Morgentau
 

Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts,
ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.


Gottfried Keller




Wie die Gedanken sind,

die du am häufigsten denkst,

ganz so ist

auch deine Gesinnung.

Denn von den Gedanken

wird die Seele gesättigt.


Marc Aurel


Einträge ges.: 2672
ø pro Tag: 1,3
Kommentare: 12488
ø pro Eintrag: 4,7
Online seit dem: 23.02.2013
in Tagen: 2123
2018
<<< Dezember >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
     0102
03040506070809
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31      
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3

Des Menschen Leben …

ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen,

ist unser Kinderspiel auf Erden,

ein Lichtschatten,

ein fliegender Vogel,

Spur eines fahrenden Schiffes,

Staub, Nebelhauch,

Morgentau und aufbrechende Blume.


Gregor von Nazianz




Wenn die Stimmen
des Alltags
schweigen,
beginnt meine Seele
zu erzählen.

Morgentau




Captcha Abfrage



Ausgewählter Beitrag

Danke

für eure lieben, mitfühlenden Worte. Ich werde noch darauf antworten.

Alle, die schon in gleicher Lage waren, wissen sicher, wovon ich rede.

Es sind ja nicht nur die Erinnerungen an schöne Zeiten … Stunden, Momente.

Da sind auch so viele Gedanken und Gefühle, wenn man all diese Dinge sieht, die so viele Jahre zum Leben eines Menschen gehörten. Teilweise fast ein Leben lang.


Tagebücher, Briefe, Notizen … und die vielen vielen Fotoalben und Filme. Gelebtes Leben.

Dinge, von denen man sich nicht trennen konnte oder wollte, weil sie dazugehörten, weil sie ein Teil von einem selbst waren eine Zeit lang. Bücher, die gelesen wurden. Lieblingsbücher aus der Kindheit. Getragener Schmuck, alte Kalender mit Notizen … kleine Andenken an Reisen, Geschenke von den Lieben … Teller, von denen 1000e mal gegessen wurde … Töpfe, in denen so oft leckere Dinge zubereitet wurden. Ach, so so vieles mehr … ich mag das nicht noch mehr verinnerlichen.


Ich weiß, ich bin einfach zu nachdenklich. Zu viele Filme laufen da durch meine Seele, das ist schon ein wenig verrückt. Ich bin verrückt, ich weiß. Aber ich kann nicht dagegen an. Sie sind halt da, diese Bilder im Kopf … die Gefühle im Herzen.

Selbst wenn ich an das kleine Vogelhaus am Fenster denke, bricht es mir schier das Herz.

Puh.


Aber so ist es nun mal. Irgendwann ist wieder ein Kapitel abgeschlossen. Das passiert jeden Tag … jede Minute irgendwo auf der Welt. Lebenskreise schließen sich … zurück bleiben viele Spuren. Ein Teil wird bewahrt, der Rest geht den gleichen Weg, wie der Mensch, dem sie gehörten.

Dafür schlägt irgendwer ein neues Kapitel auf … ein neues Buch, das noch voller weißer Seiten ist und nur darauf wartet, beschrieben zu werden.

Morgentau 01.10.2018, 16.42

Kommentare hinzufügen


Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Sonnenwolf

Liebe Morgentau,

das muß unheimlich schwer gewesen sein für dich, und dich viel Kraft kosten. Ich habe die Erfahrung noch nicht gemacht, sie steht mir auf drei Menschen bezogen noch bevor, und das wird dann auch sehr groß, sehr emotional - obwohl ich es nicht selbst erlebt habe bisher, glaube ich, ein bißchen nachempfinden zu können, was du beschreibst. Es ist ein ganzes Leben, und so viele Puzzleteile - so vieles, was Erinnerungen weckt, Vergessenes wachruft, und was man gar nicht weggeben möchte - ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie "loslassen" in so einer Situation, weil ich einfach möchte, dass alles da bleibt - völlig irrational, ich weiß..

Die Erinnerungen bleiben dir für immer - kostbarer Teil deines Lebens, und letztlich ist doch fast alles Erinnerung? der Gegenwartsmoment so kurz - so vergänglich - aber wir dürfen behalten, was war - so viele Tagebücher und Fotoalben in unserem Kopf, die wir jederzeit anschauen können - und es fühlt sich wieder fast so an, wie damals - nur eben leider auch bittersüß ...

Ich denk ganz fest an dich.

Alles Liebe :ok: :ok: ..bitte paß auf dich auf ..

vom 02.10.2018, 15.43
Antwort von Morgentau:

Genau so, wie du es beschreibst, fühlt es sich an, liebe Sonnenwölfin!

Mit der Wohnung, das war auch bei mir das erste Mal, aber als mein lieber Mann starb,
da war es nicht minder schlimm und schmerzhaft für mich, all seine Dinge jeden Tag
zu sehen, als käme er jeden Moment nach Hause ...

Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.

Danke für deine vielen mitfühlenden Gedanken! Ganz liebe Grüße zu dir!

3. von Silberdistel

Ich glaube, man müsste schon sehr hart im Nehmen sein, wenn einem die Auflösung des Haushalts eines einem sehr nahe stehenden Menschen nichts ausmachen würde. Deine Empfindungen sind nur allzu verständlich und für mich auch nachvollziehbar. Wir haben es als besonders schmerzvoll empfunden, die Wohnung meiner Schwiegereltern aufzulösen, zumal das noch zu Lebzeiten meiner Schwiegermutter geschah. Sie musste,weil sie stark pflegebedürftig war, ins Heim. Besonders bei meinem Herrn Silberdistel kamen natürlich viele Erinnerungen hoch bei jedem Stück, das er in die Hand nahm. Ganz schlimm war aber auch für mich, dass wir uns dabei vorkamen, als würden wir Mutter bzw. Schwiegermutter das letzte bisschen Leben nun noch vorzeitig nehmen. Kein schönes Gefühl. Trotzdem war es eine Aufgabe, die erledigt werden musste.
Einen lieben Gruß und einen tröstenden Drücker schickt Dir, liebe Andrea, die Silberdistel

vom 02.10.2018, 10.36
Antwort von Morgentau:

Die Situation ist wie bei dir, liebe Silberdistel, aber mehr möchte ich dazu nicht
schreiben.
Als mein Mann starb, war es nicht minder schlimm ... selbst von der Kleidung
konnte ich mich lange Zeit nicht trennen ...

Danke für den Drücker und liebe Grüße zu dir!

2. von kelly

Moin liebe Andrea,
immer neue Herausforderungen um etwas zu beenden, mit Herzblut in deinem Fall ist verständlich.
Mit einer Kindheit voll Liebe kann man es ein Leben lang aushalten, es bleiben die Erinnerungen...
Auf ein Neues, denn so geht es im *Kleinen* jeden Tag.
Herzliche Grüße in den Oktober!



vom 02.10.2018, 06.39
Antwort von Morgentau:

Stimmt ... das ganze Leben ist ein Willkommen und Loslassen, wenn man so will ...

Danke, liebe Kelly!

1. von Brigitte

Liebe Andrea, ich grüße Dich.
Die Wohnung leer zu räumen erzeugt auf jeden Fall auch einen deutlich seelischen Tiefpunkt.
Als wir die 1-Raum-Wohnung meines Schwiegervaters räumten, dachte ich nicht, daß es so lange dauerte. Jedes Stück was man in die Hand nahm, wurde nochmals gründlich betrachtet und es fielen dann viele Erinnerungen dazu ein.
Aber nur so wird die Traurigkeit etwas gelindert.
Alles Gute, tschüssi Brigitte



vom 01.10.2018, 17.10
Antwort von Morgentau:

Ja, leider gehören auch solche Dinge zum Leben ... da müssen wir durch.

Ein lieber Gruß zu dir, liebe Brigitte!