Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


Einträge ges.: 3009
ø pro Tag: 0,8
Kommentare: 14950
ø pro Eintrag: 5
Online seit dem: 23.02.2013
in Tagen: 3577
2022
<<< Dezember >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
   01020304
05060708091011
12131415161718
19202122232425
262728293031 
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3

Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




Captcha Abfrage



Ingrid
Gute Besserung!
12.2.2022-22:34
Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Schmerzlich

Hassliebe

Ja, ich glaube, so kann man es nennen, was ich für die Nacht empfinde.

Einerseits liebe ich sie wegen ihrer Dunkelheit und Stille, die mir Ruhe und Abstand schenkt, nach denen ich mich so oft sehne. Andererseits kann genau das zum Horrortripp werden.

Dann nämlich, wenn sich unerträgliche, quälende Gedanken einschleichen und sich aufblasen wie ein schwarzer Luftballon, der größer und größer wird und doch nicht platzen will. Wenn Schmerzen den Schlaf auffressen und man um Hilfe schreien möchte, aber nicht kann.

Wenn der Blick auf die Uhr zur endlos scheinenden Tortur wird.

Puuuh, ich hab sie hinter mir.


Wusstet ihr, dass nachts richtig tolle Filme kommen? Der HIER z.B. …


Habt einen guten Tag, freundliche Begegnungen, Erfolg bei den Dingen, die zu erledigen sind, und vorallem … passt auf euch auf!

Morgentau 09.02.2017, 06.19 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL

Traurig

Einige von euch kennen sie vielleicht noch. Ich habe früher sehr oft bei ihr gelesen, damals als Waldameise sogar regelmäßig. Irgendwann haben wir uns leider verloren, weil es einfach mit den Jahren zu viele Blögge wurden.
Vorhin wollte ich mal nachschauen, wie es ihr geht, ob sie noch bloggt ... und entdeckte die traurige Nachricht ihrer Tochter. Ruhe in Frieden, liebe Renate.

Morgentau 11.01.2017, 19.56 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Heizung kaputt

Ich sitze in der Kälte und warte auf den Heizungsmonteur ...

So ein Mist aber auch. Mir ist ganz schlecht vor lauter Elend. Ich darf halt doch nicht beschreien, wie gut ich mich fühle. Es ist immer das Gleiche.

Melde mich vielleicht später nochmal ... hoffe, er kommt bald ...

Er wollte schon vor einer Stunde da sein. Ein Rohr ist geplatzt ... heul.

Morgentau 09.01.2017, 18.05 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Nun ist es doch passiert

Wie kann es sein, dass man am Abend zuvor so ziemlich gesund ins Bett geht und morgens krank wieder aufwacht?
Ist die Gesundheitsschutzpolizei im Innern nachts auch im Schlafmodus? Ich dachte, die seien immer präsent, halten Wache Tag und Nacht. Und doch passiert es so oft während der Nacht, dass sie für einen Moment nicht aufpassen, und schon nutzen fiese kleine Unholde die Chance, den Motor lahmzulegen.



So geschehen letzte Nacht. Von wem sie kamen, weiß ich nicht. Könnte von meiner Tochter sein, die ihre Kämpfe schon hinter sich hat, aber auch der Bus transportiert diese Unholde gern ... und sogar kostenlos, ohne Ticket. Und irgend einer von den Dingern muss es auf mich abgesehen haben. Nun hat es mich doch erwischt, Mist. Meine Tochter meinte tröstend, dann hätte ich es weg ...



Vorhin hatte ich das Gefühl, mein Kopf explodiert. Alles tat weh, auch Ohren und sogar die Zähne. Verrückt.
Hab mich gleich eingedeckt mit Hustenbonbons, Honig, einer Großpackung Taschentücher und Schmerzmittel.
Letzteres hab ich vor einer halben Stunde eingenommen und fühle mich etwas besser.
Verkürzen kann man den Angriff damit nicht, aber vielleicht erträglicher machen.
Ha ... ha ... hatschi, pardon! Gut, dass man sich beim Lesen nicht anstecken kann, gell?
Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Morgentau 08.12.2016, 12.59 | (18/18) Kommentare (RSS) | PL

Freud und Leid

Selten, dass sie so eng beieinander liegen, wie ich es in diesem Jahr wieder erlebt habe.

