Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Erinnerungen

Wenn wir Glück haben

bekommen wir heute noch etwas Regen ab. Laut Wetterradar könnte uns das Gebiet noch streifen. Das wär gut. Der Wind hat schon kräftig zugenommen. Mal schauen ...

Schön war es heute. Mir macht meine Arbeit wirklich Freude und ich bin so dankbar für diese Fügung damals und die herzliche Hilfe einer lieben Seele, die mich dorthin geführt hat.
Etwas Besseres konnte mir nicht passieren nach diesem schweren Schicksalsschlag.
In solchen Momenten glaube ich nicht an Zufall.

So wunderbar diese freien Tage auch waren, ich bin auch gern wieder ins Büro gegangen, auch wenn mir das Aufstehen heute Morgen echt schwer fiel. Aber das ist ja normal. Hoffentlich werde ich noch lange gebraucht und akzeptiert, wie auch unsere Arbeit. Nie nie wieder möchte ich arbeitslos sein.

Ja, ich war auch ein paar Tage in Cornwall. Wenn man die zwei Tage für die Hin- und Rückfahrt abzieht, bleiben vier wundervolle Tage, in denen ich ein wenig von dieser schönen Gegend kennenlernen durfte. Der fünfte und letzte Tag war für London reserviert. Ich weiss gar nicht, wie lange ich schon davon geträumt habe, England und diese riesige Stadt endlich einmal kennenzulernen. Nun war es endlich soweit ...

Auch wenn so eine Busfahrt sehr anstrengend ist (vorallem für eine HS) und nicht die Zeit und Ruhe gegeben ist, die man sich eigentlich wünschen würde, so kann man doch einiges an Eindrücken gewinnen und einfangen ... und einige sogar dann später beim Betrachten der Fotos auf sich wirken lassen.



Natürlich sind wir auch ab und an mal ausgestiegen. Zum Glück ... ;-)


Morgentau 23.06.2014, 19.12 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Nützt ja alles nix

auch wenn ich noch nicht müde bin, so langsam sollte ich ins Bett gehen.
Noch sitze ich hier am weit geöffneten Fenster, genieße dieses Sommernachtsfeeling.
Die Geräusche von draußen klingen so gar nicht nach Ferienende. Trotz später Stunde hör ich Kinderlachen in der Ferne, als wär ein Ferienlager in der Nähe.
Auch die Frösche quaken noch immer voller Eifer. Ich hoffe, sie haben noch genug Wasser in ihren Tümpeln, denn die Donau zeigt sich erschreckend geschwächt, auch wenn ihr der Blütenteppich, der sich inzwischen auf ihr gebildet hat, richtig gut steht.

Dafür werden die Wiesen immer gelber. Sie erinnern mich an Südfrankreich. Diese Trockenheit und das Licht, der blaue Himmel ... ganz wie in jenen Sommern, als wir dort Urlaub machten. Bekommen wir jetzt hier solche Sommer?
Die letzten Blümchen betteln um Wasser ... hoffentlich kommt es bald.



Blümchen, die auf einer Mauer wachsen ... gesehen in Cornwall.

Kommt gut in die neue Woche!

Morgentau 22.06.2014, 22.51 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Ich kann noch nicht schlafen,

aber ich leg mich jetzt trotzdem hin und lausche dem lustigen Froschkonzert da draußen.
Ich finde das immer so herrlich. Wenn man genau hinhört, fällt einem auf, dass es sowas wie einen Oberfrosch in dem Orchester geben muss. Irgendein Quäker, der offenbar alle anderen übertönen will. Manchmal ertönt auch ein gequältes oder genervtes Quaken. So genau kann ich es nicht deuten, da ich kein Quäkisch kann.

Ansonsten ist Ruhe eingezogen. Selbst das letzte Vögelchen hat sich nun in sein Nachtquartier zurückgezogen und das Schnäbelchen in sein Gefieder gesteckt.
Ab und an fährt noch ein Auto vorbei, dann verfolge ich den huschenden Lichtschein an der Zimmerwand. Das mochte ich schon als Kind, wenn ich bei meiner Großmutter übernachtet habe. Sie wohnte auch an einer Hauptstraße, nur gab es damals noch nicht so viele Fahrzeuge, weshalb ich die huschenden Lichterscheinungen gerne verfolgte. Dann überlegte ich, wer wohl "da unten" im Auto sitzt, woher dieser Mensch kommt und wo er hin will ...
das war alles so aufregend.

Ich mag die Stille der Nacht. Sie ist wie ein Freund für mich. Sicher auch, weil ich nun meinen Gedanken nachgehen kann, ohne befürchten zu müssen, unterbrochen zu werden.
So sind halt die ewigen Träumer ... seufz. Apropos Traum ... ich glaube, nun wird es doch langsam Zeit für mich ... und für euch? Noch jemand wach außer mir?
Dann sage ich für heute leise "Gute Nacht, ihr Lieben, danke, dass ihr hier ward!"


Morgentau 08.06.2014, 23.25 | (3/2) Kommentare (RSS) | PL

Schier aus allen Wolken gefallen

bin ich gerade, als ich aus dem Fenster gesehen habe. Was für enzückende Schäfchenwolken da wieder unterwegs sind. Oh, ich liebe es ...

Hier eine elbische Wolke, die Erinnerungen weckt und sich längst in Wolkenfallen aufgelöst hat ... ;-)



Ich wünsche euch einen schönen Nachmittag ... fühlt euch wie auf Wolke 7 oder 8 oder 9 ...

Morgentau 04.06.2014, 12.20 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

Wo ist der Tag hin?

Wo sind die Jahre hin? Wo ist die Zeit hin?

Der Mai geht zuende. Hat er nicht eben erst begonnen?
So viele Ereignisse. Eines löst das andere ab. Termine liegen vor uns, die uns Angst machen oder auf die wir uns freuen. Oftmals bangen wir, ob alles gut gehen wird, fragen uns, was wird danach sein? Oder auch ... "Kannst du dich daran erinnern?" ... "Weißt du noch, wie das damals war, als du mir von "diesem ganz bestimmten Tag" erzählt hast und wieviel Angst du davor hattest"? Ereignisse, die man gern aus seinem Leben gestrichen hätte, oder wo man sich wünschte, es wäre anders gekommen.
Inzwischen ist längst Gras darüber gewachsen. Manches war dann doch nicht so schlimm, wie man es sich vorgestellt hatte. In anderen Fällen wurden hohe Erwartungen enttäuscht.
So ist das Leben.
Und doch sind es genau die Momente im Leben, an denen wir "unsere ganz persönliche Zeit" messen. Schöne, wunderbare Ereignisse und schmerzliche - gute und bittere Erfahrungen.
All das, was uns auf irgendeine Art bewegt hat.

"Was, ist das schon sooo lange her?" Wie oft fällt dieser Satz, wenn sich ein bestimmtes Ereignis jährt.
Ja, sie rast, die Zeit, und manchmal erscheint es mir so irreal, dann habe ich fast das Gefühl, ein paar Lebensjahre geschlafen zu haben. Wie sonst kann es sein, dass ich schon auf die ..zig zugehe, obwohl es doch erst gestern war, als ich auf die alten Kirschbäume meiner Großmutter kletterte. Um den Bauch den kleinen Milchkrug, festgebunden mit einem Jutebändchen ...


Morgentau 31.05.2014, 20.07 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Die Schwüle

ist angekommen. Bald ist es 21 Uhr und draußen ist es immer noch richtig warm.
Eigentlich wollte ich heute meine Pflänzchen gießen, aber für morgen sind starke Regenfälle angekündigt. Ich hoffe nur, sie kommen nicht gar so wild daher und halten sich zumindest soweit im Zaum, dass keiner zu Schaden kommt. Der Regen selbst wird schon sehnsüchtig erwartet.

