Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


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Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




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Ingrid
Gute Besserung und ein schönes WE :ok:
6.12.2019-9:02
Ingrid
Schönes Bergfest und alles Gute,
wünscht dir die
Ingrid :)
22.10.2019-21:38
Ingrid
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende en famille :)
1.3.2019-16:52

Die Tage vergehen

und dabei Erlebtes rückt mehr und mehr in den Hintergrund. Es ist erstaunlich, wie schnell das immer geht. Jeden Tag kommen neue Eindrücke dazu. Schöne, aber auch belastende.




Begebenheiten, die uns beschäftigen und keinen Platz mehr für das lassen, was wir vor geraumer Zeit erlebt haben. Der Kopf bekommt jeden Tag neue Aufgaben und macht ein Häkchen hinter den erledigten. Erst, wenn wir sie wieder aus dem Gedächtnis hervorkramen, erinnern wir uns daran.




Wobei ich natürlich die Erlebnisse auf Wanderschaft nicht gerade als Aufgabe sehe. Aber für den Körper ist es das schon. Er muss Leistung bringen, sich konzentrieren, Eindrücke aufnehmen und verarbeiten. Das ist nicht wenig gegenüber einem „ganz normalen Tag“.




Und doch verblassen diese Erinnerungen ziemlich schnell, wenn man keine Dokumente darüber hat.




Manche Fotos/Andenken machen natürlich auch traurig, die mag man gar nicht mehr anschauen. Auch sieht man auf den Bildern oft nur das Schöne und meint, das war immer so. Aber da kann man sich schwer täuschen, wie jeder weiß.




Aber egal … mir macht es nach wie vor große Freude, in meinen Erinnerungen kramen und euch ein wenig daran teilhaben lassen zu können.




Natürlich gibt es auch Erinnerungen, die ganz tief in einem schlummern und an die nie jemand herankommen wird. Die Bilder sind im Gedächtnis und wenn uns danach ist, holen wir sie hervor … nur für uns und diesem besonderen Moment.




Immer, wenn es auf den Herbst zugeht, beginnt bei mir diese Kramerei. Es ist eben so eine melancholische Zeit, die einem bewusst macht, was wir verloren haben, was das Leben nie mehr zurückbringen kann, obwohl wir es so sehr geliebt haben.




Jetzt beginnt die nachdenkliche Zeit für mich. Nicht nur das, was einem jeden Tag beschäftigt, geht mir durch den Kopf. In stillen Momenten kommen auch ganz alte Erinnerungen hoch …




Ich denke, die Fotos vom Piburger See, die ich zwischen meine Gedanken geschoben habe, sprechen für sich. Dazu braucht es keine Worte.

Morgentau 16.09.2020, 14.34| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Nachgedacht

Eine schöne Wanderung

… führte uns - wenn man so will - vom wilden zum stillen Wasser.




Wild war das Wasser der Ötztaler Ache wahrlich an diesem Tag.




Nach dem langen Regen vorher, war sie mächtig angeschwollen und stürzte in wilden Wellen auf uns zu.




Ich habe es versucht, im Bild festzuhalten, aber das war schier unmöglich.




Auf den Fotos wirkt es total harmlos, aber in Wirklichkeit waren das tosende mächtige Wellen und Fluten. Fast schon beängstigend.




Von der Wellerbrücke konnten wir dem wilden Geschehen direkt von oben zuschauen. Gigantisch.




Der Weg Richtung Piburger See war nicht minder aufregend. Er führte durch einen urtümlichen, wilden Bergsturz-Blockwald.




So etwas habe ich noch nie gesehen.




Leider war es auch hier schwierig, die wahre fesselnde Wirkung einzufangen.




Zwischen steilen Felshängen und riesigen Feldbrocken (Grobblockhalden) wuchsen überwiegend Nadelhölzer und Pflanzen an den unmöglichsten Stellen.




Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus und waren begeistert von diesem ungewöhnlichen Weg über Steine und hohe Wurzeln, dessen Bezwingung einem Abenteuer gleichkam.




Es hatte aber auch etwas märchenhaftes. All die bemoosten Felsbrocken und die Miniwälder, die sich auf vielen gebildet hatten, die Farne … eine eigene Welt … einfach faszinierend.




Meine Eindrücke vom Piburger See zeige ich euch beim nächsten Mal …

Morgentau 11.09.2020, 11.34| (10/10) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Ich hoffe

dass ich nun wieder öfter hier vorbeikomme. Die letzte Pause hatte einen bestimmten Grund. Jetzt, da alles hinter uns liegt, kann ich davon berichten. Vorher war ich einfach zu abergläubisch, dass es wieder schief geht.