Den Kollegen, der seit 14 Tagen als vermisst galt, hat man am Wochenende aus der Donau geborgen. Ich kannte ihn nicht persönlich, aber die das tun, sind total erschüttert. Ein so herzlicher, stets freundlicher, zuvorkommender, hilfsbereiter Mensch … Ehemann, Vater … gerade 50 geworden. Er litt unter Depressionen, hätte es sich aber nicht anmerken lassen ...

Diese schreckliche Krankheit, gegen die Mensch so machtlos zu sein scheint. Und das Schlimmste, dass man es ihr nicht ansieht, wie gefährlich sie ist.


Meine Gedanken sind aber auch bei meiner Kollegin, mit der ich zusammen arbeite.

Sie hat völlig unerwartet ihren Vater verloren … er durfte auch nur 66 Jahre alt werden.


Was ist das nur für ein Jahr?

Morgentau 05.12.2016, 15.15 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Mal wieder

Kopfschmerzwetter. War ja klar, immer, wenn das Thema hier ein Weilchen ruht, kann man direkt darauf warten. Aber so oft ich auch davon schreibe, es ändert nix.

Dummer, dummer Kopf, warum nur reagierst du so sauer auf alles mögliche? 

Was ist da bei meiner Herstellung schief gelaufen?

Schmerzen sind wichtig, zum Schutz etc. … aber bei einigen versteh ich den Grund nicht wirklich.

Was sollen diese quälenden Signale? Vor was oder wen sollen oder wollen die mich schützen?

Ich bin doch nun schon ein stiller Mensch und achte darauf, dass mein Gehirn nicht überreizt wird.

Eigentlich hätte ich es verdient, einen dankbaren Kopf zu haben, der die liebevolle Behandlung zu schätzen weiß.

Neee, manchmal tu ich mich echt schwer, hinter die Logik der menschlichen Zusammensetzung und Funktionalität zu kommen ...

Morgentau 02.12.2016, 15.38 | (7/7) Kommentare (RSS) | PL

Bin wieder da

mag aber noch ein wenig schweigen. Viele Gedanken, viel Schmerz und Traurigkeit.
Das Schlimmste: Ich weiß, sie leidet nicht. Offensichtlich jedenfalls nicht und ein jeder bestätigt es. Die Gedanken und Gefühle, die einst ihre Seele nährten, sind schon gestorben. Aber keiner kann sagen, ob sie wirklich nichts mehr fühlt, nicht mehr leidet.
Es ist so grausam, einen Menschen, den man liebt, so zu sehen.
Ich weiß, sie ist bereits in einer anderen Welt. Ja, ja. Auch, wenn es so zu sein scheint, kann ich nicht gegen meine Zweifel an. Das drückt wie ein Eisenring um mein Herz und ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann.



Ein lieber Gruß zu euch. Danke für eure vielen lieben mitfühlenden Worte. Ihr habt echt viel Geduld mit mir.
Aber ich will keinen Trost mehr, wenn ich hier davon schreibe.
Ich weiß ja, dass ich da durch muss, wie so viele andere auch.

Vielleicht bin ich morgen wieder hier. Alles alles Liebe für euch!

Morgentau 12.08.2016, 19.59 | (9/9) Kommentare (RSS) | PL

Loslassen

Auch wenn man vielleicht schon lange Zeit damit rechnet, will man es offensichtlich ganz im Innern einfach nicht wahrhaben. 

Man glaubt es erst, wenn es wirklich soweit ist.

Selbst, wenn man weiß, dass die Zeit gekommen ist, dass es eine Erlösung für den Betroffenen ist, dass er sich danach gesehnt hat und man ihm seinen Frieden gönnt, ja ihm sogar wünscht, damit dieses Leid ein Ende hat, so ist es für die Menschen, die zurück bleiben und nun loslassen müssen, ein unvorstellbarer Schmerz.


Ich hätte nicht gedacht, dass es wieder so schlimm ist. Gerade, weil es doch dieses Mal eine Erlösung sein wird ...