Es ist schon ungewöhnlich ruhig auf den Straßen. Ist irgendein Spiel heute im TV? Was auch immer die Ursache ist, ich genieße es, nur dem Abendständchen unserer kleinen gefiederten Freunde lauschen zu können. Der Duft nach Sommer ist enorm und ein wenig unwirklich irgendwie. Er weckt so viele Erinnerungen ... auch an meine Kindheit. Einfach schön.

Morgen ist schon wieder Donnerstag ... und er soll - wie gesagt - seinem Namen alle Ehre machen. Ich werde berichten.
Passt auf euch auf ...


Morgentau 21.05.2014, 21.03 | (7/0) Kommentare (RSS) | PL

Wieder so ein Traumtag

heute. Gestern war es nicht ganz so doll. Aber heute ist das Wetter und Feeling, die Luft, das Licht, die Stimmung ... all das so, wie ich es mag. Angenehme Temperaturen, eine ganz sanfte, zärtliche Brise, ein lieblicher Geruch von nostalgischen Sommerwiesen, das Licht aus Lavendelfeld-Träumereien und Zikaden-Begleitkonzerten ... flirrende Landstraßen ... reife Kirschen im Strohhut ... und die Sehnsucht nach Urlaub ...


Morgentau 21.05.2014, 11.24 | (7/0) Kommentare (RSS) | PL

Dass

morgen schon wieder Freitag ist, kann ich fast nicht glauben. Es ist unfassbar, wie die Zeit rast. Überall hängen noch Plakate, die zum "Tanz in den Mai" einladen, da liegt die erste Maiwoche schon wieder hinter uns.
Ich mag das, wenn wir unterwegs sind, dabei in ganz abgelegene Winkel kommen, und ich an alten, verlassenen Gebäuden oder Holzschuppen von Wind und Wetter zerschlissene oder halb verbleichte Plakate entdecke, bei denen noch zu erkennen ist, welches große Event sie einst ankündigten.
"Sommerfest am 21. Juli 1987 am alten Weiher" ... "Flohmarkt in Kruschtelberg am 7. September 1999" ... etc. etc.
Ich kann es nicht beschreiben, aber seltsamerweise lösen auch solche Dinge wohlige Gefühle in mir aus. Der Gedanke - es gab diesen Tag, dieses Fest und Menschen, die dort feierten, während ich nichts davon ahnte und mich in weiter weiter Ferne mit anderen Dingen beschäftigte ... mein Leben lebte - der hat irgendwas. Eigenartig, gell?



Dieses Plakat hing überall auf Elba. Dort finden derzeit viele Feierlichkeiten statt, denn genau vor 200 Jahren, am 4. Mai 1814, landete Napoléon auf Elba, der dorthin ins Exil verbannt worden war. Seine Winterresidenz haben wir auch besucht. Genau zwei Tage vor dem großen Ansturm. Glück gehabt. Mehr demnächst ...

Morgentau 08.05.2014, 18.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

So danke

für eure herzlichen Kommentare. Ja, es ist ein großes Glück, die Eltern noch zu haben.
Da sie beide nun mitte 80 und sehr krank sind, rücken aber leider auch sehr düstere Gedanken immer näher. Deshalb fällt mir immer ein Stein vom Herzen, wenn ich höre, dass alles in Ordnung ist.

Schön ist, dass einem liebe Erinnerungen niemand nehmen kann. Gelebtes Leben.
Ob nun das der Kindheit, als die Großeltern noch lebten, oder später, als meine Kinder noch klein waren, und vorallem auch die vielen glücklichen Jahre, als mein Mann noch bei mir war. All die wunderbaren Momente, die wir zusammen hatten, gehören zu den erfüllten, glücklichen Tagen meines Lebens. Glück, das mir das Leben geschenkt hat.

So traurig die Gewissheit auch ist, einige dieser lieben "Gesichter" aus der Vergangenheit nie wieder sehen und ihre vertrauten Stimmen nie wieder hören zu können, ... so beruhigend und tröstend ist jedoch der Gedanke, dass es diese gemeinsame frohe Zeit gab. Nicht jeder hat soviel Glück.
Und was auch immer noch auf mich wartet im Leben, werde ich niemals klagen können, wo es doch soviel Schönes gab.



Auch so ein Glück: eine junge Küchenschelle oder Kuhschelle ... also ein Kühchen sozusagen.
Die starke Behaarung schützt vor Kälte.

Morgentau 13.03.2014, 15.10 | (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Sonntagsgedanken

Ich weiß nicht, aber heute ist so ein Tag, an dem mir ganz viele Gedanken durch den Kopf gehen. Okay, das tun sie eigentlich jeden Tag, aber heute im Besonderen.
Geht es euch auch so, dass ihr an manchen Tag besonders intensiv fühlt? Mehr als an anderen Tagen? So ein Tag, an dem man irgendwie nah am Wasser gebaut hat. Nein, nicht unbedingt, weil da so Vieles ist an unterdrücktem Seelenschmerz, der nach außen drängt, sondern ebenso wegen eines Glücksgefühls, das man ganz tief im Innern spürt, ohne richtig deuten zu können, woher es kommt und wessen man es zuordnen könnte.
Was auch immer es ist, mein Herz schlägt irgendwie wilder als sonst.

Sehr philosophisch heute, gell? Aber genau das meine ich. Da sind so viele Gefühle in mir, die scheinbar nur darauf warten, herausgelassen zu werden. In welcher Form auch immer.
Oje, ich fürchte, ich rede schreibe in Rätseln (oder Blödsinn). Kann es einfach nicht erklären.
Da liegen z.B. hier neben mir auf dem Schreibtisch die gesammelten Werke - Gedichte - einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen. Ein Buch voller Gedanken und Gefühle, die sie einst erlebt und gefühlt hat. Gerade eben wurde mir das so richtig bewusst. Momente ihres Lebens ... Bilder ihres Lebens ... irgendwann von ihr wahrgenommen und in Gedichtform zu Papier gebracht. Für immer festgehalten.

Sie ist nicht mehr, aber ich kann lesen und fühlen, was sie einst fühlte und dachte.
Kann die Welt mit ihren Augen sehen und ihren Empfindungen wahrnehmen.
Das ist so unbeschreiblich schön.
Ich entdecke neue Gefühle dabei, präge mir bestimmte Dinge ein, um mich dann irgendwann darin zu erinnern. Während meiner Wanderung z.B. oder in Situationen,
die sie auch erlebt und gefühlt hat. Ich kann dabei lernen, sehr viel lernen. Noch mehr Dinge zu schätzen im Leben, andere weniger wichtig zu nehmen ... und so vieles mehr.

Überhaupt finde ich es beim Lesen von Gedichten und Erzählungen oder beim Betrachten von Fotos oder Gemälden so wunderbar, dass man so viele Momente, Situationen, Erlebnisse, Gefühle, die anderen Menschen zu irgendeiner Zeit, an irgendeinem Ort widerfahren sind, auf eine gewisse Art wiederbeleben kann ...
Ich kann fühlen, was Goethe einst fühlte, oder es zumindest erahnen und mir ausmalen.
Ist das nicht herrlich?

Ihr wundert euch sicher über meine Gedanken. Ja, ich hab heute etwas Sonne abgekriegt. ;-)
Und ich war ein wenig draußen im Wald. Das ist Droge für mich.
Noch nie sah ich soviel Grün im Winter, auch wenn es "nur" Moos ist. Ich liebe es.


Morgentau 09.02.2014, 19.06 | (6/0) Kommentare (RSS) | PL