Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


Einträge ges.: 3050
ø pro Tag: 0,8
Kommentare: 15235
ø pro Eintrag: 5
Online seit dem: 23.02.2013
in Tagen: 4022
2024
<<< Februar >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
   01020304
05060708091011
12131415161718
19202122232425
26272829   
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3

Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




Captcha Abfrage



Ingrid
Gute Besserung!
12.2.2022-22:34
Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachgedacht

15 Grad

hatten wir heute. Der Frühlingsduft in der Frühlingsluft ist betörend schön und so trügerisch. Er weckt Gefühle und Versprechungen, die nicht erfüllt werden. Nicht jetzt. Noch lange nicht. Im Gegenteil. Es wird kommen, wie befürchtet. Da können die Vögelchen noch so lieblich singen und die grünen Spitzen aus der Erde drängen. Alles scheint aufatmen und die Arme ausbreiten zu wollen. Und ich möchte jedem zurufen ... "Haltet ein, lasst euch nicht täuschen, bleibt in eurem sicheren Winterquartier. Ihr könntet es sonst bitter büßen müssen."
Aber es hört mich keiner. Morgen werden sie sich noch ein wenig weiter hervortrauen.
Man nur kann nur hoffen, dass ihnen danach etwas Zeit zum neuerlichen Rückzug bleibt,
bevor der Kältehammer kommt.


Morgentau 08.01.2014, 16.27 | (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Das neue Jahr

ist erst wenige Tage alt und legt schon wieder ein Tempo vor, dass mir flau im Magen wird. So konnte ich heute tatsächlich schon das erste Blatt an meinem neuen Küchenkalender umblättern. Verrückt.
Mit den Feiertagen, das war es nun erst einmal wieder. Ebenso mit dem Urlaub. Beides gibt es erst im April wieder. Aber das ist okay so, da ich lieber im Frühling und Sommer Urlaub habe. Obwohl es morgen schon frühlingshaft werden soll, während sich die Menschen in anderen Gegenden der Erde nicht nur den Allerwertesten abfrieren. Ganz schön heftig, was man da hört und sieht. Und ziemlich erschreckend. Die armen Menschen und Tiere. Dann schon lieber Frühling im Winter.



Die schöne Lau hab ich getroffen, liebe Frau Frisch. Allerdings war sie ziemlich kaltherzig und hat mich wortlos abblitzen lassen, als ich mich nach ihrem Befinden erkundigen wollte.
Sie fühlte sich auch so merkwürdig versteinert an ... ;-)
Sie werden verstehen, dass ich es mir dann selbstverständlich nicht erlaubt habe, sie zu fotografieren.



Dafür habe ich ein paar Impressionen von unserem Spaziergang mitgebracht. Nach einer längeren Abstinenz genieße ich jedes Detail, das von meinen Augen erfasst wird. Wie dieser bemooste Baumstamm und das regennasse Laub. Ist es nicht wunderbar, wie das Grün und Braun fast leuchtet und kleine Regentröpfchen an den dünnen Zweigen hängen bleiben.
Hach, ich liebe sie, diese freundlichen Zeichen der Natur. Danke dafür, so danke.



Mehr Fotos von diesem schönen Ausflug gibt es bald bei der Waldameise.

Morgentau 06.01.2014, 18.07 | (8/0) Kommentare (RSS) | PL

Wieder eine Lücke

die es in meine Vergangenheit reisst. Wieder ein gewohntes Bild über Jahrzehnte, das sich plötzlich verändert, das es so von nun an nicht mehr gibt.

Wieder wurde ein altes Häuschen gleich hier in der Nähe abgerissen. Da es auf dem Weg zum Tante-Emma-Laden lag bzw. stand, habe ich die Bewohner oft ein- und ausgehen sehen. Kinder wuchsen heran und auch ihre Eltern wurden älter, während die Blümchen vor dem Haus mit den Jahreszeiten wechselten, wie die Wäsche auf der Wäschespinne mit den Größen ihrer Träger.

Das Leben einer Familie, das ich fast nur am Rande mitbekam. Und doch ist etwas hängen geblieben. Nein, nicht auf der Wäschespinne, in meinen Erinnerungen ...
und irgendwie macht es mich grad ein ganz klein wenig traurig.

Morgentau 18.12.2013, 15.36 | (5/0) Kommentare (RSS) | PL

Das Wetter

können wir (zum Glück) nicht beeinflussen. Es bringt auch nichts, sich immer wieder am Fenster die Nase plattzudrücken und sehnsuchtsvolle Blicke gen Himmel zu richten.
Jedenfalls nicht wirklich. Wir können den Schirm nehmen, in unsere Regenstiefel schlüpfen, hinaus gehen und Wind und Regen trotzen.

Dann leicht angepieselt heimzukommen und in der warmen Stube das Tigerle auf dem Sofa friedlich schlummern zu sehen, ist so ein tierisch gutes Gefühl. Wer denkt da noch an die nebelnassgrauen Gardinen hinter dem Fenster?
Im Gegenteil ... jetzt noch ein paar Kerzen anzünden, eine gute Tasse Tee aufbrühen und einfach nur dankbar sein für diesen Moment.

Morgentau 23.11.2013, 17.40 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

So richtig Tag

wird es hier gar nicht mehr. Seit zwei Wochen leben wir mehr oder weniger in den Wolken.
Im Sommer eine schöne Vorstellung ... da oben in den weißen flauschigen Wolken, weitab vom Trubel auf der Erde, da möchte man so gern einmal weich gebettet vor sich hinschlummern und träumen ...



Aber in diesem grauen kalt-feuchten Handtuch, da mag eigentlich keiner gern auf Dauer eingewickelt sein. Ich zumindest nicht. Ganz und gar nicht.

Die Sonnenblümchen verkümmern nun auch. Matt hängen ihre Köpfchen, während sich ihr schrumpfender Körper braun und schwarz verfärbt. Nein, schön ist es nicht, diesen Verfall Schritt für Schritt mitverfolgen zu müssen. Aber gut zu wissen, dass ihre unzähligen Kerne unsere kleinen gefiederten Freunde über den Winter retten werden. Und von dem Rest werden im kommenden Jahr neue wunderschöne Blumen heranblühen.

Ich bin so froh, zuhause zu sein. Wenn auch nicht ganz so weit weg vom Trubel, wie die Wölkchen am Sommerhimmel, aber doch gerade weit genug für mich.

Vor dem Bahnhof war eine Massenschlägerei von ausländischen Jugendlichen. Ohrenbetäubendes, jähzorniges Geschrei und zersplitterndes Glas liessen mein Herz vor Aufregung und Angst gleich viel schneller schlagen.
Es ist ganz schrecklich, so etwas miterleben zu müssen. Zum Glück war die Polizei schnell vor Ort, aber auch zwei Krankenwagen. Eiskalt lief es mir den Rücken runter.
Mir tun auch die Menschen leid, die so einen Job tun und sich den Aggressionen solcher Menschen aussetzen müssen. Nicht selten kommen sie dabei selbst zu Schaden. Manchmal wird mir richtig Angst, ehrlich gesagt.

Ich bin natürlich schnell geflüchtet und war froh, als ich endlich in meinen Bus steigen konnte.
Jetzt werde ich ein wenig runterfahren, in meine Wohlfühlklamotten schlüpfen, mir einen Kaffee machen und das Wochenende einläuten.

Leider hat uns der Wettermann schon prophezeit, dass wir auch in den kommenden Tagen nicht mit Sonne rechnen können. Wohlweislich hab ich schon für ein wenig Ersatz gesorgt. Nein, nicht für die Sonne, ... das vermag ich leider nicht, aber für meine Seele.

Und was habt ihr so vor übers Wochenende?

Morgentau 22.11.2013, 15.14 | (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Novemberimpressionen

Nebelschwaden,
Gedankenfaden,
alles webt und spinnt mich ein.

Herbststurmnässe,
Landschaftsblässe,
Leben ohne Sonnenschein.

Kerzenschimmer,
Kamingewimmer,
Kuscheldecke, roter Wein.

(c) Morgentau



Morgentau 17.11.2013, 15.54 | (5/0) Kommentare (RSS) | PL

Wo ist nur die Zeit hin

dachte ich heute wiedermal so bei mir, als ich ein paar Dinge in den Schrank räumte, die ich meinen Enkeln zu Weihnachten schenken möchte.
War es nicht erst gestern, dass ich das Gleiche tat? Eben noch hielt ich doch das dicke Naturlexikon für Alexandra in den Händen. Soll das wirklich schon wieder ein Jahr her sein?

Manchmal wird mir regelrecht schwindlig bei der Geschwindigkeit, mit der die Zeit vergeht. Auch an bestimmten Ereignissen und Jahrestagen wird einem das meistens so richtig bewusst. Wie neulich, als in der Zeitung stand, dass unser Stadthaus nun schon das 20-jährige feiert. Manno ... 20 Jahre. Ich weiß noch, wie umstritten der Bau damals war,
wie teilweise gespöttelt wurde. Das soll schon 20 Jahre her sein? Ich fass es nicht.
Damals war ich so alt wie meine jüngste Tochter heute.

Es kann einem manchmal Angst und Bange werden. Ich hab auch so gar keinen Plan bzw. Vorstellung davon, wie meine Zukunft aussehen könnte. Nochmal 20 Jahre und ich ...
Neee, ich lass einfach alles auf mich zukommen. Der da oben oder wer auch immer wirds schon richten. Schließlich hat er jetzt meinen besten Vertreter an seiner Seite ... ;-)

Morgentau 15.11.2013, 17.26 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Abreise

Ich halte seine Hand,
will ihn noch nicht loslassen,
und weiß doch,
dass der Abschied unausweichlich ist.

"Bleib noch ein Weilchen bei uns",
fleh ich ihn an,
und vermisse ihn jetzt schon.

Müde schaut er Richtung Tür.

"Öffne sie nicht ...
weiß ich doch, wer davor steht".


(C) Morgentau


Morgentau 13.11.2013, 18.58 | (6/0) Kommentare (RSS) | PL

Wenn ich daran denke,

dass es eine Zeit gab, an dem ich meine Kinder schon um 6.00 Uhr in der Früh in der Kinderkrippe abgeben musste, kann ich mir das jetzt - am zeitigen, kalten, dunklen Morgen - so gar nicht mehr richtig vorstellen. Ich weiß nur noch, dass ich im Rathaus - wo ich damals gearbeitet habe - am Schreibtisch oftmals schier eingeschlafen wäre, weil es um diese Zeit noch so still und ich die einzige im Büro war. Ein Glück, dass manchmal der Hausmeister vorbeikam, der sich zu dieser Zeit um die Heizung kümmern musste, damit wir es schön warm haben. Manno, das waren noch Zeiten ...

Guten Morgen ... habt einen schönen Tag!

Morgentau 12.11.2013, 06.48 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Zuviel

Eigentlich wollte ich noch in den Suma, weil ich dies und jenes noch brauchen könnte.
Ja ... könnte. Genau darauf kommt es an. Ich muss es nicht haben.
Angesichts des Sturmes da draußen und der Tatsache, dass es ein ganzes Stück zu laufen ist, hab ich in meinen Fächern nachgesehen, ob ich nicht vielleicht doch aus dem, das dort bereits lagert, was zaubern kann. Die Antwort war schnell gefunden: Ich kann.

Manchmal hab ich so genug von dem Genug. Dieser Überfluss, diese Verlockungen, denen man selbst so oft erlegen ist und viel zu schnell nachgibt, dafür hasse ich mich manchmal selbst.
Müssen es denn immer soviel Sorten Wurst, Käse, Häppchen und Döschen, ein helles und ein dunkles Brot, vielleicht auch noch eins mit Körnern, grüne und saure Gurken, kleine und große Tomaten ... und von diesen und jenen Spezialitäten ein Pröbchen sein?

Oft fühle ich mich so erdrückt von all diesem Überfluss ... von diesem viel Zuviel von allem. Nicht nur, was Lebensmittel anbelangt. Nein, mit allem anderen ist es ja genauso.
Schaut euch doch nur mal um in den Läden ... es ist der blanke Wahnsinn. Die Wohnung platzt doch schon aus allen Nähten ... bei wem nicht?
Wer um Himmels Willen soll das denn alles kaufen? Geräte in hunderten Ausführungen ... Klamotten, Bücher, Spielwaren, Sportartikel etc. etc. ... in einer Schwemme sondersgleichen. Ein wahrer Waren-Tsunami schwappt da über uns hinweg. Weihnachten lässt grüßen!

Aber auch dieser unbarmherzigen, gnaden-, rücksichts- und total würdelosen Informationsflut, diesem zunehmenden Dreck in der Unterhaltungsbranche hab ich manchmal einfach nichts entgegenzusetzen. Manchmal klappt es einfach nicht mit der Umlenkung auf das Schöne, Rücksichtsvolle und Sensible auf dieser Welt.
Manchmal ist einfach alles verschüttet. All diesen extremen Sinnes-Vergewaltigungen scheinen wir fast schutzlos ausgeliefert. Manchmal kotzt mich das so an.

Morgentau 02.11.2013, 11.46 | (4/0) Kommentare (RSS) | PL