Aber es ist wohl dieses Endgültige, dessen Bedeutung einem in dem Zusammenhang vorher niemals so richtig bewusst war.

Plötzlich sind all die Bilder wieder im Kopf, all die Begegnungen, gemeinsamen Erlebnisse. Lauter kleine Filme … so klar und nachdrücklich erscheinen sie im Gedächtnis, als wäre es erst gestern gewesen.

Alles war so vertraut, gehörte ganz selbstverständlich zum Leben. Wie kostbar viele dieser gemeinsamen Stunden waren, weiß man wohl auch erst hinterher so richtig zu schätzen, glaubt man vorher doch, dass es ewig so weiter geht.

Aber das tut es nicht. Irgendwann geht es nicht mehr weiter. Die vertrauten Stimmen schweigen für immer.

Nie wieder wird das Telefon klingeln oder eine Stimme auf dem AB nach mir fragen,

nie wieder werden wir gemeinsam im Garten sitzen und die Vögel beobachten … nie wieder im Schein der Kerzen Weihnachtslieder singen … nie wieder durch den Wald stromern, um Pilze und Beeren zu sammeln … nie wieder gemeinsam Essen kochen … Fotos und Filme anschauen, von früher reden, lachen und weinen. Nie wieder.


Meine Mama lebt schon seit geraumer Zeit in einer anderen Welt. Auch das ist sehr schmerzlich und doch hatte das Loslassen dadurch mehr Zeit. Ich kann das schlecht erklären.

Mit meinem Papa hab ich vorgestern noch gesprochen, wie jeden Tag davor …

Geahnt habe ich es schon lange, dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt. In den letzten Wochen besonders, denn es schien ihm besser zu gehen. Ich spürte seinen Willen, mir nicht jeden Tag sein Leid zu klagen. Da dachte ich mir schon so etwas. Man hört öfter von dem Aufflammen des Lebenswillens.

Doch nun scheint er gebrochen … und ich muss ihn gehen lassen.



* * * * *


Haltet euch nicht zurück, die Dinge, die euch beschäftigen, erfreuen, betrüben, verwirren oder faszinieren, beim Namen zu nennen, auszusprechen.

Und vor allem: sagt den Menschen, die ihr lieb habt, wie tief eure Gefühle gehen und wie dankbar ihr seid, dass sie zu eurem Leben gehören.

Sagt aber auch, wenn euch etwas in der Seele schmerzt. Behutsam und niemals vorwurfsvoll. Sicher lässt sich darüber reden …

Dieses Reden ist so wichtig. Nichts belastet mehr als das, was man nicht gesagt hat, als es noch möglich gewesen wäre.

Ich habe so viele intensive Gespräche mit meinem Papa geführt in den letzten zwei Jahren, wie all die Jahre davor nicht. Wir haben uns quasi erst in diesen zwei Jahren so richtig kennen gelernt.

Ich bin so dankbar dafür, auch wenn ich es so sehr bedauere, dass es nicht früher geschehen ist.

Von meinem lieben Mann konnte ich mich gar nicht verabschieden. Auch ihm hätte ich noch so viel zu sagen gehabt ...


* * * * *


Ich wollte erst die Kommentarfunktion schließen, aber ich tu es nun doch bewusst nicht. Wer etwas dazu schreiben möchte, darf es gern tun. Manchmal will man sich selbst etwas von der Seele schreiben bei diesem emotionalen Thema.

Ich bitte nur darum, mir keine persönlichen Fragen zu stellen. Die Gedanken mussten einfach raus, auch wenn ihr vielleicht nicht alles versteht ...



Morgentau 04.08.2016, 21.59 | (15/15) Kommentare (RSS) | PL

Vergangene Nacht

hatte ich einen schlimmen Alptraum. Davon bin ich schweißgebadet aufgewacht, spürte, wie mein Herz rast und ich schwer atmete. Es war ein richtiger Film. Selten, dass ich so viel im Gedächtnis behalte, aber es war halt noch ganz frisch. Ich musste mich auf meine Atmung konzentrieren, um irgendwie wieder runter zu kommen. Ich war so froh, dass es vorbei war, aber die Angst war noch zu spüren.

Mein Mann und ich waren in einer Gartenlaube, eher Gartenhaus, denn es hatte mehrere Räume.

Ich wollte ihn nach Hause holen, aber er hatte sich hingelegt und da wollte ich ihn etwas ruhen lassen, da er eh immer nur am arbeiten und dann völlig erschöpft war. Nicht selten, dass er sofort einschlief, sobald er mal zur Ruhe kam. So war es auch früher im realen Leben und ich denke, das belastet mich noch heute.

Ich hab ihn zugedeckt. In einem Raum hing noch Wäsche, ein paar Holzbalken lagen queer auf dem Boden, das Licht brannte und das Radio lief … und ich dachte so bei mir, wenn er wach werden würde, müsste er all diese Dinge noch abstellen und aufräumen, obwohl er doch so müde ist. Also hab ich diese Dinge noch erledigt, alles ausgemacht, das Holz weggeräumt und die Wäsche abgenommen. In der Zwischenzeit muss er aufgewacht sein, denn plötzlich sah ich, wie er mit dem Auto wegfuhr. Die Heckklappe war offen und verschiedene Dinge hingen aus ihr heraus, die drohten, nach außen zu fallen.

Ich fuchtelte wild mit den Armen und rief ihn, aber er fuhr weiter und verlor einige Dinge, wie ich befürchtet hatte. Da sah ich, wie er ausstieg und das Auto einfach so weiterfahren ließ. Ich rannte hinterher und habe geschrien. Doch plötzlich war es Nacht und ich wusste nicht mehr, wo ich bin. Auf einmal war ich in irgendwelchen Abbruchhäusern, die teilweise keine Böden und Wände mehr hatten. Da ich nichts sah, setzte ich mich ständig der Gefahr aus, abzustürzen. Ein paar Mal konnte ich mich gerade noch an einem Balken festhalten. Ich umklammerte ihn und versuchte dann, mich auf allen Vieren vorzutasten, aber auch da griff ich ins Leere … konnte jedoch nicht erkennen, wo ich war. Es war die Hölle … und dann bin ich gottseidank aufgewacht. Wahnsinn.

Morgentau 30.07.2016, 10.01 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Dauerlärm

Wurde die letzten Jahre, Jahrzehnte zu wenig gebaut, leiser gebaut oder hatte ich einfach bessere Nerven?

Wo ich auch hinsehe und -höre, überall Baustellen. Straßen, Brücken, Häuser. Ja, vor allem Häuser, riesige Gebäudekomplexe, Hallen und Mehrfamilienhäuser sind da all überall am Entstehen. Selbst im kleinsten Kuhdorf oder irgendwo in der Pampa. Als müsste alles gleichzeitig fertig werden oder als könne man der Natur nicht schnell genug ihre Landschaft zerstören. 

Neue Bahnlinien und und und. Ein Chaos und Lärmpegel sondergleichen.

Verstopfte Straßen in alle Richtungen. Ich weiß echt bald nicht mehr, was ich denken und fühlen soll und kann. Nicht eine Minute ohne irgendwelche Pfeif- oder Brummtöne, ohne Metallschläge oder wie immer man es beschreiben soll.

Heute vormittag war mal für einen winzigen Moment Stille. Mir war, als hätte mir jemand die Eisenmaske vom Kopf genommen. Ganz kurz fiel alles von mir ab und ich konnte spüren, wie schön Ruhe wäre. Ruhe, die oft nicht mal mehr nachts zu finden ist, da es in der Ferne doch noch irgendwo einen Nachtbaustelle gibt und auch der Flugverkehr keine Unterbrechungen zu kennen scheint.

Nein, ich mag keine Kopfhörer oder Ohrstöpsel. Das macht mich auch kirre. Ich denke dann immer, ich verpasse einen wichtigen Hilferuf oder überhöre eine herannahende Gefahr. Zudem hör ich dann das Blut durch meine Adern rauschen. Schrecklich. Das ist nicht die Ruhe, nach der ich mich sehne.

Was also tun? Es bleibt nur, es auszuhalten, wie die Nachrichten und all das dumme Geschwätz überall.

Manchmal möchte ich losheulen … was heißt möchte ... :(

Morgentau 25.07.2016, 15.22 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL