Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Ich muss zugeben,

dass mir ein paar gewohnte Rituale schon abgehen, auf die wir in dieser Zeit verzichten müssen. Erst glaubte ich, dass es mir nichts ausmachen würde, aber je näher die Weihnachtszeit rückt, um so stärker spüre ich den Sehnsuchtsschmerz in meinem Herzen.




Seit mein Mann gestorben war, begann eh ein neues Zeitalter für mich, wozu auch die Zeit vor Weihnachten gehörte. Die Kinder wurden groß … die Zeit eilte dahin. Aber ich kam ganz gut zurecht, denn es entstanden neue Traditionen, auf die ich mich freuen konnte.




Aber dieses Jahr ist wieder alles anders, ganz anders. Nicht, dass ich der große Weihnachtsmarktgänger wäre, dafür ist mir dort meist zu viel Trubel. Aber ich liebe die kleinen Märkte in kleinen Altstädten oder auf Dörfern, in Klöstern oder kleinen Burgen.




Solche, die den Mittelalterweihnachtsmärkten nachempfunden sind und wo es überwiegend nur Dinge gibt, die in Handarbeit gefertigt sind. Zumal ich selbst mit Fingerfertigkeit nicht gerade gesegnet bin.

Da, wo es heimelig ist und mich alles an früher erinnert. Ich bin nun mal eine Träumerin und mag das Gefühl so sehr.




Auf Schloss Kronburg kaufte ich in den vergangenen zwei Jahren meinen Adventskranz. Sie lagen und hingen dort aus und man sah ihnen einfach an, mit wie viel Liebe sie gefertigt waren. Meinen letzten habe ich aufgehoben, so kann ich mich noch einmal an ihm erfreuen. Ich glaube, ich muss nicht einmal das Grün austauschen, denn er sieht noch gut aus. Es sei denn, es bröselt vor sich hin.




Große Feiern und Treffen hingegen vermisse ich nicht, da das noch nie mein Ding war und ich mich meistens nur gefügt habe, um niemanden zu enttäuschen. Den Lärm von vielen Menschen ertrage ich nicht. Auch verstehe ich oft gar nichts … bekomme meistens Kopfweh, und die Zeiten sind auch vorbei, als man sich darauf freute, endlich mal wieder etwas Köstliches essen zu können. Das kann man heute jeden Tag, wenn man möchte.




Und doch … viele von den schönen alljährlichen Gepflogenheiten um die Weihnachtszeit herum, die vermisse ich jetzt schon. Vor allem auch die Wärme im Herzen, das ständig kalt angehaucht wird, wie im Märchen von der Schneekönigin.

Aber auch die Zeit geht vorüber und sicher wird uns wieder etwas einfallen, womit wir diese besondere Stimmung in unser Heim und Herz zaubern können. Ganz bestimmt ...

Hauptsache, wir bleiben gesund!




Adventswarten


Es ist das ganze Leben
Für den, der Jesus kennt,
ein stetes, stilles Warten
auf seligen Advent.

Er kommt, heißt unser Glaube,
er kommt, heißt unser Trost,
wir hoffen in der Stille
und wenn das Wetter tost.

Wir schauen auf im Kampfe,
wir seufzen oft im Dienst:
Ach, daß du kämst, Herr Jesu,
ach, daß du bald erschienst!


Hedwig von Redern




Ob nun auf Herrn Jesu, wen oder was auch immer … ja, es ist ein stetes Warten.

Und jetzt freue ich mich auf die Vorweihnachtszeit … allen Unkenrufen zum Trotz.

Morgentau 17.11.2020, 00.00| (13/13) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

Danke

Ja, danke möchte ich sagen für all das Schöne und Gute, das es gibt auf der Welt. So sehr das Düstere, Kranke … ja schier Unfassbare dagegen drückt und alles versucht, die wunderbaren Gaben aus unserem Blickwinkel zu schieben, … es darf ihnen nicht gelingen!




Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich will nicht daran zerbrechen. Das dürfen wir nicht zulassen. Es scheint ohnehin, als würden alle Werte, alles Schöne mehr und mehr daran kaputt gehen. Immer wieder will ich mir selbst vorwerfen, dass ich zu schwarz sehe, aber leider passieren zu viele schlimme Dinge, die diesen Eindruck eher noch festigen.




Es stimmt, man darf die Augen nicht verschließen, aber wenn wir davon krank werden, ist niemandem geholfen. Das macht Angst und zerstört unsere Seele … und unsere Sinne, die uns das Leben vor allem auch für die schönen Dinge geschenkt hat. Die Natur, Kunst und Kultur und so vieles mehr. Ich will und kann nicht darauf verzichten. Das wäre kein Leben mehr.




Abschalten … Zeit dafür nehmen, bis es wieder in unsere Seele vordringen kann, so dass wir es wie einst genießen können. Bewusst wahrnehmen ... und einmal nicht von trüben Gedanken und Gefühlen stören lassen. Das muss uns gelingen!




Dankbar sein für das Gute im Leben. Es wertschätzen und wieder mehr beachten.




Auch euch möchte ich wieder einmal danken für eure lieben Besuche, auch für die stillen. Es gibt so viel Wertvolles für unser Leben, das wir uns nicht nehmen lassen dürfen.




Manchmal fällt es wahrlich schwer, an dem festzuhalten, was uns ein Leben lang der Motor war. Was uns immer wieder Hoffnung schenkte und überzeugte, dass wir auf dem richtigen Weg sind.



Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass es einmal ganz anders kommt. Ach, so viel gäbe es dazu noch zu sagen, aber ich will es dabei belassen. 

Ihr wisst nur zu gut, was ich meine.




Und weil euch die herbstliche Waldstimmung und mein kleines Gedicht gefallen haben, habe ich euch heute noch einmal ein paar Aufnahmen mitgebracht.


Dazu das schöne Gedicht von Nikolaus Lenau …


Herbst


Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör' ich Kunde wehen,
dass alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.




Ist es nicht wunderbar? Ich mag es sehr. Ja, hoffen wir, dass alles nur ein Tauschen ist und auch das Gute, Zuversichtliche immer wiederkommt.

Morgentau 07.11.2020, 00.00| (12/12) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

Novemberregen

Vom Norden kamen die Wolken gezogen,
unbemerkt, fast geisterhaft.

Dann hat sie der Wind vor die Sonne geschoben,
entzog ihr dreist die letzte Kraft.




Im Wald beginnt ein Stöhnen und Ächzen,
wenn Baum um Baum sich neigt und bricht.

Kein Vogel singt mehr in den Ästen
und ringsherum erstirbt das Licht.




Kein Jäger sitzt mehr auf der Lauer,
der Fuchs schleicht schnell in seinen Bau.

Schon setzt er ein, der Regenschauer,
verfärbt die Landschaft nebelgrau.


(C) Morgentau

Morgentau 03.11.2020, 19.41| (7/7) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Goldener Ausklang

Nun war es uns also doch noch vergönnt … ein schönes leuchtendes Wochenende.




Obwohl es bereits Blätter von den Bäumen regnete, hielten zum Glück noch einige tapfer durch und erfreuten unser Auge und unsere Seele mit ihren schönen Farben.




Goldene Oktobertage … ja, das stelle ich mir darunter vor.




Leider waren sie dieses Jahr ziemlich rar. Aber wir sind ja Kummer gewohnt, gell?




Ich bin jedenfalls froh, mich hier in meiner Morgentauwiese endlich mal wieder zeigen zu können. Ohne Mitbringsel geht das nämlich nicht.




So bin ich durch die Wälder gezogen und hab sie für euch gepflückt … die Mitbringsel ... in Form festgehaltener goldener Momente.




Eines schöner als das andere … Herbstwald, wie ich ihn liebe.




Leider habe ich seit meiner Erkrankung keine ruhige Hand mehr, was man den Bildern teilweise ansieht. Aber so lange man noch erkennt, worum es sich handelt, mach ich weiter.

Zum Glück kann man einige ein wenig ausbessern, so dass es kaum auffällt.




Nur bei den Nahaufnahmen wird es sehr schwierig. Da bräuchte ich dann eine Unterlage oder gar Stativ, aber das ist mir zu umständlich. Ich bin mag es nun mal am liebsten spontan.




Ansonsten gehen wir mal wieder keinen guten Zeiten entgegen. Zum Glück bin ich gern zuhause und mach es mir gemütlich. Gerade in dieser düsteren Zeit, wo der Tag schon so früh zu Ende geht.




Zur Arbeit muss ich dennoch … mit den Öffis. Aber da soll ja bisher alles gut gegangen sein. Ich hoffe es sehr. Bin ja froh, dass es weitergeht. Das ist nämlich mit meine größte Angst neben der um unsere Gesundheit. Hoffentlich bleiben wir alle gesund!




Nun geht auch der Oktober schon wieder zu Ende. Es ist doch kaum zu fassen, wie heftig alles in Bewegung ist. So gesehen, können wir ja hoffen, dass auch die düstere Zeit schnell vorbei geht.




Bald werde ich es mir behaglicher machen … mit kleinen Lichterketten oder -schmuck, Tannenzweigen und was halt sonst noch so dazu gehört. Lebkuchenherzen habe ich schon genascht.




Es gibt so viele Möglichkeiten, den Tag und unser Leben zu erhellen. Ihr wisst ja selbst am besten, welche das für euch sind.




Habt trotz allem eine gute Zeit und bleibt gesund!

Morgentau 28.10.2020, 08.35| (13/13) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte