Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Einträge vom: 12.03.2018

Manchmal

ist es richtig unheimlich, wie oft es Montagmorgen ist. War das nicht erst gestern?

Ist es tatsächlich schon wieder soweit?

Irgendwie kann ich tun oder lassen, was ich will, es ändert nichts an meinem Gefühl, dass sich die Uhren viel viel schneller drehen als früher.

Es heißt, kurz vor dem Tod läuft das ganze Leben noch einmal an einem vorbei.

Ich muss da gar nicht so lange warten, denn solche Momente habe ich oft, in denen plötzlich Bilder aus meiner Vergangenheit in meinem Kopf auftauchen, die längst vergessen schienen.

Vorallem die Bilder aus meiner Kindheit, die gefühlte Ewigkeiten zurückliegen. Und doch sind sie plötzlich wieder da mit all dem, was ich so liebe. Der Garten meiner Großmutter … das Sternmühlental, durch das wir so oft gewandert sind … der Ruf der Schwälbchen, der mich immer an die Sommer erinnert … und so vieles mehr. In meinen Erinnerungen war die Zeit viel viel ruhiger und bescheidener. Meine Zeit.

Die heutige Zeit ist nicht mehr meine. Kommen mir deshalb so oft diese Erinnerungen? Habe ich deshalb in stillen Momenten diese Bilder im Kopf?

Oft völlig zusammenhanglos von dem, was ich gerade erlebe. Wieso sie so plötzlich auftauchen, kann ich mir anders nicht erklären. Fließt vielleicht gerade Blut durch diese oder jene Erinnerungskammer im Gehirn und kitzelt die dort gespeicherten Daten, so dass sie mir erscheinen?


Aber wie dem auch sei, es sind viele schöne Erinnerungen dabei, über deren Erscheinen ich mich freue. Ich meine sogar, dann einen kleinen warmen Schwapp durch meinen Körper zu spüren.

Ich überlege, ob ich das damals auch so empfunden habe, als ich all diese Momente erlebte.

War es mir damals schon bewusst, wie wertvoll sie sind und dass ich sie für immer speichern werde? Schließlich sind es nur auserwählte Momente von millionen anderen, die man im Lauf seines Lebens erlebt. Unzähliges filtert man ja aus und vergisst es sofort wieder.

Und doch sind es manchmal scheinbar banale Dinge, die jetzt im Nachhinein betrachtet … manchmal sogar nach Jahrzehnten … diese Erinnerungen wach rufen und diese warmen Empfindungen auslösen. Mir zeigen sie, dass sie mir gut getan haben im Leben, auch wenn mir so manches sicher damals gar nicht so bewusst war. Obwohl ich auch als Kind viel nachgedacht habe … immer eigentlich. Haben mir meine Träume schon damals geholfen, mit der traurigen Seite in mir besser klarzukommen? Ich denke, es muss so gewesen sein.

Ich bin dankbar für diese Erinnerungen, die mir das gute Gefühl geben, … was immer auch passiert, was immer das Leben noch mit mir vorhat oder für Hürden in den Weg stellt, … diese wunderbaren Momente kann mir niemand nehmen, die habe ich erlebt … gefühlt.


Aber was ist, wenn sich die Uhren so schnell drehen, die Tage vollgepackt sind bis obenhin?

Bleibt da überhaupt noch etwas haften? 

Werden sich die Kinder von heute auch später an ihre Kindheit erinnern können ... 

und was wird das sein? Was sind heute die besonderen Momente für sie?

Morgentau 12.03.2018, 07.34| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Nachgedacht