Eigentlich muss ich weit ausholen. Alles begann nämlich schon vor anderthalb Jahren … als ich einen runden Geburtstag hatte. Da mein jüngster Enkel damals noch ein kleines Baby war, erklärte ich meinen Kindern, dass ich sie zu einer gemeinsamen Wanderreise einlade, sobald er etwas größer ist.




So kam es, dass ich uns für dieses Jahr im Frühsommer ein Ferienhaus in den Ötztaler Alpen mietete. Leider wurde daraus aber auch nichts, aus bekannten Gründen.




Vorsorglich setzten wir dann einen zweiten Termin an, in der Hoffnung, dass es dieses Mal klappt. Und so war es dann auch. Obwohl es mir am Tag der Abreise gar nicht gut ging. Ist ja oft so, dass irgendwer schwächelt oder was passiert, das uns die Stimmung verderben sollte.

So eine Reise ist im Grunde jedes Mal eine Gratwanderung.




Auch schlug ausgerechnet am Tag der Anreise das Wetter um, so dass wir im strömenden Regen ankamen und von den Bergen nichts zu sehen war ... wie ihr auf dem Foto (nicht) sehen könnt ...



Blick vom Balkon


Ja, das ging wirklich (nicht) gut los, aber wir gaben die Hoffnung nicht auf.



Bald schon zeigten sich erste Wolkenlücken ...


Letzte Nebelschwaden zogen über Wälder und Berge. Ich finde das so romantisch, könnte dem Schauspiel ewig zusehen.




Nach zwei Tagen besserte sich mein Zustand und auch das Wetter. Ich war wieder zu gebrauchen … hihi. 

Es war überwältigend, was wir plötzlich rings um uns herum bewundern konnten.




Immer nur Sonne wäre eh langweilig gewesen, vor allem oben auf dem Berg, auf den nur mein Sohn und ich gefahren waren. Für den Kleinen schien es uns zu gefährlich und Schwiegersohn war auch nicht fit genug, ihn über die Berge zu tragen. Zumal wir schon ein ordentliches Stück gehen und Fotos machen wollten.



Blick aus der Kabine


Und die haben wir reichlich gemacht. Heute die ersten ... bald folgen weitere.




Ich hoffe, bei euch ist soweit alles im grünen Bereich!? 

Ich bin so dankbar, dass alles geklappt hat und fühle mich erholt, 

nachdem ich viel Schlaf nachgeholt habe.

Kann auch sonst zum Glück nichts Negatives berichten, obwohl man das heutzutage nicht beschreien sollte …




Ein lieber Gruß zu euch!

Morgentau 09.09.2020, 18.59| (7/7) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Was ich noch sagen wollte

Oje

schon wieder sind 10 Tage vergangen, seit ich das letzte Mal hier war. So lange wollte ich gar nicht pausieren, aber obwohl diese Zeit so surreal erscheint, vergeht sie immer noch wie im Fluge. Daran wird sich wohl auch nichts ändern.




Zum Glück sind die Tage überwiegend ausgefüllt, ging alles bisher gut und vieles ist fast schon zur Normalität geworden, was vor einem halben Jahr noch undenkbar schien. An vieles wird man sich aber nie gewöhnen können, glaube ich.




Nun gut, wir werden sehen, was die Zukunft bringt, wie sich alles weiterentwickelt. Es ist wohl abzusehen, dass es mit dem Leben, wie wir es vorher kannten, nie wieder in der Form weitergeht. Ob es ein „danach“ geben wird oder wir für immer damit leben müssen … wir können nur warten und hoffen.




Das ganze Ausmaß und die Folgen werden vermutlich schlimm bleiben. Es ist noch wichtiger geworden, sich über seine Prioritäten Gedanken zu machen … und das, was gut ist und richtig läuft in unserem Leben, noch mehr zu schätzen und zu bewahren.




Das wird nicht einfach, denn das Abschalten und Genießen ist auch nicht mehr so leicht wie früher. Aber es gibt sie noch … diese Augenblicke. Sie geben uns Kraft und Mut. Deshalb wiederhole ich mich auch so oft, weil ich mir das selbst immer und immer wieder bewusst machen muss.




Dass sich der Sommer schon dem Ende neigt, kann ich auch nicht so recht glauben. Aber irgendwie ist eh alles durcheinander im Kopf. Noch nie musste ich so oft überlegen, was wir eigentlich für einen Tag haben, wenn ich morgens erwache. Weil sich so vieles verändert hat.




Trotzdem habe ich euch wieder ein paar Aufnahmen von besonderen Momenten mitgebracht. Damit die Zeilen nicht zu entmutigt klingen. Noch habe ich die Hoffnung nicht verloren … das sollten wir alle nie müssen.




Ich hoffe, euch geht es gut!!!!! Ganz liebe Grüße … bis bald!



Morgentau 26.08.2020, 17.25| (10/10) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Nachgedacht