnen, ich werde wohl für den Rest meiner Tage ein Freund der Farben, des Lichts und der Wärme bleiben. Ich glaube sogar, je älter ich werde, umso mehr brauche ich das.

Dunkel wird es jetzt früh genug am Abend, und wenn die Sonne fehlt, ist auch die Wärme futsch.



So gern ich kuschel und es mir gemütlich mache, während draußen der Sturm tobt und der Regen gegen die Fensterscheiben peitscht, am schlimmsten ist für mich Dauerkälte und Düsternis. Dem Grau-en kann ich echt so gar nichts abgewinnen. Und leider leider sehen hier bei uns zwischen November und Februar die meisten Tage so aus. Und davor grau-t es mich sooo sehr.



Ich liebe schneeglitzernde Wintertage … auch mal Schneesturm oder dichtes Flockentreiben, ich mag useliges Wetter draußen, wenn ich es neben knisterndem Kaminholz, vor dem Fenster sitzend, beoabachten kann. Auf all das freue ich mich wirklich sehr. Immer Sonne ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber ich hab es diesen Sommer erlebt, damit kann ich wesentlich besser umgehen.



Aber jetzt freue ich mich erst einmal über diesen herrlichen Herbst, der sich so wunderbar einfärbt. 

Schön wäre halt so eine Mischung aus all dem, was ihn ausmachen sollte. Wie ich es aus Liedern meiner Kindheit kenne … bunte Blätter, raschelndes Laub, Kastanien, Eicheln, der Duft frischer Erde, die für kommende Saat aufgeackert wurde, ... Regen, der die Hagebutten an den Sträuchern zum Leuchten bringt, ... aufmüpfiger Wind, der Drachen steigen lässt … und die Melancholie, die über all dem schwebt ... 



Das Wochenende soll goldig werden. Ich hoffe, auch ihr habt Gelegenheit, die schönen Seiten des Herbstes zu genießen.

Mein Programm steht noch nicht ganz fest, bis auf einen schönen Termin am Samstagabend, von dem ich euch dann sicher berichten kann. 

Da werde ich in einem Kloster bei einer Märchenvertonung sein ... ich freu mich.

Ansonsten hoffe ich auch auf ganz viel Gold und Wald ...

und während ich hier schreibe, landet in der Nähe der Rettungshubschrauber. Ach manno ... 


Trotzdem ... ich sag nun Tschüss und wünsche euch ein friedliches und freundliches Wochenende!

Morgentau 11.10.2018, 18.40| (7/7) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte