Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Aiste
Hello :ok:
7.8.2021-18:29
Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Herbstliches

Noch immer keine bessere Verbindung. Den Text kann ich vorschreiben, das ist kein Problem, aber mit den Fotos, da geht leider gar nichts mehr. Ich muss einfach warten, bis ich wieder eine bessere Verbindung habe.


Dann will ich euch wenigstens verraten, was letzte Nacht passiert ist ...


„Ahaaa … der altersschwache Sommer schläft“, frohlockte der blutjunge Herbst, der noch ziemlich grün hinter den Ohren war. Er wusste, nun würde bald seine Zeit kommen.


Da er mit Leidenschaft Maler war, konnte er seine Sehnsucht und Lust kaum bändigen, endlich den Pinsel schwingen zu dürfen.


„Hihi, der alte Herr wird nicht merken, wenn ich in der Nacht ein wenig von meinen neuen Farben ausprobiere", schien er sich selbst überzeugen zu wollen. "Nur ein ganz klein wenig ... das ewige Grün ist doch langweilig.“


Schon zog er seinen Pinsel aus der Tasche und schob die Tuben mit brauner, roter und gelber Farbe nach. Wie halt die Jungen sind, die es einfach nicht erwarten können, bis sie an der Reihe sind.


"Augen wird der Altsommer machen, wenn er am Morgen erwacht und meine Spuren entdeckt“, freute sich der Farbkleckser schelmisch. Allein die Vorstellung trieb ihm ein breites Grinsen ins Gesicht.


Er betupfte Sträucher, Bäume und viele Pflänzchen, die schon ihr Sommerkleid abgelegt hatten und sich auf die Herbstmode freuten.


Gern hätte er auch noch viel mehr Farben ausprobiert, aber die Tuben ließen sich einfach noch nicht öffnen.

„Na gut, dann eben ein andermal“, dachte er bei sich und nahm lässig und etwas prahlerisch einen kräftigen Zug aus seiner dicken Zigarre. Ja, der Herbst ist Raucher, manchmal raucht er sogar Kette ... nicht immer die feine herbstliche Art.


Die Rauchschwaden zogen über die Felder hinunter ins Dorf und kitzelten den tief schlafenden Spätsommer in der Nase. 


Als der alte Mann am Morgen erwachte, rieb er sich die müden Augen und röchelte ein wenig. Nach einer Weile erkannte er, dass es wohl doch kein Traum war, was er letzte Nacht zu sehen geglaubt hatte.


Nun wusste er, dass der Abschied unausweichlich war … seine Ablöse schickte ihn in Rente.


(C) Morgentau



Morgentau 23.09.2021, 00.00| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lustig

Altweibersommer

Das Laub am Baum wird langsam schwach,

schon schwimmt das erste Blatt im Bach.

Und bald schon folgen viele Blätter,

denn plötzlich ändert sich das Wetter.

 

Der Sommer übt schon Abschiedslieder,

bald fühlen wir die Sehnsucht wieder,

die er uns meistens hinterlässt,

und klammern uns an seinen Rest.

 

Am Himmel ziehen Vogelschwärme,

auf Erden fehlt uns jetzt die Wärme,

die bisher reich vorhanden war.

Nun läuft es anders, das ist klar.


Die Spinnen ziehen ihre Fäden,

Shirts werden billig in den Läden.

Was soll`s ... freuen wir uns heut`

auf die Altweibersommerzeit!

 

(C) Morgentau



Ich habe zur Zeit eine mega schlechte Internetverbindung. Alles lädt ewig lang, Fotos lassen sich nicht hochladen, Seiten oft nicht aufrufen, oder eben nur nach wiederholten Versuchen.
Werde wohl den Anbieter wechseln ... und hoffen, dass es was bringt. 
Ein paar Tage werde ich noch warten, falls es doch nur ein vorübergehendes Problem ist,
was ich jedoch nicht glaube. Also wenn ihr nichts von mir lest, liegt es bestimmt nicht an mir.
Bis hoffentlich bald ...

Morgentau 19.09.2021, 11.27| (7/7) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Verlassen wir für einen Augenblick die Berge

und Wälder, denn am vergangenen Sonntag waren wir in der wunderschönen Anlage vom Kloster Heiligkreuztal, zu dem es uns von Zeit zu Zeit hinzieht.




Es ist auch mal schön, die Wanderschuhe zuhause zu lassen und leichtfüßig durch einen Park zu spazieren, dabei den morgendlichen Stimmen zu lauschen, frische, klare Luft zu atmen und den freundlichen Gruß der Morgensonne zu erwidern.




Zugegeben, dieser Moment war schon sehr kurz, denn bald schon verlor die Sonne ihre Sanftmut und der Genuss der Einsamkeit und Ruhe schwand mit jedem weiteren nahenden Besucher.




Aber es wundert auch nicht, denn dieser Ort ist so schön, hier fühlt man sich einfach wohl.




Ich habe euch ein paar Impressionen mitgebracht …




Die kleine Allee … der Weiher … die schönen historischen Gebäude … der Pfarrgarten … kleine Mäuerchen und Wiesen … überall kann man die Seele baumeln lassen.




Aber eigentlich können all diese Orte für sich selbst sprechen.




Deshalb lass ich sie reden, und wer mag, kann ihren Erzählungen lauschen ...



Erinnert mich an Spitzweg irgendwie ...



... ein bezaubernder kleiner Garten ...



Mit meinem Lieblingsfoto möchte ich mich erst einmal von hier verabschieden ... bis bald!

Morgentau 16.09.2021, 00.00| (9/9) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

September

O Herbst, was ist lieblicher, als deine Schritte im Tal? 
Was ist herrlicher, als dein Wandel auf den Hügeln?  

Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen, 
und aus dem Leben ein Gedicht.

Wilhelm Raabe


Morgentau 10.09.2021, 07.39| (9/9) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Alles redet neuerdings

vom Waldbaden, wobei damit nicht der Wald gemeint ist, der ein schönes warmes Bad nimmt, sondern die Menschen, die sich in ihm baden sollen.



Früher legte man sich in die Wanne, gab etwas Tannennadel-Schaumbad ins Badewasser und fühlte sich ………… trotzdem nicht wie im Wald … lach. Mir ging es zumindest so, denn ich konnte diesen Duft nicht ab, erinnerte er mich doch so gar nicht an den Wald, sondern eher an die Gelenke-Salbe meiner Großmutter. Überhaupt tu ich mich schwer mit Düften, die etwas suggerieren sollen, was ich so gar nicht nachempfinden kann.



Aber das ist heute nicht das Thema. Oder doch? Will damit sagen, dass man etwas noch so inspirierend bezeichnen kann, … wenn man dafür keine Antennen hat, bringt einem das letztendlich auch nichts. Das ist wie mit dem Tee, der angeblich nach Südsee, stille Nächte, Erfolg, Liebeszauber und was nicht alles schmecken soll … das funktioniert meistens auch nur mit viel Fantasie.




Waldbaden … klingt auch so schön, aber wer sich dort wohlfühlt und all das genießen kann, was dieser zauberhafte Ort an Wundern bietet, der braucht dafür keine Werbung. Nicht dafür auch noch. Und wem die Natur … der Wald nichts gibt, der wird auch kein Bad darin nehmen können … schon gar nicht mental. Die sollten lieber in den von ihnen bevorzugten „Gewässern“ baden.



Hihi … eigentlich wollte ich euch heute nur von meiner Wanderung nach der Gewitternacht erzählen … und wie wunderbar es war, durch den frisch geduschten morgendlichen Wald zu wandeln.



Ja, manchmal tut es auch eine Dusche. Die Luft ist danach so frisch und wohltuend, und irgendwie spürt man beim tiefen Einatmen, was einem sonst fehlt. Wie schön, dass es dieses Jahr so viel Regen gab.



Am Beginn unserer Wanderung war noch alles in Nebel gehüllt. Als wöllten die Bäume die Wolken festhalten. Ich mag das so sehr … dieses Mystische.



Alles wirkt wie im Märchen … vor allem am Wegesrand, wo man sehen kann, wie sich im Lauf der Jahre die Wurzeln um riesige Steinbrocken schlängeln oder sich an ihnen festkrallen in ihrem Kampf ums Überleben.

Da kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Vielleicht können euch die Fotos einen kleinen Eindruck davon vermitteln.




Aber noch faszinierender finde ich die vielen endlosen kleinen Welten überall … auf Holz und Stein … kleine unscheinbare Blüten … Miniwälder … herabgefallenes Geäst … Zapfen … Moos … Flechten … Pilze …



Da kann ich mich nicht sattsehen.

Und ganz bezaubernd finde ich immer wieder die winzigen Tröpfchen überall … 

kann es schöneren Schmuck geben?



Ach ja ... und manchmal … mitten auf dem Weg ... entdeckt man sogar plötzlich, wo die Sonne geblieben ist …




Morgentau 07.09.2021, 00.00| (9/9) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lustig

Ein Gewitter in den Bergen

zu erleben, kann sehr romantisch sein. Sofern ein paar Bedingungen berücksichtigt werden … lach.

Die da wären … man sollte sich in einem sicheren, gemütlichen Häuschen befinden und der Himmel sollte es nicht ganz so ernst meinen und sich üble Ausrutscher verkneifen. Also so Sachen wie Murenabgänge und Blitzeinschläge.




Wenn man also Glück und das Gefühl hat, da hatte nur irgendwer da oben die Absicht, für ein schönes Licht-und-Dipolter-Spektakel zu sorgen … so als kleines Bergerlebnisbonus … kann das ein tolles, ja sogar entspannendes Ereignis sein.




Und genau so ein nächtliches Gewitter war uns vergönnt. Es begann mit einem Wetterleuchten in der Ferne, das allein schon etwas Spektakuläres hat. Während wir am klaren Nachthimmel die Sterne beobachten konnten, gingen irgendwo in der Ferne Sommergewitter nieder. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe das.




Bis das Aufhellen durch die fernen Blitze immer näher kam und man dabei sehen konnte, wie sich über uns Cumuluswolken immer höher in den Himmel schoben. Das war fantastisch.

Leider kommt da meine Kamera an ihre Grenzen, sonst hätte ich das Schauspiel natürlich festgehalten. Vielleicht könnt ihr es euch dennoch vorstellen.




Meistens fallen solche Wolken ja eher am Abend in sich zusammen. Aber dieses Mal war es anders … und plötzlich war es da, das Gewitter. Blitze zuckten, Donner grollten. Und das klingt richtig schaurig in den Bergen. Weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Dieser Widerhall geht einfach unter die Haut.




Eine ganze Weile konnten wir das Szenario beobachten … und selbst später in der Nacht, als wir schon schliefen, flammte es immer wieder auf … bis am Morgen auch das letzte Gewitter abgezogen war.




Zurück blieben viele Wolkenfetzen, die durchs Tal waberten. Diese Art Nebel, wie man sie im Herbst öfters am Morgen erlebt, liebe ich sehr. Darauf freue ich mich auch schon wieder.




Noch vor dem Frühstück haben wir einen Spaziergang gemacht, um dieses Feeling richtig spüren zu können. Es war wunderbar und so stimmungsvoll. Da schlug mein Herz höher vor Freude … denn das ist genau das, wonach es sich immer so sehr sehnt.




Ich liebe diese Tautropfen an den Blättern und Zweigen … diese besondere Luft … diese Naturwatte, die die Landschaft sanft einbettet. An keinem anderen Ort hätte ich in jenem Moment sein wollen.




Es hat einfach so etwas Mystisches, wenn plötzlich nur noch Kirchturm- und Tannenspitzen aus der Nebeldecke ragen. Ein gewohntes Bild wird zu einem ungewöhnlichen. Wunderbar.

Wenn sich dann noch die Sonne mit einmischt, wird die Landschaft zu einem verzauberten Bühnenbild.




Wie herrlich es ist, nach so einer Gewitternacht durch den frisch geduschten Wald zu wandern, zeige ich beim nächsten Mal …

Morgentau 01.09.2021, 08.28| (8/8) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten

Unglaublich

welches Tempo das Leben vorlegt. Manchmal ist es ganz gut so, andermal finde ich es traurig, dass besondere Momente so schnell vorbeigehen.




Der August neigt sich langsam dem Ende, wie der Sommer. Die ersten kühlen Nächte lassen ahnen, welche Durststrecke wir bald wieder überstehen müssen. Es sei denn, man liebt Kälte und Dunkelheit, was es ja auch geben soll.




Mich graust es jedenfalls wieder mächtig vor diesen farblosen Monaten. Aber noch ist es nicht soweit, gottseidank. Der Herbst hat ja auch einiges zu bieten, das unser Herz erfreut. Vor allem Farben und wunderbare Gerüche. Darauf freue ich mich schon sehr.




Die Wälder hier im Süden sind dieses Jahr gesund und tragen immer noch grünes Laub, so grün und unbeschadet, wie schon lange nicht mehr. Es dürfte also ein schöner, farbenfroher Herbst werden.




Aber so richtig habe ich den Sommer eh noch nicht abgeschlossen. Zu frisch sind die Erinnerungen an ein paar wundervolle Tage im schönen Silbertal. Dort hatte es uns vor zwei Jahren so gut gefallen, dass wir dieses Jahr noch einmal hingefahren sind.




Das Schöne ist, dass es auf dem Kristberg, auf dem wir wohnten, keine öffentlichen Zufahrtsstraßen gibt. Dort dürfen nur Berechtigte fahren. Besucher dürfen gern mit der kleinen Kristbergbahn fahren … von 9 – 17 Uhr. Davor und danach herrscht also himmlische Ruhe, denn dort oben gibt es auch keine Hotels und dergleichen. 

Genau das Richtige für mich, für Spiel-Spaß-Party-Menschen eher nicht.




Deshalb wollte ich noch einmal dahin. Die Natur ist so wunderbar … die Aussichten grandios … die Ruhe so unbeschreiblich wohltuend. Da brauch ich nichts anderes, selbst das Essen wird zur Nebensache.




Als wir auf der Rückfahrt in einen Supermarkt gingen, hatte ich sogar richtige Probleme, mich wieder zu orientieren … all die vielen bunten Reize zu verarbeiten … es war unglaublich.




Ich hatte eine Woche lang keine Zeitung, kein TV und nur minimalistisch mein Handy … und was soll ich sagen, ich habe nichts vermisst. Dann wieder zurückzufinden in den Alltag, das war schon eine kleine Kraftanstrengung. Kein Wunder, dass mir seit Tagen wieder schwindlig ist. Vielleicht schwebt meine Seele immer noch in den Wolken ...




Aber ich mag mich an die schönen Dinge erinnern und ein paar davon mit euch teilen. 

Heute nur ein kleiner Vorgeschmack. Wer mag, darf gern wiederkommen ...

Morgentau 26.08.2021, 14.59| (12/12) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Herzensangelegenheiten